José Ivo Lorscheiter

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José Ivo Lorscheiter (* 7. Dezember 1927 in São José do Hortêncio, Brasilien; † 5. März 2007 in Santa Maria, Brasilien) war ein brasilianischer römisch-katholischer Bischof, der vor allem wegen seiner Kritik am brasilianischen Militärregime bekannt war.

Leben[Bearbeiten]

Ivo Lorscheiter entstammte einer einfachen und religiösen Familie deutscher Abstammung. Nach dem Theologiestudium an der Päpstlichen Universität Gregoriana empfing er am 20. Dezember 1952 in Rom die Priesterweihe. Nach Brasilien zurückgekehrt, war er zunächst am Knabenseminar und später als Professor tätig.

1965 wurde er von Papst Paul VI. zum Weihbischof im Erzbistum Porto Alegre bestellt und zum Titularbischof von Tamada ernannt. Die Bischofsweihe spendete ihm Kardinal Alfredo Vicente Scherer am 6. März 1966. Sein Wahlspruch als Bischof lautete: „Nova et vetera“ (Neues und Altes). 1974 wurde er zum Bischof des Bistums Santa Maria im südlichen Teilstaat Rio Grande do Sul, ernannt. Seinem Rücktrittsgesuch wurde 2004 von Johannes Paul II. stattgegeben.

Lorscheiter war von 1971 bis 1979 Sekretär der brasilianischen Bischofskonferenz (Conferência Nacional dos Bispos do Brasil CNBB) und von 1979 bis 1986 deren Präsident. Mit 300 Mitgliedern ist die brasilianische Bischofskonferenz die größte der katholischen Welt. Er galt als einer der bedeutendsten Vertreter der Kirche in Brasilien.

Während der Militärdiktatur von 1964 bis 1985 prangerte er immer wieder die Menschenrechtsverletzungen an. Wegen seines Eintretens für die Befreiungstheologie geriet er zeitweise auch mit dem Vatikan in Konflikt.

Ivo Lorscheiter war der Cousin von Kardinal Aloisio Lorscheider. Er starb nach langer Krankheit an multiplem Organversagen im Alter von 79 Jahren.

Weblinks[Bearbeiten]


Vorgänger Amt Nachfolger
Érico Ferrari Bischof von Santa Maria
1974–2004
Hélio Adelar Rubert