José de Gálvez y Gallardo

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José de Gálvez

José Bernardo de Gálvez y Gallardo (* 2. Januar 1720 in Macharaviaya in der spanischen Provinz Málaga; † 17. Juni 1787 in Aranjuez), Marqués de Sonora, war ein spanischer Adeliger, Beamter und Minister.

Er war der zweite Sohn von Antonio Gálvez y Carbajal und Ana Gallardo Jurado. Unter dem Einfluss des Bischofs von Malaga begann er eine Ausbildung im Priesterseminar von Malaga. Bald wechselte er jedoch zu einem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Alcalá über. Er ließ sich dann als Anwalt in Madrid nieder, in welchem Amt er sehr erfolgreich war. Über eine Anstellung an der französischen Botschaft kam er in Kontakt mit dem spanischen Hofe und wurde schließlich Sekretär des spanischen Staatsministers Jerónimo Grimaldi. 1764 wurde er zum Richter (Alcalde de Casa y Corte) und 1765 nach dem überraschenden Ableben des designierten General-Visitors für das Vizekönigreich Neuspanien, den spanischen Besitzungen in Nord und Mittelamerika kurzfristig zu dessen Nachfolger bestimmt. Sieben Jahre verbrachte er bis 1772 in diesem Amt in der neuen Welt, wo er sich als Reformer um die Stärkung und Erhalt des Einflusses der spanischen Krone verdient machte. Nach seiner Rückkehr nach Spanien 1772 wurde er Minister für Indien, also zuständig für die gesamten spanischen Besitzungen in Nord- und Südamerika. 1785 gründete er das Archivo General de Indias, ein Zentralarchiv für Dokumente über die spanischen Besitzungen in Amerika. Seinem König Karl III. (Spanien) galt er als außerordentlich befähigt. Zum Dank dafür erhielt er den Titel eines Marqués de Sonora, einer von ihm gegründeten und prosperierenden Kolonie im damaligen Norden von Mexiko, heute im US-Bundesstaat Texas.