Josef Alois Kessler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Josef Alois Kessler

Josef Alois Kessler (russ. Ио́сиф (Йо́зеф) Алои́з Ке́сслер; * 12. August 1862 im Dorf Louis (Ostrogowka), Gouvernement Samara, Russisches Reich; † 10. Dezember 1933 in Zinnowitz, Deutschland) war ein deutschstämmiger Erzbischof der römisch-katholischen Kirche im Russischen Zarenreich. Er gilt als der letzte wolgadeutsche Bischof.

Leben[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Josef Alois Kessler entstammt einer katholischen Familie deutscher Herkunft. Im Jahre 1889 wurde er nach einem Theologiestudium in Saratow zum Priester geweiht. Kessler studierte an der Theologischen Akademie in Sankt Petersburg; er absolvierte diese mit einem Master-Abschluss in Theologie. Kessler begann als Vikar in Saratow. 1892 war er Priester des Dekanats von Simferopol, im Jahre 1895 Priester in Sulz, von 1899 bis 1903 Seminarinspektor in Saratow und ab 1904 Domherr in Saratow. Josef Kessler wurde am 1. April des Jahres 1904 zum Bischof des Stadt Tiraspol ernannt. Die Bischofsweihe am 10. November 1904 spendete ihn Jerzy Józef Elizeusz Szembek. Im Laufe seiner Tätigkeit als Bischof leitete er Veränderungen ein, führte einen Buchverlag für geistliche Literatur ein, unterstützte tatkräftig die Arbeit des Mönchtums, besuchte alle Dekanate des weitreichenden Bistums und verrichtete um die 75.000 Firmungen. Vor dem Einmarsch der Bolschewisten verließ Kessler am 14. August 1918 die Stadt Saratow und wanderte zu Fuß nach Odessa. Als schließlich eine Machtübernahme durch die Kommunisten auch in Odessa in Angriff genommen wurde, verfasste der Bischof einen Brief als Warnung an die Nation, in dem er die bolschewistische Regierung als Machtübernahme durch einen Antichristen betitelte, und forderte, dass derjenige, der sich dieser Macht anschließe, von der Kirche ausgeschlossen werden solle. Die neue Sowjetregierung sah sich in ihrem Bestreben gestärkt, Kessler möglichst schnell ausfindig zu machen. Heimlich versuchte er Russland zu verlassen, nach Bessarabien (heutiges Moldawien) zu gelangen, wo er einige Zeit zuvor Priester des Dorfes Krasna gewesen war. 1922 reiste er in die USA. Dort versuchte Kessler Spenden für die Hungernden im Wolgagebiet zu sammeln. Am 23. Januar 1930 wurde er Titularerzbischof von Bosporus. Den Rest seines Lebens verbrachte er im Land seiner Vorfahren, in Deutschland, der Stadt Zinnowitz. Josef Alois Kessler ruht in der deutschen Stadt Ornbau, neben Bischof Franz Xaver von Zottmann, der ebenfalls als Priester im moldawisch-russischen Tiraspol gewirkt hatte.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Josef Alois Kessler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien