Josef Anton Stranitzky

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stranitzky im Kostüm des Hanswursts. Die Körperhaltung zeigt seine tänzerische Ausbildung.

Josef Anton Stranitzky (* 10. September 1676 vermutlich in Knittelfeld/Steiermark; † 19. Mai 1726 in Wien) war ein österreichischer Schauspieler, Zahnarzt, Theaterschriftsteller und Theaterleiter sowie der Erfinder des Wiener Hanswursts im Alt-Wiener Volkstheater.

Stranitzky war, wie damals üblich, zugleich Schauspieler und Puppenspieler. Er schloss sich einer Wandertruppe an, die 1699 in München gastierte. 1706 trat er am Neuen Markt in Wien auf, stets noch in Bretterbuden. 1711 wurde er Pächter des Kärntnertortheaters, eines neuen aus Stein gebauten Hauses. Mit seiner Truppe "teutscher Komödianten" machte er den Commedia dell'arte-Darstellern Konkurrenz. Er entwickelte für sich die komische Figur des Wiener Hanswursts. Der Hanswurst war erheblich gröber als die italienischen Typen der Stegreifkomödie und hatte derartigen Erfolg, dass er imitiert und von anderen Darstellern übernommen wurde wie von Stranitzkys Schwiegersohn und Nachfolger Gottfried Prehauser.

Stranitzky war außerdem Weinhändler und übte noch den Arztberuf aus. Schauspieler übernahmen oft die damals gröberen ärztlichen Tätigkeiten wie Chirurgie und Zahnmedizin, was mehrheitlich aus Amputationen und Zahnziehen bestand.

Stranitzky parodierte und travestierte höfische Opern, die er aus dem Italienischen und Französischen übersetzte, und integrierte darin seine Hanswurst-Figur. Eine ganze Reihe von Texten solcher "Haupt- und Staatsaktionen" sind erhalten.

1938 wurde die Stranitzkygasse in Wien-Meidling nach ihm benannt.

Werke[Bearbeiten]

  • Rudolf Payer von Thurn (Hg.), Wiener Haupt- und Staatsaktionen, 2 Bde., Wien: Literarischer Verein 1908/12.
  • Josef Anton Stranitzky (et al.), Hanswurstiaden. Ein Jahrhundert Wiener Komödie. Wien: Residenz 2001. ISBN 3-7017-1028-7

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Josef Anton Stranitzky – Quellen und Volltexte