Josef Keller (Konditor)

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Josef Keller (* 26. Januar 1887 in Riedlingen; † 8. Juni 1981 in Radolfzell) war ein Konditormeister und gilt als Erfinder der Schwarzwälder Kirschtorte.

Dem aus Offingen am Bussen stammenden Strumpfstricker Anton Keller und seiner Frau Josefa Steck wurden in Riedlingen an der Donau innerhalb von 14 Jahren zehn Kinder geboren. Bei der Geburt des letzten Kindes starb die Mutter. Zu diesem Zeitpunkt war Josef Keller gerade sechs Jahre alt. Die Familie wohnte im Haus Vollmergasse 1.

Nach dem Schulbesuch ging der junge Josef bei seinem Nachbarn, Konditor Alfred Miller „zum Vollmer“, in die Lehre (Haus Weilerstraße 1). 1904 legte Josef Keller die Gesellenprüfung ab und ging sieben Jahre lang auf Wanderschaft. Seine Stationen waren Schorndorf, Landau in der Pfalz, Tettnang, Biberach an der Riß, Müllheim (Baden), Forchheim, Stuttgart und Überlingen. Nach einem längeren Aufenthalt am Bodensee arbeitete er noch einmal in Biberach, dann im Elsass. 1915 heiratete er in Überlingen. Im gleichen Jahr musste Keller als Württemberger mit badischem Wohnort in der Nähe von Koblenz bei einem preußischen Infanteriebataillon Dienst tun und kam über seine Militärdienstzeit in den Raum Bonn. Nach Kriegsende legte er 1919 in Konstanz seine Meisterprüfung ab und übernahm in Radolfzell sein erstes Caféhaus, das er bis 1947 führte. Der „süße Josef“, wie er seit früher Jugend auch genannt wurde, hatte sich vor seinem Militärdienst in Bad Godesberg aufgehalten, was die dort erfolgte Rekrutierung erklärt. In Bad Godesberg gab es das berühmte Caféhaus „Ahrend“ (heute Agner), in dem er Arbeit fand und wo die Bonner Studenten als Modedessert Kirschen mit Sahne verlangten. Später wurde dazu ein mit Kirschwasser getränkter Mürbeteigboden gereicht und so entstand nach und nach das Tortengebäck, das man heute „Schwarzwälder Kirschtorte“ nennt.

Wenngleich es ähnliche Kuchen schon früher gegeben hat, ist diese jedoch in der Kombination Kirsche, Kirschwasser, Sahne, Schokoladenraspel und den entsprechenden Teigböden seine Kreation. Er selbst sagte, bereits 1927 diese Torte unter diesem Namen gebacken zu haben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Achim Fenner: Der „süße Josef“. Konditor Josef Keller und die Schwarzwälder Kirschtorte. In: Hegau. 63. Jg. 2006, S. 113–120