Hans-Josef Kretschmann

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Hans-Josef Kretschmann (* 21. März 1902; † unbekannt), genannt Sepp Kretschmann und Josef Kretschmann, seltener: Hans Kretschmann, war ein deutscher Fußballspieler und Fußballtrainer. Er stammte aus Ostpreußen, war aktiver Spieler u. a. bei Tennis Borussia und SC Charlottenburg und auch als Leichtathlet erfolgreich.

Trainerlaufbahn[Bearbeiten]

Seine Trainerlaufbahn begann Kretschmann bereits Mitte der 1920er Jahre als Spielertrainer bei Preußen Duisburg. Zu seinen zahlreichen späteren Stationen gehörte in der Saison 1932/33 der VfB Bottrop[1], mit dem er in der damals erstklassigen Niederrhein-Oberliga (Staffel B) am Ende der Saison auf dem sechsten Tabellenrang landete und damit den Aufstieg in die zur Saison 1933/34 neu gegründete Gauliga verpasste.[2] Kretschmann selbst gelang aber der Sprung, er war Gauliga-Trainer beim VfL Benrath (1933-35), Dresdner SC (anschließend bis Januar 1937), dem 1.SV Jena und weiteren Vereinen, darunter RW Frankfurt. Dorthin kehrte er nach Kriegsende noch einmal zurück, er trainierte die Mannschaft 1947/48 in der Oberliga Süd. Als hauptamtlicher Fußballlehrer übernahm Kretschmann zuweilen auch zwei oder mehrere Vereine derselben Region, so soll er im Westen einmal vier Vereine gleichzeitig trainiert haben.[3]

Zum Saisonbeginn 1948/49 übernahm Sepp Kretschmann den in der Oberliga Nord spielenden Verein Holstein Kiel, womit die so genannte „trainerlose Zeit Holsteins“ beendet wurde.[4] Nach nur wenigen Spieltagen wurde aber Holstein vom Spielbetrieb der Oberliga wegen eines Vergehens aus der Vorsaison bis zum Beginn der Folgesaison suspendiert, so dass Kretschmann mit der Männschaft der „Störche“ dann nur noch Pokal- und Freundschaftsspiele zu absolvieren hatte. Deshalb übernahm er während dieser Zeit auch das Training des Landesligisten Eckernförder SV[5] (zweitklassig, Platz 6). Sechs Spieltage vor Ende der Oberliga-Saison 1949/50 wurde Kretschmann von Holstein für den West-Oberligisten Borussia Dortmund freigegeben, wo er Anfang April seine Arbeit aufnahm[6][7]. Erfolgreich beendete er die Oberligasaison mit der Borussia, die als Westmeister in die Endrunde einzog, bevor man gemeinsam 1950/51 auf dem dritten Tabellenplatz landete. Von 1951 bis 1953 trainierte Sepp Kretschmann danach Werder Bremen in der Oberliga Nord (Platz 7 1951/52, Platz 3 1952/53) und anschließend von 1953 bis 1956 Bayer 04 Leverkusen[8], wo einer der späteren deutschen Erfolgstrainer seinem Spielerkader angehörte: Udo Lattek.[9] Dem siebenten Platz am Ende der Saison 1953/54 und dem dritten Platz in der darauffolgenden Spielsaison folgte in der Saison 1955/56 der 15. Platz und damit der Abstieg für Bayer aus der Oberliga West – und für Kretschmann der Wechsel erneut in den Norden: diesmal zum VfL Wolfsburg für den knappen Zeiteraum von 1956 bis April 1957; der VfL Wolfsburg entging am Ende der Saison auf Platz 14 nur knapp dem Abstieg. Letzte bekannte Trainerstation Kretschmanns ist die beim 1. FSV Mainz 05 1957 bis 1959[10]. Hier wurde 1957/58 der sechste Platz in der Oberliga Südwest erreicht, 1958/59 Platz elf.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Legendäre Revierteams: VfB Bottrop, RevierSport online vom 24. Juni 2008
  2. [1]
  3. Jens Reimer Prüß: Alle Trainer der Oberliga Nord 1947 – 1963
  4. Patrick Nawe, 100 Jahre Holstein Kiel: Kieler S.V. Holstein von 1900, Berliner Sportverlag, 2000, ISBN 3-328-00891-8
  5. Vereinschronik des Eckernförder SV
  6. Sport-Magazin vom 12. April 1950; vgl. auch Nawe
  7. Die vergessenen Jahre Teil 3: Die Saisons 1949/50 und 1950/51 (Borussia Dortmund), Schwatzgelb.de vom 8. November 2008
  8. Alle Trainer von Bayer 04 Leverkusen
  9. Spiel SpVgg Greuther Fürth gegen Bayer Leverkusen am 2. Juni 1956
  10. Kader Mainz 05 Saison 1957/58