Josef Pöttinger

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Josef "Sepp" Pöttinger (* 16. April 1903; † 9. September 1970) war ein deutscher Fußballspieler und Trainer.

Verein, 1919–1931[Bearbeiten]

Pöttinger, der sich vor allem durch seine Technik auszeichnete, feierte bereits mit 16 Jahren seinen Einstand in der 1. Mannschaft des FC Bayern München. Seine Ballfertigkeit und Beweglichkeit schützten ihn aber nicht ausreichend gegen die körperbetonten Attacken der gegnerischen Abwehrspieler. Von Beginn seiner Karriere an hatte er deshalb mit Verletzungen zu kämpfen und schaffte auch den Durchbruch erst mit 23 Jahren in der Saison 1925/26. Zum Gewinn der Süddeutschen Meisterschaft 1926 des FC Bayern München steuerte Pöttinger 57 Tore bei. Für Süddeutschland spielte er am 28. März 1926 im Viertelfinale des Kampfspielpokals gegen Mitteldeutschland und am 18. April desselben Jahres debütierte er auch in der Nationalmannschaft. Im Finale des Kampfspielpokals am 4. Juli 1926 in Köln erzielte er drei Treffer für das mit 7:2 Toren siegreiche Süddeutschland gegen Westdeutschland. Einen Tag zuvor, am 3. Juli, fand das Halbfinalspiel in Essen gegen Norddeutschland statt. „Sepp“ steuerte einen Treffer zum 4:2 Sieg von Süddeutschland bei. Mit seinem Verein FC Bayern München zog er dreimal in den Jahren 1926, 1928 und 1929 in die Endrundenspiele um die Deutsche Fußballmeisterschaft ein. Nach dem erneuten Titelgewinn 1928 in Süddeutschland erreichten Pöttinger und seine Spielkameraden vom FC Bayern München über Wacker Halle und der SpVgg Köln-Sülz (Vorläufer des 1. FC Köln) das Halbfinale. Dort setzte sich der Hamburger SV aber klar mit 8:2 gegen die Münchner durch und holte auch souverän gegen Hertha BSC die Meisterschaft. Pöttinger brachte es auf sechs Spiele und sechs Tore in den Spielen der Endrunde. Für Süddeutschland lief er 1926 und 1927 in vier Spielen auf und traf viermal in das Tor. Jahrelange Knieprobleme und ein Schienbeinbruch zwangen ihn frühzeitig im Jahre 1931 zur Beendigung seiner Spielerlaufbahn. Dadurch erging es ihm wie „Wiggerl“ Hofmann und „Mile“ Kutterer: Am größten Triumph des FC Bayern München konnten sie nicht mehr als Aktive teilnehmen. Den Gewinn der Deutschen Fußballmeisterschaft 1932 erkämpften die Abwehrrecken Haringer, Heidkamp und Goldbrunner und im Sturm agierten Bergmaier und Rohr. Kirn/Natan notierten: „Feingliedriger Mittelstürmer vom Schlage Seiderers. Kammerspieler des Fußballs. Seine Vorlagen kamen über den Rasen wie die Kugeln übers Billardtuch.“

Nationalmannschaft, 1926–1930[Bearbeiten]

Pöttinger (4.v.r.) vor einem Länderspiel gegen Italien

Die zwei ersten Einsätze in der Deutschen Fußballnationalmannschaft bestritt Josef Pöttinger im Jahre 1926 auf Halblinks, als Verbinder zwischen dem Vereinskollegen „Wiggerl“ Hofmann auf Linksaußen und dem Sturmtank Otto Harder in der Mittelstürmerposition. Ab 1927 ersetzte er „Tull“ Harder in der Sturmspitze. Nach seinem Einstand mit drei Toren am 18. April 1926 in Düsseldorf beim 4:2 Erfolg gegen die Niederlande wurde in der heimischen Sportpresse von einem „Traumeinstand“ des Neulings Pöttinger berichtet. Bei den Olympischen Sommerspielen 1928 in Amsterdam gehörte er dem DFB-Team in den zwei Spielen gegen die Schweiz und dem Olympiasieger Uruguay an. Am 10. Februar 1929 führte er die Nationalmannschaft als Kapitän in Mannheim beim 7:1 Sieg gegen die Schweiz an. Beim 3:3 Remis am 10. Mai 1930 in Berlin gegen England bildeten die drei Bayern-Stürmer Bergmaier, Hofmann und Pöttinger zusammen mit Ernst Kuzorra und dem dreifachen Torschützen Richard Hofmann den Angriff der Mannschaft von Trainer Otto Nerz. Mit dem 14. Einsatz war die internationale Karriere des spielenden Mittelstürmers, der seine Mitspieler immer wieder in Szene zu setzen vermochte, zu Ende. Karl Hohmann, der Mann vom VfL Benrath, vertrat in den nächsten Jahren erfolgreich im Innensturm die Farben der Deutschen Fußballnationalmannschaft.

Trainer[Bearbeiten]

Nach der Spielerkarriere wurde der FC Teutonia München die erste Trainerstelle von Josef Pöttinger. Danach übernahm er den VfB Pankow und wechselte anschließend zum 1. SV Jena. In Jena konnte er in den Jahren 1934/35 und 1935/36 die Meisterschaft in der Gauliga Mitte vor Magdeburg, Halle und Erfurt feiern. Spätere Trainerstationen hatte er noch beim VfB Stuttgart (?1939-?1941), FC Bayern München, wiederum FC Teutonia, 1. FC Lichtenfels und von 1949 bis 1951 sowie 1945/46 BC Augsburg.

Nach seiner Fußballkarriere führte er eine Totoannahnmestelle in München unweit des Hofbräuhauses.

Quellen[Bearbeiten]

  • Jürgen Bitter: Deutschlands Fußballnationalspieler. Das Lexikon. Sportverlag, Berlin 1997, ISBN 3-328-00749-0.
  • Matthias Kropp (Hrsg.): Bayern München 1900-1993 (Deutschlands große Fußballmannschaften; Bd. 4). Agon Sportverlag, Kassel 1993, ISBN 3-928562-35-5.
  • Raphael Keppel (Hrsg.): Deutschlands Fußball-Länderspiele. eine Dokumentation. Sport- und Spielverlag, Hürth 1989, ISBN 3-9802172-4-8.
  • Hardy Grüne: Vom Kronprinzen bis zur Bundesliga1890 bis 1963 (Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs; 1). Agon Sportverlag, Kassel 1996, ISBN 3-928562-85-1.
  • Richard Kirn, Alex Natan: Fußball. Geschichte und Gegenwart, Regeln und Begriffe. Ullstein Taschenbuchverlag, Frankfurt/M. 1958.
  • LIBERO, Nr. D9, 1994, IFFHS
  • LIBERO, Nr. D6/D7, 1993, IFFHS

Weblinks[Bearbeiten]