Josef Suk (Geiger)

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Josef Suk (* 8. August 1929 in Prag; † 7. Juli 2011 ebenda) war ein tschechischer Geiger und gelegentlicher Bratscher. Er war der Enkel des Komponisten Josef Suk und Urenkel des Komponisten Antonín Dvořák.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Josef Suk mit seiner Frau Marie

Josef Suk, der als Wunderkind bereits 1940 auftrat, studierte am Prager Konservatorium und beim Geigenpädagogen Jaroslav Kocian. 1954 debütierte er offiziell als Solist, hatte zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits in Paris und Brüssel konzertiert, als Primarius des „Prager Streichquartetts“ fungiert sowie sein eigenes Klaviertrio gegründet. Seitdem betätigte er sich auch gelegentlich als Dirigent.

Josef Suk, Franz Konwitschny, Oskar Michalik beim „Prager Frühling 1957“

Josef Suk galt als einer der vielseitigsten Violinisten des 20. Jahrhunderts. Musikalisch war er Weltbürger und Zeitreisender (von Johann Sebastian Bach bis Alban Berg) und spielte sowohl konzertant als auch kammermusikalisch in allen nur denkbaren Aufstellungen. Er galt als der bedeutendste lebende Solist seines Landes, als Botschafter für dessen Musik - und jener seines Großvaters - er international anerkannt war. Josef Suk spielte in den 1960er Jahren auf der Stradivari „Camposelice“ von Váša Příhoda, die ihm vom tschechischen Staat als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurde.

In Suks Arbeit stand die Kammermusik gleichrangig neben seiner solistischen Tätigkeit. Sein tschechisches Trio mit Jan Panenka, Klavier, und Josef Chuchro, Cello, hat mit Aufnahmen von Schubert (op. 99), Beethoven und Dvořák Maßstäbe gesetzt, sein Amerikanisches Trio mit Julius Katchen, Klavier, und János Starker, Cello, ist v.a. mit Aufnahmen der Brahms-Trios hervorgetreten. Referenzcharakter hat auch seine Darstellung des Bratschensolopartes in Berlioz’ Harold en Italie unter dem Dirigat von Dietrich Fischer-Dieskau sowie die Aufnahme des Brahms’schen Doppelkonzertes (mit André Navarra) unter Karel Ančerl. 1974 wirkte Suk im Soundtrack zu Gewalt und Leidenschaft von Luchino Visconti mit.

Bibliografie[Bearbeiten]

  • Harald Eggebrecht: Große Geiger: Kreisler, Heifetz, Oistrach, Mutter, Hahn & Co. Piper, München/Zürich 2000, ISBN 3-492-04264-3

Weblinks[Bearbeiten]