Joseon

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Koreanische Schreibweise
koreanisches Alphabet: 조선국
chinesische Schriftzeichen: 朝鮮國
Revidierte Romanisierung: Joseon-guk
McCune-Reischauer: Chosŏn-guk
Geschichte Koreas
ab 10. Jahrhundert
Dynastien der Reichseinheit
Kolonialzeit
Teilung Koreas
Siehe auch:
Wappen zur Zeit des Königreichs Joseon

Joseon war ein koreanisches Königreich. Es wurde von Yi Seong-gye, einem General der Goryeo-Dynastie, im Jahre 1392 gegründet. Mit der Ausrufung eines Groß-Koreas 1897 endete das Bestehen des Königreichs. Der Begriff „Joseon“ als Bezeichnung des Landes wurde von 1910 bis 1945, als Korea eine Kolonie Japans war, wiederverwendet.

Geschichte[Bearbeiten]

Karte von 1531

1392 wurde der koreanische General Yi Song-gye in das Kaiserreich China entsandt, um gegen die neue Ming-Dynastie zu kämpfen, die die Mongolen abschüttelte. Stattdessen tat er sich mit den Chinesen zusammen und kam zurück, um die Goryeo-Dynastie zu beseitigen. Als Folge konnte sich die Joseon-Dynastie etablieren. Im Jahre 1394 wurde die Hauptstadt nach Seoul verlegt und der schon vorher etablierte, aber nicht dominierende Konfuzianismus wurde als offizielle Religion propagiert. Während dieser Periode erfand König Sejong der Große (vermutlich als Chef eines zu diesem Zwecke gebildeten Stabes von Gelehrten) im Jahre 1443 das koreanische Alphabet Hangeul.

Zwischen 1592 und 1598 wurde Korea im Imjin-Krieg verschiedentlich von der japanischen Armee heimgesucht. Diese Invasion auf Befehl des japanischen Oberfeldherrn Hideyoshi führte zu schwersten Verwüstungen und Zerstörungen, wie sie erst der Koreakrieg wieder mit sich brachte. Admiral Yi Sunsin, Koreas berühmtester Militärführer, war maßgeblich daran beteiligt, das Land gegen Japan zu verteidigen. Er hatte das erste gepanzerte Kriegsschiff der Geschichte erfunden, eine wendige Galeere, die wegen ihres gewölbten bronzegepanzerten Oberdecks Schildkrötenschiff genannt wurde. Diese Schiffe vernichteten die japanischen Nachschubflotten und auch Ming-China wehrte sich energisch, so dass Hideyoshi seine Truppen zurückziehen musste.

Am Ende der Dynastie erreichten verschiedene Wissenschaften wie die Drucktechnik, Astronomie und Agronomie ein hohes Niveau. Dank der Entwicklung der Astronomie und Agronomie stiegen die Ernteerträge. Mit Hilfe der (schon im Goryeo-Reich seit dem 12. Jahrhundert verbreiteten) Drucktechnik mit beweglichen Lettern konnten seit dem 16. Jahrhundert auch agronomische Bücher verbreitet werden.

Ab 1627 kam Korea unter die Vorherrschaft der Mandschu[1], die auch China eroberten. Katholische Missionare kamen zuerst aus China nach Korea. Der neue Glaube wurde zunächst nicht toleriert und gewaltsam verfolgt. Erst 1886 hörten die Verfolgungen auf, und 1899 wurde in Korea die Religionsfreiheit gewährt. Pjöngjang wurde wegen vieler Kirchen und rund 300.000 Gläubigen zu dieser Zeit auch als „Jerusalem des Ostens“ bezeichnet.

Politisch verweigerte sich Korea vom 17. bis zum 19. Jahrhundert einer Öffnung des Landes nach außen. Alle Grenzen wurden geschlossen und jeglicher Kontakt zum Ausland, mit Ausnahme zum Kaiserreich China, wurde abgebrochen. Als Folge davon wurde Korea im englischen Sprachraum Hermit Kingdom („Einsiedlerkönigreich“) genannt. Symptomatisch für die Abschottung des Landes ist die Affäre um das amerikanische Schiff General Sherman, das 1866 über den Taedong-Fluss nach Korea eindrang und den Gouverneur von Pjöngjang entführte, als der koreanische Regent Daewon-gun unter dem minderjährigen König Gojong entschied, dass das Schiff Korea unverzüglich verlassen müsse. In der darauf folgenden Eskalation kam es zu schweren Kämpfen, bei denen die Besatzung getötet und das Schiff von aufgebrachten Volksmassen in Brand gesetzt wurde.

1871 kam Korea zum ersten militärischen Kontakt mit den Vereinigten Staaten, in Korea bekannt als der Shinmiyangyo. Ab 1876 zwang Japan Korea Handelsabkommen auf. China förderte jetzt ebenfalls die Öffnung des Landes (siehe Paul Georg von Möllendorff) und suchte den japanischen Einfluss zurückzudrängen. Nachdem Japan gegenüber China in den Jahren 1894 bis 1895 den Ersten Japanisch-Chinesischen Krieg gewann, verstärkte sich der japanische Einfluss über Korea. 1897 wurde von König Gojong das Kaiserreich Groß-Korea ausgerufen, womit das Königreich Joseon offiziell abgeschafft wurde.[2]

Staatsveränderungen[Bearbeiten]

Während der Joseon-Ära wurde die Verwaltung zentralisiert, der Konfuzianismus angenommen und damit in Korea ein neues moralisches System eingeführt.

Politische Gliederung[Bearbeiten]

Zu Anfang wurde in Joseon die politische Gliederung seines Vorgängers Goryeo übernommen. 1413 erfolgte eine Neueinteilung in acht Provinzen (kor. , , -do), die im Grundlegenden bis heute in der Verwaltungsgliederung Nord- und Südkoreas wiedergefunden werden können: Chungcheong-do, Gangwon-do, Gyeonggi-do, Gyeongsang-do, Hamgyeong-do, Hwanghae-do, Jeolla-do und Pyeongan-do.

1895 wurde ein neues System aus 23 Bezirken (, , -bu) in Kraft gesetzt. Jeder Bezirk erhielt seinen Namen nach seiner Hauptstadt. Die Bezirke waren: Andong-bu, Chuncheon-bu, Chungju-bu, Daegu-bu, Dongnae-bu, Gangneung-bu, Ganggye-bu, Gapsan-bu, Gongju-bu, Gyeongseong-bu, Haeju-bu, Hamheung-bu, Hanseong-bu, Hongju-bu, Incheon-bu, Jeju-bu, Jeonju-bu, Jinju-bu, Gaeseong-bu, Naju-bu, Namwon-bu, Pyeongyang-bu, Uiju-bu.

Das System der 23 Bezirke wurde 1896, also im folgenden Jahr wieder abgeschafft und die vorherigen Provinzen wiederhergestellt, wobei es allerdings zu einer Teilung von fünf der vorherigen Provinzen kam: Chungcheong-do wurde zu Chungcheongbuk-do und Chungcheongnam-do, Gyeongsang-do zu Gyeongsangbuk-do und Gyeongsangnam-do, Hamgyeong-do zu Hamgyeongbuk-do und Hamgyeongnam-do, Jeolla-do zu Jeollabuk-do und Jeollanam-do sowie Pyeongan-do zu Pyeonganbuk-do und Pyeongannam-do. Die Aufteilung in 13 Provinzen hatte durch alle weitere Epochen Koreas bis zu seiner Teilung 1945 bestand.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Brockhaus in Text und Bild 2003 [SW], elektronische Ausgabe für Office-Bibliothek, Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus, 2003; Artikel: "Korea"
  2. Brockhaus Enzyklopädie, 1991, 19. Auflage, 12. Band , S. 357, Abschnitt: "Korea", F. A. Brockhaus Mannheim