Joseph Antoine Ferdinand Plateau

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Joseph Antoine Ferdinand Plateau (1843)

Joseph Antoine Ferdinand Plateau (* 14. Oktober 1801 in Brüssel; † 15. September 1883 in Gent) war ein belgisch-wallonischer Physiker und Fotopionier.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem frühen Tod seiner Eltern besuchte Plateau in Brüssel das Atheneum zwischen 1817 und 1822 und wechselte anschließend an die Universität Lüttich, wo er zunächst Rechtswissenschaften und Sprachen sowie später Naturwissenschaften studierte. 1827 wird er Lehrer für Mathematik am Atheneum und veröffentlicht seine ersten wissenschaftlichen Publikationen: Construire un angle équilatéral qui ait ses sommets sur trois circonférences données und Sur les sensations produites dans l’oeil par les différentes couleurs, in denen er sich mit der visuellen Wahrnehmung des Menschen beschäftigt.

1828 wurde Plateau auf die Erkenntnisse des englischen Arztes Peter Marc Roget aufmerksam, der als Erster jenes Phänomen beschrieb, das heute als stroboskopischer Effekt bekannt ist.[1] Er verfasste darüber eine Abhandlung mit dem Namen Dissertation sur quelques propriétés des impressions produites par la lumière sur l’organe de la vue, mit der er 1829 promovierte. Es handelte sich dabei zugleich um die erste naturwissenschaftliche Dissertation an der Universität Lüttich, die in französischer Sprache und nicht in Latein abgefasst wurde.

Vier Jahre später, 1832, kam ihm der Gedanke, „das Stroboskop mit 16 Zeichnungen eines Tänzers zu füttern, die gegeneinander immer um eine Bewegungsphase verschoben waren und nach sechzehn Phasen wieder in die Ausgangsstellung mündeten.“[2] Dieses heute als Phenakistiskop bekannte Gerät beschrieb er in den Schriften Sur un nouveau genre d’illusions d’optique (1832) und Des illusions optiques sur lesquelles se fonde le petit appareil appelé récemment Phénakisticope (1831). Der Maler Jean Baptiste Madou fertigte Zeichnungen für das Phenakistiskop an, die zusammen mit dem Gerät von Ackerman in London ab 1833 unter der Bezeichnung Fantascope sowie von Alphonse Giroux in Paris als phénakisticope und später als phénakistiscope vermarktet werden.

1835 wechselt Plateau an die Universität Gent, wo er zunächst Physik lehrt und sich später auf Experimentalphysik und Astronomie spezialisiert.

1836 stellt er das Anorthoscop vor, das er ausführlich in der Publikation Deuxième (troisième en quatrième) note sur de nouvelles applications curieuses de la persistance des impressions de la rétine (1849) beschreibt.

Zwischen 1843 und 1844 erblindet Plateau infolge seiner bereits 1829 durchgeführten optischen Experimente zu Nachbildern auf der Netzhaut, bei denen er längere Zeit direkt in die Sonne geblickt hatte. Er veröffentlichte jedoch noch ausführliche Beschreibungen seiner Erfahrungen mit der eigenen Blindheit; Plateau gibt an, noch Jahre nach seiner Erblindung „visuelle Sinneseindrücke“ gehabt zu haben. Zu seinen letzten Schriften zählt Statique experimentale et théorique des liquides soumis aux seules forces moleculaires (1873), eine Untersuchung zu Kapillarkräften und Oberflächenspannung. In dieser Arbeit stellt er die als Plateaus Regeln bekannt gewordenen Beschreibungen der Struktur von Seifenblasen in Schaum auf. Seine Untersuchungen wirkten noch lange befruchtend für die mathematische Theorie der Minimalflächen, wo das Plateau-Problem nach ihm benannt ist.

Plateau starb 1883 in Gent und wurde auf dem Friedhof von Mariakerke beigesetzt.

Werke[Bearbeiten]

  • Joseph Antoine Ferdinand Plateau, Mémoire sur l'irradiation, Brüssel 1839
  • J. A. F. Plateau. Statique experimentale et theorique des liquides soumis aux seules forces moleculaires. (Gauthiers-Villars, Paris, 1873).

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wilhelm Formann: Österreichische Pioniere der Kinematographie. Bergland Verlag, Wien 1966, S. 9.
  2. Friedrich Kittler: Optische Medien. S. 205.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Joseph Antoine Ferdinand Plateau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien