Joseph Anton Gabaleon von Wackerbarth-Salmour

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Joseph Anton Gabaleon von Wackerbarth-Salmour

Joseph Anton Gabaleon von Wackerbarth-Salmour (* 1685 in Turin; † 2. Juni 1761 in Nymphenburg bei München) war ein kursächsischer Kabinettsminister, Oberhofmeister und Diplomat.

Leben[Bearbeiten]

1704 trat Graf Wackerbarth-Salmour in sardinische Dienste. 1707 heiratete seine Mutter Katharina von Salmour, die Witwe sowohl des piemontesischen Dragonerkapitäns Giovanni Michele Gabaleone Graf von Salmour († 1691) wie auch des Markgrafen Karl Philipp von Brandenburg-Schwedt († 1695), in Wien seinen zukünftigen Stiefvater August Christoph von Wackerbarth, durch dessen Vermittlung er im gleichen Jahr in sächsische Dienste trat. Eine Verwundung 1709 in der Schlacht von Malplaquet im Spanischen Erbfolgekrieg beendete die eingeschlagene militärische Laufbahn als Kapitän im Heer Prinz Eugens.

1712 wurde er in Dresden zum Kammerherrn ernannt, zwischen 1713 und 1719 reiste er in inoffiziellen diplomatischen Missionen nach London, München und Wien. Von 1723 bis 1727 wurde Wackerbarth-Salmour der erste ständige Gesandte Sachsens in München. Als 1728 der kursächsische Kabinettsminister Jacob Heinrich von Flemming in Wien plötzlich starb, übernahm der sich in Privatangelegenheiten in Wien befindliche Wackerbarth-Salmour die Verhandlungen mit dem kaiserlichen Hof. Von 1730 bis zum Sommer 1731 war er Gesandter in Rom.

Von 1731 bis zu seinem Tod 1761 war er Oberhofmeister des Kurprinzen Friedrich Christian. Von April 1733 bis März 1734 war Wackerbarth-Salmour als Kabinettsminister gemeinsam mit dem General Wolf Heinrich von Baudissin in Polen, um die Wahl Friedrich Augusts II. zum polnischen König sicherzustellen.

Wackerbarth-Salmour besaß das Schloss Wackerbarth in der Lößnitz und das Rittergut Zabeltitz. Er war Ritter des polnischen Orden vom Weißen Adler, der Ritterorden der hl. Mauritius und Lazarus und des St. Januariusordens.

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Wackerbarth-Salmour: Graf Wackerbarth-Salmour. Oberhofmeister des sächsischen Kurprinzen Friedrich Christian. Ein Beitrag zur Geschichte der Reorganisation des sächsischen Staates 1763. Bibliothek der sächsischen Geschichte und Landeskunde, 4. Band 2. Heft, Verlag S. Hirzel. Leipzig, 1912.

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Sächsischer Gesandter in München
1723–1727
Gabriel von der Lieth (Gt)
François Joseph Wicardel de Fleury Sächsischer Gesandter in Wien
1728–1730
?
? Sächsischer Gesandter in Rom
1730–1731
?
Sächsischer Gesandter in Neapel
1738–1739
Giuseppe di Salvatico