Joseph Günzburg

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Baron Joseph Günzburg (Baron Osip Gavrilovch Gintsburg, Барон Осип Гаврилович Гинцбург, auch Iosif-Evzel, Иосиф-Евзель, * 1812 in Witebsk; † 19. Novemberjul./ 1. Dezember 1878greg. in Paris) war ein russischer Bankier.

Leben[Bearbeiten]

Joseph Günzburg ist der Sohn Gabriel Günzburgs und Vater von Horace Günzburg.

Nachdem Günzburg im Krimkrieg reich geworden war, gründete er 1859 in Sankt Petersburg eine Bank und engagierte sich für die Belange der Juden im Russischen Reich.

Im November 1861 wurde er von der russischen Regierung zum Mitglied einer Kommission ernannt, die sich mit Fragen der jüdischen Religion im Russischen Reich beschäftigte und fünf Monate tagte. Günzburg setzte sich für eine Anhebung des Bildungsstands der Juden im Russischen Reich ein und gründete deshalb mit Erlaubnis der Russischen Regierung 1863 die Gesellschaft zur Förderung der Kultur unter den Juden, deren Präsident er bis zu seinem Tod war. Dank Günzburgs Bemühungen wurde 1874 eine allgemeine vierjährige Wehrpflicht eingeführt, die auch für Juden galt. In Vilnius, der Heimatstadt seines Vaters, richtete er eine Stiftung für die Talmud Torah-Schulen ein. Die Günzburgs wurden am 9. November 1870 von Großherzog Ludwig III. von Hessen-Darmstadt geadelt, und Joseph Günzburg wurde am 2. August 1874 der Titel Baron verliehen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Samuel Joseph Fuenn, Keneset Yisrael, S. 460;
  • Archives Israélites, 1878, S. 89

Weblinks[Bearbeiten]