Joseph Kosuth

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Joseph Kosuth (* 31. Januar 1945 in Toledo, Ohio) ist ein US-amerikanischer Konzeptkünstler.

Joseph Kosuth, "Eine verstummte Bibliothek" im Kunstmuseum Thurgau, Kartause Ittingen

Leben und Werk[Bearbeiten]

Kosuth studierte von 1955 bis 1962 an der „Toledo Museum School of Arts“, von 1963 für ein Jahr am „Cleveland Art Institute“ und von 1965 bis 1967 an der School of Visual Arts in New York. Er war Gründer und Leiter des „Museums of Normal Art“. Von 1971 bis 1972 studierte er Anthropologie und Philosophie an der New School for Social Research, New York.

Seit 1969 ist er auch publizistisch tätig. So war er 1969 Mitherausgeber der Zeitschrift „Art & Language“ und arbeitete auch einige Zeit bei der Gruppe Art & Language mit, 1975/77 war er Mitherausgeber von „The Fox“ und 1977 bis 1978 künstlerischer Herausgeber der „Marxistic Perspectives“.

Er ist einer der Hauptvertreter und Begründer der analytischen Richtung der Conceptual Art, d.h., er beschäftigt sich „mit einer Untersuchung der Natur von Kunst“ (Kosuth) und mit den Problemen der sinnlichen Wahrnehmung - der Realität, der Identität und der Definition des Gegenstandes.

Seine Arbeit "One and Three Chairs" (1965) wurde zu einem Hauptwerk der Konzeptkunst. Im Modus einer künstlerischen Rauminstallation wird die "alltägliche Dreieinigkeit" von Wort, Bild und Sache eines Stuhls nebeneinander gestellt: "wirklicher" Stuhl, Foto desselben und Eintrag über ihn in einem Wörterbuch. In der Arbeit Frame - One and Three (Rahmen - eins und drei), in der dem Wort „Frame“ drei verschiedene Zustände entsprechen: links als Objet trouvé ein einfacher Holzrahmen, in der Mitte hängt eine Fotografie des Objektes in Originalgröße, rechts daneben seine verbale Definition. Bei der letzteren handelt es sich um eine fotografische Vergrößerung des Artikels zum Stichwort „Frame“ aus einem Englisch-Deutschen Wörterbuch. Gemeint ist hier nicht mehr der Rahmen als Objekt, gemeint ist der Unterschied dreier verschiedener Formen der Information über einen Gegenstand: ein Beispiel für die „Visualisierung von Denkprozessen“.

Kosuth lebt in New York und lehrt dort seit 1968 an der „School for Visual Arts“. Kosuth unterrichtete auch an der Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, zu seinen Studenten gehören u.a. Michel Majerus und Jens Semjan.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Retrospektiven[Bearbeiten]

Ausstellungskataloge[Bearbeiten]

  • Joseph Kosuth: Investigationen über die Kunst & "Problemkreise" seit 1965, 5 Hefte, Kunstmuseum Luzern, 1973
  • Joseph Kosuth: Beiträge zur konzeptuellen Kunst, Kunsthalle Bremen, 1976
  • Joseph Kosuth: Bedeutung von Bedeutung: Texte und Dokumentationen der Investigationen über Kunst seit 1965 in Auswahl, Staatsgalerie Stuttgart, 1981
  • Exchange of meaning: translation in the work of Joseph Kosuth, Museum van Hedendaagse Kunst, Antwerpen 1989
  • Joseph Kosuth: Kein Ding, Kein Ich, Keine Form, Kein Grundsatz (Sind Sicher), Installation in der Villa Merkel, Esslingen, 1992, ISBN 3-89322-487-4
  • The play of the unmentionable: an installation by Joseph Kosuth at the Brooklyn Museum, 1992, ISBN 0-500-23647-X
  • Joseph Kosuth: Gäste und Fremde: Goethes Italienische Reise, Schirn Kunsthalle Frankfurt, 1999, ISBN 3-87877-800-7

Interviews[Bearbeiten]

  • Charles LeVine, Hg.: Joseph Kosuth, Interviews 1969 - 1989. 15 Gespräche in Englisch. Je nach Auflagenort der Publikation z.T. übersetzt aus Quellen auf Deutsch oder Französisch, sowie aus Italien, Belgien, Dänemark oder Portugal. Patricia Schwarz, Stuttgart 1989 ISBN 3925911235. Vollständige Bibliographie bis 1989, Kunstdrucktafeln mit Abb.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Notizen[Bearbeiten]

  1. One and Three Chairs 1965, S. 70ff.; Xerox Book 1968, S. 167; The Second Investigation, ab 1968, S. 169ff.; The Tenth Investigation, Proposition One, 1974 S. 281-294