Joseph Labitzky

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Lithographie von Gustav Friedrich Schlick

Joseph Labitzky (tschechisch Josef Labický, * 4. Juli 1802 in Schönfeld, Böhmen; † 18. August 1881 in Karlsbad, Österreich-Ungarn) war Kapellmeister und Tanzkomponist.

Joseph Labitzky wuchs in Petschau auf und verdiente sich seinen Lebensunterhalt nach dem frühen Tod seiner Eltern, indem er sich zunächst einer Gruppe reisender Musikanten anschloss, fand dann eine Anstellung beim Badeorchester in Marienbad und im folgenden Jahr im Karlsbader Saisonorchster. Da er mit dieser Anstellung nur in der Kursaison regelmäßige Auftritts- und Einkommensmöglichkeiten hatte, suchte er im Winter andere Auftrittsmöglichkeiten, die er auch zu seiner musikalischen Weiterbildung nutzte. So verbrachte er den Winter 1821/22 in Bern, wo er an der Oper gastierte und hielt sich im Winter 1822/23 in München auf, wo er eine weitergehende Ausbildung durch Peter von Winter erhielt. Er unternahm dann mit einer selbstgebildeten Kapelle in den Wintern 1825/26 und 1826/27 zunächst Reisen nach Wien, wo er auch Lanner und Strauß persönlich kennenlernte, weitere Reisen mit seiner Kapelle führten ihn dann auch nach Warschau und Prag.

1835 wurde Labitzky mit der Leitung des Karlsbader Kurorchesters betraut, das er in den kommenden Jahren vergrößerte und zu anspruchsvolleren Leistungen führte. Diese Position gab ihm die Möglichkeit vor prominenten Kurgästen aufzutreten, so dass sich sein Ruf schnell in ganz Europa ausbreitete. So ließ ihn der Kaiser Ferdinand von Österreich holen, als dieser bei einem Treffen mit dem Zar von Russland und dem König von Preußen in Teplitz einen geeigneten Musiker zur Unterhaltung seiner Gäste suchte. 1838 wurde er daraufhin nach Petersburg an den Zarenhof eingeladen. Labitzky gründete 1842 den Karlsbader Musikverein und wurde Musikdirektor. Er förderte aus dieser Position heraus das regionale Musikleben sehr.

Joseph Labitzky leitete das Karlsbader Orchester bis 1868 und vereinbarte vertraglich mit der Stadt Karlsbad, dass sein Sohn August als sein Nachfolger die Leitung des Orchesters übertragen bekommen sollte. Labitzky konnte sich durch die Auftritte mit seiner Kurkapelle vor dem mondänen Publikum in Karlsbad, durch seine Reisen durch ganz Europa und durch seine genialen Tanzkompositionen einen europaweiten Ruf erwerben, der ihn neben Strauß und Josef Lanner stehen ließ, so dass er als böhmischer Walzerkönig bezeichnet wurde.

Außer Tänzen komponierte er Streichquartette und Variationen für Violine, Flöte, Klarinette und Horn, aber auch einige Kirchenmusikstücke. So schenkte er 1845 dem Karlsbader Kirchenchor zum Beispiel eine große Messe, ein Requiem und ein „Deutsches Misere“.

Auch eines seiner zehn Kinder - August Labitzky (1832–1903) - trat als Komponist hervor. Seine Tochter, die Opernsängerin Antonie Labitzky (1833–1894), heiratete 1871 in Frankfurt den Unternehmer und Bankier Sigismund Kohn-Speyer.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Joseph Labitzky – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien