Joseph Story

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Joseph Story (Porträt von George P. A. Healy)
Statue von Joseph Story, ausgestellt an der Harvard Law School.

Joseph Story (* 18. September 1779 in Marblehead, Essex County, Massachusetts; † 10. September 1845 in Cambridge) war ein amerikanischer Jurist. Mit nur 32 Jahren wurde er 1811 jüngster Richter aller Zeiten am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. Bekannt ist Story vor allem durch seine Mitwirkung an den Amistad-Prozessen.

Leben[Bearbeiten]

Story wurde in Marblehead, Massachusetts, als Sohn von Dr. Elisha Story (1743–1805) geboren. Sein Vater war Mitglied der Sons of Liberty, die 1773 an der Boston Tea Party beteiligt waren. Die Familie zog während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges von Boston nach Marblehead. Im November 1778 heiratete Elisha Story Mehitable Pedrick, die Tochter eines wohlhabenden Kaufmanns. Joseph war das erste Kind der beiden.

Als Junge besuchte Story bis zum Herbst 1794 die Marblehead Academy. Dann nahm ihn sein Vater von der Schule, da der Rektor der Schule den jungen Joseph wegen einer Kleinigkeit geschlagen hatte. 1795 wurde Story an der Harvard University angenommen, wo er als Zweitbester seines Jahrgangs abschloss. Später studierte er Rechtswissenschaften bei Samuel Sewall und Samuel Putnam.

Story wurde 1801 als Anwalt zugelassen und war der einzige Anwalt in ganz Essex County, der der Demokratisch-Republikanischen Partei von Thomas Jefferson anhing. Daher wurde er bei der einflussreichen republikanischen Reederei George Crowninshield & Sons angestellt.

Neben seiner Tätigkeit als Anwalt war Story auch ein erfolgreicher Poet. So verfasste er zum Beispiel das Gedicht „The Power of Solitude“.

Von 1805 bis 1808 war er Mitglied des Repräsentantenhauses von Massachusetts, bevor er in den Kongress gewählt wurde. Bereits 1809 nahm er jedoch wieder die Arbeit als Anwalt auf und wurde erneut in das Repräsentantenhaus von Massachusetts gewählt.

Bereits kurz nach der Hochzeit und nur zwei Monate nach dem Tod seines Vaters starb im Juni 1805 Storys erste Frau Mary F.L. Oliver. Im August 1808 heiratete er Sarah Waldo Wetmore, die Tochter eines Richters aus Boston. Sie hatten sieben Kinder, darunter der spätere Verleger und Bildhauer William Wetmore Story.[1]

Tätigkeit als Bundesrichter[Bearbeiten]

Büste von Joseph Story, gefertigt von seinem Sohn William Wetmore Story.

Mit nur 32 Jahren wurde Joseph Story 1811 Richter am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. Unter dem Vorsitzenden John Marshall hatte Story großen Anteil an der Arbeit des Gerichts. So verfasste er zwischen 1812 und 1832 nicht nur zahlreiche Entscheidungen, sondern setzte sich besonders für die Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz und im Bereich des Patentrechts ein. 1820 hielt Story in Salem eine Rede, in der er den Sklavenhandel verurteilte. Bis heute bekannt sind die von Story verfassten Urteile in den Amistad-Prozessen.

1829 zog er nach Cambridge und lehrte an der Harvard University.

Tod und Hinterlassenschaften[Bearbeiten]

Story starb 1845 in seinem Haus in Cambridge und ist auf dem Mount Auburn Cemetery beigesetzt.

Story County im Bundesstaat Iowa ist ebenso nach ihm benannt wie einer der Schlafsäle der Harvard Law School.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Commentaries on the Law of Bailments (1832)
  • Google Books: Volume I und Google Books: Volume II,Commentaries on the Constitution of the United States (3 vols., 1833)
  • Commentaries on the Conflict of Laws (1834)
  • Commentaries on Equity Jurisprudence (2 vols., 1835–1836)
  • Equity Pleadings (1838)
  • Law of Agency (1839)
  • Law of Partnership (1841)
  • Law of Bills of Exchange (1843)
  • Law of Promissory Notes (1845).
  • Miscellaneous Writings, first published in 1835, enlarged edition 1851.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. The Life and Letters of Joseph Story
  • Story, Joseph. American National Biography, 2000, American Council of Learned Societies.

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Henry J. Abraham: Justices and Presidents: A Political History of Appointments to the Supreme Court, 3rd, Oxford University Press, New York 1992, ISBN 0-19-506557-3.
  • Clare Cushman: The Supreme Court Justices: Illustrated Biographies, 1789–1995, 2nd, (Supreme Court Historical Society, Congressional Quarterly Books), 2001, ISBN 1568021267.
  • John P. Frank: The Justices of the United States Supreme Court: Their Lives and Major Opinions. Chelsea House Publishers, 1995, ISBN 0791013774.
  • The Oxford Companion to the Supreme Court of the United States. Oxford University Press, New York 1992, ISBN 0195058356.
  • Fenton S. Martin: The U.S. Supreme Court: A Bibliography. Congressional Quarterly Books, Washington, D.C. 1990, ISBN 0871875543.
  • Melvin I. Urofsky: The Supreme Court Justices: A Biographical Dictionary. Garland Publishing, New York 1994, ISBN 0815311761, S. 590.

Weblinks[Bearbeiten]