Joseph Wendel

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Joseph Wendel (rechts) neben Konrad Adenauer (Mitte) und Kardinaldekan Eugène Tisserant auf der Schlusskundgebung des 77. Deutschen Katholikentages 1956 in Köln
Kardinal Wendel beim Katholikentag in Fulda (ganz links außen), 1954

Joseph Kardinal Wendel (* 27. Mai 1901 in Blieskastel; † 31. Dezember 1960 in München) war Erzbischof von München und Freising.

Leben[Bearbeiten]

Joseph Wendel wurde in der damals bayerischen Saarpfalz geboren. Nach Abitur und Studium empfing er am 30. Oktober 1927 in Rom durch Basilio Kardinal Pompilj die Priesterweihe.

1941 wurde er von Papst Pius XII. zum Titularbischof von Lebessus (Lebissos) in Lykien ernannt und zum Koadjutorbischof des Bistums Speyer bestellt. Die Bischofsweihe spendete ihm am 29. Juni 1941 Speyerer Bischof Ludwig Sebastian; Mitkonsekratoren waren der Bischof von Würzburg, Matthias Ehrenfried, und der damalige Weihbischof in Bamberg, Joseph Otto Kolb. 1943 wurde er zum Bischof von Speyer ernannt. 1952 wurde er Nachfolger von Michael Kardinal von Faulhaber auf dem Stuhl des Erzbischofs von München und Freising.

Bereits als Bischof von Speyer war Wendel in den Aufbau einer süddeutschen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem eingebunden. Im November 1952 erfolgte die Ernennung zum Ehrengroßprior des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem durch Kardinal-Großmeister Nicola Canali in Rom.[1]

Am 12. Januar 1953 ernannte ihn Papst Pius XII. zum Kardinal und nahm ihn als Kardinalpriester von Santa Maria Nuova in das Kardinalskollegium auf.

1956 wurde er der erste Militärbischof der neu gegründeten Bundeswehr. 1960 organisierte er den Eucharistischen Weltkongress in München, was auch den theologischen Höhepunkt seiner Karriere bedeutete.

Er verstarb nach der Silvesterpredigt im selben Jahr.

Wendel war Ehrenmitglied der K.D.St.V. Aenania München und der K.D.St.V. Tuiskonia München im CV sowie der K.S.St.V. Alemannia München im KV. Joseph Wendel schloss sich als Kaplan nach Exerzitien in Schönstatt der gleichnamigen Bewegung an. Neben seiner Tätigkeit als Direktor des Bischöflichen Studienheims in Speyer leitete er die Schönstatt-Bewegung in der Diözese Speyer. Die Exerzitien zu seiner Bischofsweihe hielt ihm der Gründer der Schönstatt-Bewegung, Pater Josef Kentenich

Wappen des Bischofs von Speyer
Wappen des Kardinals von München und Freising
Grabstätte in der Münchner Frauenkirche

Bischofswappen[Bearbeiten]

Das Wappen zeigt in Feld 1 und 3 ein weißes Kreuz auf blauem Feld, das Bistumswappen von Speyer. In Feld 2 und 4 das persönliche Wappen, auf blauem Grund über einem Wellenband eine weiße Taube und darunter eine Krone. Die Krone steht für das Reich Christi (Christkönig), das Wasser darüber symbolisiert das Wasser der Taufe, durch das man in das Reich Christi eintritt. Zweimal steht darüber die Taube: Als Symbol für den Heiligen Geist der Liebe und der Wahrheit.

Das überarbeitete Wappen von Kardinal Wendel. Im Wappenschild befindet sich der Freisinger Mohr als Zeichen für die Erzdiözese München und Freising sowie das persönliche Wappen des Kardinals.

Die Worte seines Wappenspruchs, „Veritati et Caritati“, verweisen auf das Reich der Wahrheit („Veritati“) und der Liebe („Caritati“), dem Kardinal Wendel dienen wollte: Gerade auch in Zeiten der Missachtung des Glaubens wie etwa während des Dritten Reiches, als Joseph Wendel den Spruch wählte.

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Jürgen Brandt: „Jerusalem hat Freunde - München und der Ritterorden vom Heiligen Grab: Festgabe zum goldenen Jubiläum der Komturei Patrona Bavariae“, Eos Verlag 2010, Seite 176 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Joseph Wendel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Vorgänger Amt Nachfolger
Michael Kardinal von Faulhaber COA cardinal DE Wendel Joseph.pngErzbischof von München und Freising
1952–1960
Julius Kardinal Döpfner
Ludwig Sebastian Bischof von Speyer
1943–1952
Isidor Markus Emanuel
Militärbischof für die Bundeswehr
1956–1960
Franz Hengsbach