Joseph Zen Ze-kiun

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Kardinal Zen, 10. Februar 2008.
Wappen

Joseph Kardinal Zen Ze-kiun SDB (chinesisch 陳日君Pinyin Chén Rìjūn; * 13. Januar 1932 in Shanghai, Republik China) ist emeritierter Bischof von Hongkong. Er ist der sechste Chinese und der zweite Bischof von Hongkong, der zum Kardinal ernannt wurde.

Leben[Bearbeiten]

Am 11. Februar 1961 empfing er als Salesianer Don Boscos das Sakrament der Priesterweihe durch den Erzbischof von Turin, Maurilio Kardinal Fossati. Im Sommer 1961 machte er das Lizenziat in Katholischer Theologie. Im Sommer 1964 folgte das Doktorat in Philosophie. Joseph Zen lehrte von 1964 bis 1970 an einem salesianischen Studienhaus Philosophie, seit 1971 am Holy Spirit Seminary College in Hongkong Philosophie und Theologie.

Von 1978 bis 1983 war Zen Provinzial der Salesianerprovinz von Hongkong, Macao, Taiwan und Festlandchina, von 1984 bis 1991 Dekan der Philosophischen Abteilung des Holy Spirit Seminary College und von 1986 bis 1989 Direktor der salesianischen Gemeinschaft von Aberdeen (Technische Schule). Von 1989 bis 1996 lehrte er zeitweise auch in chinesischen Seminaren Philosophie und Theologie.

Am 13. September 1996 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Koadjutorbischof von Hongkong. Die Bischofsweihe spendete ihm der Bischof von Hongkong, John Baptist Kardinal Wu Cheng-chung, am 9. Dezember desselben Jahres; Mitkonsekratoren waren der Erzbischof von Tokio, Peter Seiichi Kardinal Shirayanagi, und der Kurienerzbischof und Offizial der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Charles Asa Schleck. Sein Wahlspruch lautet: Ipsi cura est. Am 23. September 2002 wurde er nach dem Tod seines Vorgängers Bischof von Hongkong.

Papst Benedikt XVI. nahm ihn im Feierlichen Konsistorium am 24. März 2006 als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santa Maria Madre del Redentore a Tor Bella Monaca in das Kardinalskollegium auf. Kardinal Zen Ze-kiun ist Mitglied der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung und der Kongregation für die Evangelisierung der Völker. Seine Ernennung galt weltweit sowohl als Politikum als auch als Anerkennung seines Wirkens, da er als Regimekritiker der kommunistischen Regierung Chinas und der Stadtregierung Hong-Kongs in Erscheinung trat. Joseph Zen wurde als vehementer Vertreter der demokratischen und religiösen Bürgerinteressen Hongkongs bekannt. Er wurde mehrfach von der chinesischen Regierung mit Einreiseverboten belegt. Kardinal Joseph Zen glaubt, dass der Vatikan einen Strategiewechsel in Bezug auf die gewünschten diplomatischen Beziehungen mit China vornehmen sollte. Der Heilige Stuhl solle sich zur Erreichung seines Zieles nicht auf Kompromisse einlassen. Kardinal Zen meint, der Vatikan sei in den letzten Jahrzehnten der Volksrepublik China doch schon in vielen Punkten entgegengekommen.[1]

Der Weihbischof in Hongkong John Tong Hon wurde im Januar 2008 zum Koadjutorbischof für das Bistum Hongkong und zur Unterstützung für Joseph Kardinal Zen Ze-kiun ernannt.[2] Am 15. April 2009 nahm Papst Benedikt XVI. das von Joseph Kardinal Zen Ze-kiun aus Altersgründen vorgebrachte Rücktrittsgesuch an. Nachfolger von Joseph Kardinal Zen Ze-kiun wurde sein bisheriger Koadjutor, John Tong Hon.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Radio Vatikan: Kardinal Zen für harte Linie 26. Januar 2007
  2. Radio Vatikan: Koadjutor für Hongkong ernannt 30. Januar 2008

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Joseph Zen Ze-kiun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
John Baptist Kardinal Wu Cheng-chung Bischof von Hongkong
2002–2009
John Kardinal Tong Hon
Chinesische Eigennamen Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Dies ist die übliche Reihenfolge im Chinesischen. Zen ist hier somit der Familienname, Joseph Ze-kiun ist der Vorname.