Joséphine de Beauharnais jr.

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Josephine von Leuchtenberg, als Königin von Schweden aus unbekanntem Jahr

Joséphine de Beauharnais (Joséphine Maximilienne Eugénie Napoléone * 14. März 1807 in Mailand; † 7. Juni 1876 in Stockholm), auch Königin Josefina, auf Schwedisch Josefina av Leuchtenberg (Josephine von Leuchtenberg), war von 1844–1859 Königin von Schweden und Norwegen. Sie war die älteste Tochter des französischen Generals Eugène de Beauharnais, Herzog von Leuchtenberg (Stiefsohn von Kaiser Napoléon Bonaparte) und der Prinzessin Auguste von Bayern und damit Enkelin der Kaiserin Joséphine von Frankreich und Enkelin des bayrischen Königs Maximilian I.

Josephine von Leuchtenberg heiratete am 22. Mai 1823 Kronprinz Oscar, später König Oscar I. von Schweden. Sie hatte fünf Kinder:

  • Karl XV. (* 3. Mai 1826; † 18. September 1872), König von Schweden und Norwegen
  • Franz Gustav (* 18. Juni 1827; † 24. September 1852), Herzog von Uppland
  • Oskar II. (* 21. Januar 1829; † 8. Dezember 1907), König von Schweden und Norwegen
  • Charlotte Eugenie (* 24. April 1830; † 24. März 1889), Prinzessin von Schweden
  • Karl Nikolaus (* 24. August 1831; † 4. März 1873), Herzog von Dalekarlien

Jugend[Bearbeiten]

Eugène de Beauharnais wurde 1805 von Napoleon zum Vizekönig des Königreichs Italien ernannt. Seine Residenz war in Mailand, wo am 14. März 1807 sein erstes Kind Joséphine geboren wurde. Sie wurde Joséphine Maximilienne Eugénie Napoléone getauft, der erste Name auf Wunsch Napoleons, der letzte als Huldigung an ihn.[1] Nur wenige Monate nach der Geburt wurde sie zur Prinzessin von Bologna ausgerufen und 1813 wurde sie zur Herrscherin von Galliera ernannt. Ihre Kindheitsjahre wohnte sie auf dem Schloss in Monza vor Mailand.[2] Eine ihrer Erzieherinnen war Philippine von Mieg (* 24. August 1784, † 20. Dezember 1862), die später den Homöopathen Dr. Gottfried Wilhelm Stüler heiratete, den Bruder des Königlichen Architekten Friedrich August Stüler in Berlin. Der Grabstein für Philippine Stüler geb. von Mieg auf dem Alten Dorotheenstädtischen und Friedrichwerderschen Friedhof in Berlin, Chausseestraße 126, trägt die Inschrift: "JOSEPHINE verw. KÖNIGIN v. SCHWEDEN u. NORW. ERRICHTETE DIESEN STEIN IN DANKBARER ERINNERUNG AN IHRE ERZIEHERIN u. FREUNDIN"[3].

Nach Napoleons Fall 1814 ging Eugène de Beauharnais ins Exil nach München. 1817 erhielt er von seinem Schwiegervater König Maximilian I. das Fürstentum Eichstätt, wo die Familie eine Residenz hatte. Im Winter wohnte sie in München, im Sommer auf dem Schloss in Ismaning und im Herbst in Eichstätt. Joséphines Muttersprache war französisch und sie und ihre Geschwister mussten auch deutsch, italienisch und englisch lernen. Die anderen Schulfächer waren Arithmetik, Geschichte, Geographie und Astronomie. Am 24. März 1821 wurde Joséphine von einem katholischen Priester gefirmt.[4] Als ältestes Kind musste sie auch auf ihre kleinen Geschwister aufpassen. Der Philosoph Friedrich von Schelling, der in München tätig war, beschreibt sie als liebenswertes und frohes Kind.[5]

Hochzeit[Bearbeiten]

Karl XIV. Johann von Schweden hatte sich seit 1821 ernsthaft mit Kronprinz Oscars Heirat beschäftigt. Es gab einige Prinzessinnen in passendem Alter, die der König für besonders interessant hielt: Du kennst meine Wünsche, ich will, daß du dich zuerst auf die junge Prinzessin von Dänemark einstellst, wenn sie dir zusagt und deine Gefühle teilt, dann auf Prinzessin von Leuchtenberg und an dritter Stelle auf sie in Kassel und an letzter Stelle auf sie in Weimar schrieb der König in einem Brief an seinen Sohn.[6] Im Mai 1822 begab sich der Kronprinz auf eine Rundreise durch Europa, um diese Prinzessinnen zu treffen. In Kopenhagen traf er die Prinzessinnen Caroline und Vilhelmine. In den Niederlanden besuchte er den königlichen Hof und war von Prinzessin Marianne entzückt, die mit damals 12 Jahren allerdings für eine Heirat noch zu jung war.[7]

Am 23. August kam Oscar zu Besuch nach Eichstätt, um die 15-jährige Joséphine und ihre Geschwister zu treffen. Vor der Ankunft des Kronprinzen war Prinz Eugène mit ihr im Park spazieren gegangen und hatte ihr erzählt, welche Absicht der schwedische Kronprinz bei seinem Besuch hatte. Sie gefiel dem Kronprinzen und am 26. August hielt er um ihre Hand an. Dass Joséphine katholisch war, war eine Sache, die vor der Ehe diskutiert wurde. Joséphine war religiös, während ihr Vater religiös indifferent war. Er bat jedoch seiner Frau Augusta zuliebe darum, dass Joséphine ihren Glauben behalten dürfe. Die schwedischen Ratgeber Wetterstedt und Löwenhielm waren unterschiedlicher Ansicht, was das Angemessenste wäre. Es gab aber einen Präzedenzfall: Joséphines künftige Schwiegermutter Desideria von Schweden hatte ihren katholischen Glauben behalten dürfen, als sie schwedische Königin wurde. In der Heiratsurkunde wurde nur festgelegt, dass Joséphine an kirchlichen Zeremonien mitwirken sollte.[8]

Kronprinz Oscar ging nach Schweden zurück, und Joséphine begann, schwedisch zu lernen. Als Graf Wetterstedt im Februar 1823 wieder nach München kam, konnte er konstatieren, dass Joséphine große Fortschritte in der Sprache gemacht hatte: Ich habe bereits die Ehre gehabt, mich mehr als eine halbe Stunde lang mit Ihrer Königlichen Hohheit auf schwedisch zu unterhalten.[9]

Landung bei Manilla am 13. Juni 1823. Unbekannter Künstler.

Die katholische Hochzeitszeremonie fand am 22. Mai 1823 in München statt, ohne dass der Kronprinz anwesend war. Joséphine wurde von ihrem Vater Eugène zum Altar geführt, während Kronprinz Oscar von Joséphines Onkel Karl von Bayern vertreten wurde. Zwei Tage später verließ Joséphine ihr Zuhause, um nach Schweden zu reisen, zusammen mit Gräfin Tascher de la Pagerie und Baronin Wurms und ihrer Kammerjungfer Berta Zück. In Lübeck traf die Gesellschaft Mariana Koskull und Gräfin Brahe und ging an Bord des Linienschiffes Carl XIII. Mit auf der Reise nach Schweden war auch Königin Desideria von Schweden, die sich 12 Jahre aus Schweden ferngehalten hatte. In Vaxholm ging Kronprinz Oscar an Bord. Als das Schiff am 13. Juni 1823 in Stockholm ankam, hatten sich Zehntausende Menschen an den Stränden versammelt.[10]

Als das Schiff in Stockholm angekommen war, gingen Joséphine und die Königin an Bord des Bootes Wasaorden und gingen bei Manilla auf Södra Djurgården an Land. Auf der Brücke warteten der König und der Kronprinz. Die Frauen fuhren dann Galawagen mit acht weißen Hengsten vorgespannt nach Schloss Haga, wo sie von Prinzessin Sofia Albertina, Schwester des verstorbenen Königs Karl XIII. von Schweden, willkommen geheißen wurden.[11] Joséphine wohnte ein paar Tage auf Haga, bevor die katholische Hochzeitszeremonie am 19. Juni bei einer Zeremonie in der Storkyrka bekräftigt wurde. Darauf folgte eine Reihe von Festlichkeiten, die in der Königlichen Oper abgeschlossen wurden, wo unter anderem Per Adolf Granbergs Frejas Hochzeit mit Musik von Franz Berwald sowie Mozarts Oper Titus aufgeführt wurden.[12]

Besuch in Norwegen[Bearbeiten]

Königin Joséphine, Gemälde von Fredric Westin, um 1835
Die königliche Familie 1857. Obere Reihe: Prinz August, Herzogin Sophia von Nassau, Prinz Oscar, Kronprinz Karl, Kronprinzessin Louise. Untere Reihe: Prinzessin Eugénie, König Oscar I., Prinzessin Louise, Königin Joséfine. Königinwitwe Desideria fehlt auf dem Bild.

Am 12. Februar 1824 beschloss der König, den Kronprinzen zum Vizekönig von Norwegen auszuersehen, und dass er zusammen mit Joséphine dorthin reisen sollte. In der norwegischen Politik war 1821 die sogenannte Vetofrage aktuell geworden. Hintergrund war, dass der König gegen das Storting nur suspensives Veto hatte, aber im August 1821 hatte der König Änderungen in der norwegischen Verfassung vorgeschlagen, die dem König ein absolutes Veto geben sollten. Im Gegenzug war der König bereit, einer Reihe norwegischer Forderungen entgegenzukommen. Die royalistische Welle, die im Sommer 1823 über Stockholm geschwappt war, hoffte der König, sollte in Kristiania ankommen, das seinerseits das Storting fügsamer machen sollte.[13]

Die Reise des Kronprinzpaares nach Norwegen wurde verschoben, als Joséphines Vater am 21 Februar 1824 verstarb. Am 5. April verließ das Paar Stockholm und reiste über Västerås, Örebro, Karlstad, Kongsvinger nach Kristiania, wo sie am 11. April ankamen. Das Kronprinzpaar wohnte auf der königlichen Residenz in Kristiania. Vormittags gab Joséphine Empfang und nachmittags machte sie offizielle Besuche in Schulen oder Pfarrhäusern. Abends hatte man Gäste und anschließend setzte sich das Kronprinzpaar gemeinsam hin und ging diejenigen Akten durch, die seine Unterschrift verlangten. Nach sechs Wochen reiste das Paar nach Kloster Herrevad in Skåne, um den dortigen militärischen Übungen beizuwohnen.[14] Im August kehrten sie nach Kristiania zurück. Da das Storting dem König kein absolutes Veto geben wollte, musste der Kronprinz der Auflösung des Stortings beiwohnen. Nach der Auflösung reiste das Kronprinzpaar in Norwegen herum. Am 11. Oktober verließen sie Kristiania für die Rückreise nach Schweden via Fredrikshald.[15]

Kinder[Bearbeiten]

Am 3. Mai 1826 wurde das erste Kind des Kronprinzpaares Karl geboren und innerhalb weniger Jahre vier Geschwister. Für die Kinder wurde im südöstlichen Teil des Stockholmer Schlosses, zum Burghof hin ein eigenes Zimmer eingerichtet. Im Herbst 1834 waren die zwei ältesten Söhne alt genug, um von zwei Lehrern betreut zu werden, dem Philosophen Christopher Jacob Boström und dem norwegischen Lehrer Otto Aubert. Joséphine gab Aubert weite Befugnisse, was Disziplin angeht. In einem Brief an Kaiserin Karolina Augusta von Österreich erklärte Joséphine, wie sie darauf achtete, die Kinder nicht zu verwöhnen. Aubert beschrieb die Kronprinzessin als immer liebenswert, schlicht, natürlich und angenehm im Umgang. Er war erstaunt über ihre Bildung, einmal fragte sie ihn, was er von dem deutschen Philosophen Schlegel hielt.[16]

Kronprinz Karl hatte sich in eine von Joséphines Hofdamen verliebt, Fräulein Sigrid Sparre, doch dem setzte Joséphine 1848 ein Ende, indem Sigrid Sparre den Hof verlassen musste, trotz Protesten des Kronprinzen. Bei Karl XV. hinterließ sie jedoch eine bleibende Spur, bei seinem Tod bekannte er Sigrid Sparres Bruder: Deine Schwester war meine einzige Liebe - wäre sie mein geworden, wäre ich ein anderer Mensch gewesen. Karl XV. glaubte, dass hinter dem resoluten Handeln der Mutter ihr katholischer Beichtvater Studach stand, und das Ereignis vertiefte noch seine Antipathie gegen den Katholizismus. Für ihn würde der Katholizismus das gleiche werden wie Jesuitentum und heimliche Ränke.[17] Als Karl im September 1857 aufgrund seines Vaters Krankheit Regent wurde, war der Reichstag mit der Frage der Religionsfreiheit beschäftigt, unter anderem der Aufhebung des Konventikelplakates[18], einer Frage, hinter der Oscar her war. Heimlich arbeitete Karl während der Regierungszeit dafür, dass der Reichstag den Vorschlag annehmen sollte, was auch geschah.[19]

Politischer Einfluss[Bearbeiten]

Als Oscar I. König wurde, bekam Joséphine einen erhöhten Einfluss auf die Politik, und für Oscar wurde seine Frau der einzig wirklich vertraute Ratgeber. Ihr konkreter Einfluss ist schwer zu ermitteln, aber erhaltene Briefe von Joséphine an ihre Tante Elisabeth Ludovika von Bayern, Königin von Preußen, zeigen, dass sie im Schleswig-Holsteinischen Krieg, der 1848 ausbrach, Frieden zu vermitteln versuchte. Kronprinz Karl bezeichnet sie als diejenige, die hinter dem Novembervertrag 1855 zwischen Schweden-Norwegen auf der einen sowie Frankreich und Großbritannien auf der anderen stand (Joséphine war Cousine von Napoléon III. und Patin von Napoleon IV. [20]). Jedenfalls spielte sie eine wichtige Rolle in der Geheimdiplomatie von Oscar I.[21]

Religiöser Glaube[Bearbeiten]

Joséphine von Leuchtenberg. Gemälde von Fredric Westin, 1837
Krönung am 28. September 1844. Aquarell von Fritz von Dardel

Als Joséphine das erste Mal nach Schweden kam, begleitete sie der Schlosskaplan der Familie, Jakob Laurenz Studach. Er wurde ihr Beichtvater, betreute aber auch die kleine katholische Gemeinde in Stockholm, später avancierte er zum Apostolischen Vikar. Katholik in Schweden zu sein war damals mit harten Restriktionen belegt und die katholische Messe war nur den österreichischen, französischen, spanischen und portugiesischen Botschaftern in Stockholm erlaubt. Missionstätigkeit war ausgeschlossen, und Schweden, die sich zum Katholizismus bekehrten wurden mit Landesverweisung bestraft. Die Gemeinde war daher sowohl klein als auch arm.[22]

Nach Gustaf III:s Toleranzedikt 1781 hatte die katholische Gemeinde vier Oberhäupter oder Apostolische Vikare gehabt. Nach dem Ableben von Johann Baptist Gridaine, Beichtvater von Königin Desideria, 1833 wurde Studach das neue Gemeindeoberhaupt. Die Gemeinde war arm, aber Studach gelang es Mittel aus dem Ausland für den Bau einer katholischen Kirche, Sankta Eugenia an der Norra Smedjegata in Stockholm zu sammeln. Der Name war eine Huldigung sowohl an die Kronprinzessin als auch an die Königin, deren Vorname Eugenia war, aber auch an den Vater der Kronprinzessin, Eugène de Beauharnais.[23]

Joséphines katholischer Glaube machte ihr zeitlebens Schwierigkeiten. Nach Kronprinz Karls Geburt wurde sie laut Lundebeck (1943) vom Konsistorium gebeten, an einem protestantischen Kirchentag in der Nikolaikirche (Stockholm) teilzunehmen, ein Wunsch, dem König Karl Johan nachkam. Die Zeremonie beinhaltete unter anderem, dass Joséphine vor dem Erzbischof die Knie beugte. Laut Lundebeck nahm Joséphine nur mit größtem Widerwillen teil.[24]

Am 28. September 1844 wurde Joséphine in der Storkyrka zur Königin gekrönt. Sie saß auf Königin Kristinas Silberthron und bekam vom Erzbischof mit Öl die Stirn gesalbt und vom Erzbischof und Graf Lagerbjelke die Handgelenke. Danach hoben die Herolde ihre Stäbe und riefen aus: Nun ist Königin Joséphine Maximiliana Eugenia zu Schwedens, Göthes und Wendes Königin gekrönt, sie und niemand sonst. Weder Oscar I noch Joséphine wurden allerdings in Norwegen gekrönt. Die Regierung in Norwegen wünschte sicherlich Bescheid über die Krönung, merkte aber an, dass der Nidarosdom in Trondheim im Verfall begriffen war und dass eine Aufrüstung hohe Kosten mit sich brächte. In Norwegen war der Bischof von Trondheim, Hans Riddervold, gegen die Krönung der Königin und führte staatsrechtliche Gründe an: Nach der norwegischen Verfassung war die Königin unter allen Umständen davon ausgeschlossen, die Regierung zu führen und die Krönung sollte nur eine leere Zeremonie sein. Oscar I wollte nicht in Norwegen gekrönt werden, wenn nicht die Königin gleichzeitig gekrönt würde. Die Frage der norwegischen Krönung kam bis 1853 mehrmals wieder, ohne dass sie je realisiert wurde. Braun (1950) schließt nicht aus, dass Riddervolds Widerstand eigentlich auf Joséphines Glauben beruhte.[25] Lundebeck (1943) behauptet, dass der norwegische Erzbischof sich weigerte, eine katholische Königin zu krönen.[26]

Reisen[Bearbeiten]

Aufgrund Oscars I schlechter Gesundheit 1852 empfahlen die Ärzte eine Gesundheitskur in Bad Kissingen in Deutschland. In Juli desselben Jahres reiste das Königspaar zusammen mit Prinzessin Eugenie und Prinz Gustav. In München besuchte Joséphine ihre Schwester Theodolinde. Der König war schnell wiederhergestellt, und Anfang September reiste die Familie wieder heim. Von Lübeck fuhr man mit der Dampfkorvette Thor nach Norwegen, musste aber wegen starken Seegangs vor Friedrichshafen an der dänischen Ostküste die Anker werfen. Weil die Familie in Kristiania erwartet wurde, beschloss der König, trotz des Sturms auf dem Kattegat, die Reise fortzusetzen. Als das Schiff am 16. September in Kristiania ankam, hatte der Prinz hohes Fieber. Schnell zeigte sich, dass er an Typhus litt, und er wurde immer schwächer. Am 24. September starb er.

Nach Prinz Gustafs plötzlichem Tod wurden sowohl der König als auch Prinzessin Eugenenie schwer krank und für den gesamten Herbst bettlägerig. Joséphine schrieb an Oscars Leibarzt Magnus Huss in Paris und bat ihn, schnellstens zurückzukommen. Als Huss den König genauer untersucht hatte, stellte er fest, dass des Königs Leben in Gefahr war. Laut Erzbischof Reuterdahl hatten die Königin und ihr Beichtvater sich in der katholischen Betkapelle des Schlosses eingeschlossen und zu Gott für die schnelle Genesung der zwei gebetet. Schnell zeigte sich bei dem kranken König eine Besserung, die Joséphine der Kraft des Gebets zuschrieb.[27]

Josephine 1874

1872 reiste Joséphine nach Portugal zu einem letzten Besuch bei ihrer todkranken Schwester Amélie, Witwe des Kaisers Peter I. von Brasilien. Über Paris kam sie nach Madrid, wo sie vom spanischen König Amadeus I. auf El Escorial empfangen wurde. In Lissabon besuchte sie 15 Tage ihre lungenkranke Schwester. Vermutlich sprachen sie über Amélies Testament, das Joséphine zur Haupterbin von Amélies großem Vermögen machte. Joséphine durfte auch die Leitung des Hospicio Donna Maria Amélia übernehmen, eines Pflegeheims für Lungenkranke auf Madeira, das seinen Namen nach Amelies Tochter Maria Amalia hatte, die dort 1853 gestorben war. Die Heimreise ging über Lourdes und einen längeren Aufenthalt in Bayern. Als sie sich am 18. September 1872 auf dem Heimweg befand, bekam sie in Hamburg ein Telegramm, dass ihr Sohn Karl XV. schwer krank war. Der schwerkranke König starb am gleichen Tag in Malmö, wo Joséphine zwei Tage später ankam.[28]

Im Mai 1875 reiste Joséphine mit kleinem Gefolge nach Rom, um den Papst zu treffen. Die Reise wurde incognito als Gräfin von Tullgarn vorgenommen. In Rom wurde sie von König Viktor Emanuel II. empfangen und erhielt eine Audienz bei Papst Pius IX., mit dem sie seit den 1850er Jahren Briefkontakt gehabt hatte. Trotz ihres Alters schaffte sie den Aufstieg auf die Kuppel des Petersdoms. Auf dem Heimweg hatte sie die Absicht, in Tegernsee in Bayern ihren Onkel Karl von Bayern zu treffen. Unglücklicherweise starb er wenige Tage vorher bei einem Reitunfall. In Salzburg bekam sie Gelegenheit, die französische Exkaiserin Eugénie von Frankreich zu treffen, Witwe von Napoleon III..[29]

Ableben[Bearbeiten]

Ende Mai 1876 wurde die Königinwitwe Joséphine immer schwächer. Sie bat den früheren Justizminister Louis de Geer, ihr Testamentsvollstrecker über ein Vermögen zu sein, das bis 9,5 Millionen Kronen ging. Am 7. Juni um 3 Uhr 30 verstarb sie. Der Begräbnisgottesdienst fand im Rittersaal des Serafimerordens auf dem Stockholmer Schloss statt. Tags darauf fand die Beisetzung in der Riddarholmskyrkan statt. Nach der Gedächtnisrede des Erzbischofs Anton Niklas Sundberg wurde der Sarg in der bernadottischen Krypta platziert.

Wohltätigkeit[Bearbeiten]

Drottning Joséphine, Gemälde von Sophie Adlersparre

Josefina war Mitglied und gründete oder nahm unter ihre Schirmherrschaft eine Reihe von Vereinen. Davon können angeführt werden[30]:

  • Sällskapet de fattigas vänner wurde 1826 gegründet, um armen Witwen mit Kindern zu helfen
  • Sällskapet för öm och sedlig modersvård entstand 1827 mit dem Ziel, armen Müttern in Stockholm zu helfen
  • Sällskapet till dugligt och troget tjänstefolks belönande entstand 1828 um die Dienstboten in Stockholm zu mehr Arbeitsfleiß zu ermuntern
  • Sällskapet till arbetsamhetens uppmuntran entstand 1833 um die Arbeit armer Frauen zu regeln, besonders zur Winterzeit
  • Sällskapet för inhemsk silkesodling entstand um zum Anbau von Maulbeersträuchern zu ermutigen
  • Institutet för dövstumma och blinda (Institut für Taubstumme und Blinde) entstand 1808. Josefina war wortführend nachdem Königin Desiderias 1860 starb.
  • Stiftelsen Josephinahemmet wurde 1873 aufgebaut um nicht arbeitsfähigen Mitgliedern der römisch-katholischen Gemeinde in Stockholm Schutz und Fürsorge zu geben.

Während ihrer Zeit als Kronprinzessin unterstützte sie finanziell die Malerin Sophie Adlersparre.[31]

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Braun: Silvertronen. En bok om drottning Josefine av Sverige-Norge. Norlins förlag, Stockholm 1950.
  • Carl Hallendorff: Från Karl XV:s dagar. Personer och händelser. Norstedts, Stockholm 1924.
  • Anders Lundebeck: Joséphine av Sverige-Norge, Gustaf V:s farmoder. Medéns förlags AB, Stockholm 1943.
  • Alma Söderhjelm, Carl-Fredrik Palmstjerna: Oscar I. Bonniers, Stockholm 1944.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Josefina av Leuchtenberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgängerin Amt Nachfolgerin
Désirée Clary Königin von Schweden
1844–1859
Luise von Oranien-Nassau

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Braun (1950), S. 43
  2. Svenskt biografiskt handlexikon (Link)
  3. Alfred Etzold/Wolfgang Türk: Der Dorotheenstädtische Friedhof. Die Begräbnisstätten an der Berliner Chausseestraße, Berlin 1993 - Christian Links Verlag Berlin, S. 47
  4. Söderhjelm/Palmstjerna, S. 110-112
  5. Braun (1950), S. 45
  6. Brief von Karl Johan an Oscar, 27. Mai 1822. Zitiert aus Söderhjelm (1944) , S. 96
  7. Söderhjelm (1944), S. 98-103
  8. Söderhjelm (1944), S. 112-118
  9. Brief von Gustaf von Wetterstedt an König Karl Johan. Zitiert aus Söderhjelm (1944), S. 121
  10. Söderhjelm (1944), S. 124-127, Lundebeck (1943), S. 48
  11. Braun (1950), S. 17-19
  12. Söderhjelm (1944), S. 128-129
  13. Söderhjelm (1944), S. 130-132
  14. Lundebeck (1943), S. 168-170
  15. Söderhjelm (1944), S. 150
  16. Braun (1950), S. 56-65
  17. Braun (1950), S. 197-208
  18. Konventikkelplakaten war ein Gesetz vom 3. Januar 1741, welches verbot, dass ein Prediger Versammlungen (Konventikel) ohne Zustimmung des Ortspfarrers abhielt und richtete sich gegen die Laienprediger. Es wurde 1842 aufgehoben, womit die Entwicklung zur Versammlungsfreiheit in Norwegen eingeleitet wurde. Artikel Konventikkelplakaten in der norwegischen Wikipedia.
  19. Hallendorff (1924), S. 55-56
  20. Braun (1950), S. 291
  21. Svenskt biografiskt lexikon, Band 20, Schlagwort „Josefina“
  22. Braun (1950), S. 103-120
  23. Braun (1950), S. 120-130
  24. Lundebeck (1943), S. 191-192
  25. Braun (1950), S. 140-149
  26. Lundebeck (1943), S. 321
  27. Braun (1950), S. 183-184
  28. Braun (1950), S. 250-252
  29. Braun (1950), S. 277-292
  30. Braun (1950), S. 323
  31. Svenskt biografiskt lexikon, Band 1, Schlagwort „Sophie Adlersparre“