Josip Skoblar

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Josip Skoblar (* 12. März 1941 in Privlaka, heute Kroatien) ist ein ehemaliger jugoslawischer Fußballspieler und -trainer.

Der Stürmer Skoblar begann seine Karriere bei NK Zadar 1958. Bereits 1959 wechselte er zum Spitzenclub OFK Belgrad, wo er bis 1966 spielte. Hier wurde er jugoslawischer Fußballnationalspieler und nahm an der Fußball-Weltmeisterschaft 1962 in Chile teil, bei der Jugoslawien im Viertelfinale gegen Deutschland gewann und nach der Halbfinalniederlage gegen die Tschechoslowakei Vierter wurde. Skoblar bestritt für Jugoslawien 32 Länderspiele und erzielte dabei 11 Tore.

1966 wechselte er ins Ausland zum französischen Klub Olympique Marseille. Trotz seiner hohen Trefferquote (13 Tore in 15 Erstligaeinsätzen) verließ er Marseille nach weniger als einem Jahr und ging in die Fußball-Bundesliga zu Hannover 96, für das er binnen drei Jahren in 57 Bundesligaspielen 31 Tore schoss.

1970 kehrte er zu Olympique Marseille zurück, wo er sich in die Herzen der Fans schoss und auch im frühen 21. Jahrhundert immer noch als der beste Stürmer gilt, den die Phocéens – trotz zweier Goalgetter vom Format eines Gunnar Andersson und eines Jean-Pierre Papin – je hatten.[1] Gleich in seiner ersten Saison nach der Rückkehr erzielte er 44 Tore in der Division 1, was bis heute Trefferrekord in der französischen Liga ist. 1972 gelangen ihm 30, 1973 26 Tore (womit er jeweils erneut Torschützenkönig wurde) und auch 1974 noch 20 Treffer. Skoblar stellte einen weiteren „Rekord für die Ewigkeit“ auf, indem er in seinen ersten 100 Ligaspielen ebenso viele Tore schoss. Als er 1975 seine Spielerkarriere beendete, hatte er für Olympique in 174 Punktspielen 151 Treffer erzielt; dazu kamen mehrere Erfolge in den nationalen und internationalen Pokalwettbewerben. 1972 gewann er Meisterschaft und Pokal (mit einem Skoblar-Tor beim 2:1-Finalsieg über SEC Bastia) und damit den Doublé.

Auch als Sportdirektor war er ab 1977 zeitweise bei Olympique Marseille beschäftigt, in den 1990ern zudem als Spielerscout. Außerdem trainierte er in der Saison 1987/88 als Nachfolger von Ernst Happel den Hamburger SV, wurde dort allerdings bereits nach 15 Spieltagen wegen Erfolglosigkeit entlassen. Erfolge hatte er als Trainer des HNK Hajduk 1986/87 und 1990/91.

1994 war er Trainer des Olympique Nîmes.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diese Bewertung und sämtliche statistischen Angaben aus Alain Pécheral: La grande histoire de l'OM. Des origines à nos jours. Éd. Prolongations, o.O. 2007 ISBN 978-2-916400-07-5, S. 207–211 und Anhang S. 371–491