Josua Maaler

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Josua Maaler (1529–1599)

Josua Maaler, auch Josua Maler (* 15. Juni 1529 in Zürich; † 5. Juni 1599 in Glattfelden), war ein Schweizer Pfarrer und Lexikograph. Er ist der Verfasser des ersten auf die deutsche Sprache fokussierten Wörterbuchs.

Leben[Bearbeiten]

Josua Maaler wurde 1529 in Zürich geboren. Sein Vater, Balthasar Maaler, war ein Buchbinder aus Villingen im Schwarzwald, der sich 1524 in Zürich niedergelassen hatte; seine Mutter war Äbtissin von Königsfelden. Josua Maaler studierte in Zürich, Lausanne und Oxford Theologie. Er wurde am 4. März 1552 zum Pfarrer in Witikon gewählt; schon 1553 zog er weiter nach Elgg, wo er sein Wörterbuch Die Teütsch Spraach verfasste, und 1571 wurde er Pfarrer in Bischofszell. 1582 trat Maaler eine Pfarrstelle in der Stadt Winterthur an; hier engagierte er sich für die Erneuerung des Schulwesens, insbesondere der Mädchenschule. 1598 wechselte er nach Glattfelden, wo er 1599 starb.

Werk[Bearbeiten]

Maalers Wörterbuch Die Teütsch spraach, gedruckt 1561 in Zürich, ist das erste grosse deutsche Wörterbuch, das in der Lemmatisierung konsequent von der deutschen Sprache ausgeht. Zwar gab es schon vorher mit Petrus DasypodiusDictionarium Latinogermanicum von 1536 und Johannes FriesNovum Dictionariolum puerorum Latinogermanicum von 1556 Wörterbücher mit einem deutsch-lateinischen Teil; Maalers Werk wies jedoch mit seinen 1071 Seiten einen beträchtlich grösseren Umfang als die beiden genannten auf und war das erste ausschliesslich deutsch-lateinische Wörterbuch; der Titelbestandteil dergleychen bishär nie gesähen bezieht sich damit auf diese beiden Gegebenheiten.

Die Teütsch spraach stellt im Wesentlichen eine Umsortierung der Vorlage des lateinisch-deutschen Wörterbuchs Dictionarium Latino-Germanicum von Johannes Fries dar, der wiederum das Lateinisch-Französische Dictionarium seu Linguae Latinae Thesaurus von Robert Estienne verarbeitete. Im Weiteren lassen sich Einflüsse aus Conrad Gesners Wortsammlungen nachweisen. Anders als Fries, der bewusst sowohl regional-schweizerischen als auch solchen der ausserschweizerischen Gemeinsprache einbezog, erarbeitete Maaler ein Wörterbuch für den oberdeutschen beziehungsweise schweizerischen Sprachraum, was auch im lateinischen Titel (superioris praesertim) und in der Einleitung (Digestae sunt ordine Alphabetico, à superioribus Germanis et Heluetijs usurpatae) zum Ausdruck gebracht wird.

Von Maalers Teütscher spraach gibt es weder Neuauflagen noch Nachdrucke. Ob das daran liegt, dass es zu sehr von Fries und Estienne abhängig[1] oder aber sprachlich zu stark auf die Schweiz begrenzt war, muss dahingestellt bleiben. Mehr oder weniger gesichert ist jedoch sein Einfluss sowohl auf die spätere deutsche als auch auf die zeitgenössische niederländische Lexikographie.[2]

Publikationen[Bearbeiten]

  • Die Teütsch spraach. Alle wörter, namen und arten zuo reden in Hochteütscher spraach, dem ABC nach ordenlich gestellt unnd mit guotem Latein gantz fleissig unnd eigentlich vertolmetscht, dergleychen bißhär nie gesähen / Dictionarium germanicolatinum novum . Hoc est, Linguae Teutonicae, superioris praesertim, thesaurus / durch Josua Maaler, Burger zuo Zürich = a Iosua Pictorio Tigurino confectus & in lucem nunc primum editus. Mit Vorrede von Conrad Gesner. Christophorus Froschouerus, Tiguri 1561. Reprint: Olms, Hildesheim 1971. Digital: e-rara.
  • Handschriftlich und im 19. Jahrhundert lediglich auszugsweise gedruckt, liegen überdies eine Beschreibung der Reise nach Oxford und eine Autobiographie vor.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Grubmüller, Klaus: Die deutsche Lexikographie von den Anfängen bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts. In: Hausmann, F. J. u. a.: Wörterbücher. Berlin, New York 1990, S. 2037-2049, ISBN 3-11-012420-3, S. 2045.
  2. Wilfried Kettler (siehe «Literatur»), S. 625.