Journée des dupes

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Als Journée des Dupes oder Tag der Geprellten wird ein zentrales Ereignis in der Geschichte Frankreichs bezeichnet, der 11. November 1630, der zu einem klassischen Datum in der Politik und der Diplomatie wurde.

Kontext[Bearbeiten]

Nachdem er die Freiheit der Hugenotten beschränkt hatte, wollte sich Kardinal Richelieu mit den deutschen Protestanten gegen die Habsburger und die Katholiken verbünden, ein Plan, dem die religiöse Partei (Parti dévot) unter Führung der Königinmutter Maria von Medici und Gaston von Orléans, dem jüngeren Bruder des Königs, ablehnend gegenüberstand.

Der 11. November[Bearbeiten]

Der Parti dévot gelang es, den König von einem Bündnis mit den katholischen Habsburgern zu überzeugen, was die Entlassung Richelieus einschloss. Zur Sicherung der Entscheidung ließ sie danach die Tore des Palais du Luxembourg schließen, doch dem Kardinal gelang es trotzdem, in den Palast zu gelangen, zum König vorzudringen und seine Position zu erläutern.

Ludwig XIII. änderte in diesem Gespräch seine Position völlig, brach mit seiner Mutter und seinem Bruder – und zog sich umgehend ins Schloss Versailles zurück. Richelieu war in seinem Amt als leitender Minister bestätigt und hatte an diesem Tag den Gipfel seiner Macht erreicht.

Folgen[Bearbeiten]

Nach diesem Sieg ging Richelieu gnadenlos gegen die Opposition vor, den hohen Adel, der sich im Vertrauen auf die Entscheidung des Königs und den Sieg der Parti dévot hinter die Königinmutter geschart hatte. Adelige wurden vor Gericht gestellt und auch hingerichtet, ihre Burgen geschleift, falls sie nicht für Aufgaben der Grenzsicherung weiterhin gebraucht wurden. Maria von Medici wurde erst in Compiègne unter Hausarrest gestellt und 1631, als sie ihren Kampf gegen Richelieu nicht aufgab, zur Flucht nach Brüssel gezwungen.

Die Entmachtung des Adels gab Richelieu Gelegenheit, den Absolutismus durchzusetzen. Adel, Klerus und die Parlamente wurden entmachtet, behielten nur die Rechte, die den Interessen des Königs nicht im Wege standen. 1635 gründete Richelieu die Académie française, mit der er sogar die französische Sprache und die französische Literatur von oben her steuern konnte. Auf dem Gebiet der Wirtschaft ist seine Politik mit dem Begriff des Merkantilismus verknüpft.

Die in Frankreich geläufige Bezeichnung für diesen Tag stammt von Guillaume de Bautru, comte de Serrant (1588-1665): „C'est la journée des dupes!“

Literatur[Bearbeiten]

  • Georges Mongredien: 10 novembre 1630. La journée des dupes, Collection Trente journées qui ont fait la France, Nouvelle Revue Française, Paris 1961
  • Klaus Malkette: Frankreichs Reichspolitik zur Zeit des Dreissigjährigen Krieges und des Westfälischen Friedens in Politik, Religion, Recht und Gesellschaft, Texband 1 zum Ausstellungskatalog der 26. Europaratsausstellung: "1648 - Krieg und Frieden in Europa" online
  • Charles Vialart: Histoire du Ministère d'Armand Jean Du Plessis cardinal duc de Richelieu: sous le regne de Louis Le Juste: XIII du Nom, Roy de France et de Navarre. Avec des Reflexions Politiques et diverses Lettres, contenant les Négociations des Affaires de Piedmont & du Montserrat, 1649