Journalismus

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Traditional journalists at work in 1940's

Journalismus bezeichnet die periodische publizistische Arbeit bei der Presse, in Online-Medien oder im Rundfunk. Zur Entstehung des Journalismus siehe den eigenen Beitrag Geschichte des Journalismus, zur wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Journalismus siehe Journalistik, Medienwissenschaft oder Kommunikationswissenschaft.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Aufgabe

Journalismus trägt zur öffentlichen Meinungsbildung bei. Er wird deshalb oft als vierte Gewalt im Staat bezeichnet (vgl. Fabris 1981). Wolf Schneider und Paul-Josef Raue (2006) definieren die Aufgabe des Journalismus' als eine zweifache: „Durch den Dschungel der irdischen Verhältnisse eine Schneise der Information zu schlagen - und den Inhabern der Macht auf die Finger zu sehen.“

Mit dem Entstehen von Leserreportern und User Generated Content verändert sich die Rolle der Journalisten, vgl. die Diskussion um den Verlust der Schleusenwärter-Funktion.

[Bearbeiten] Tätigkeiten

Walther von La Roche (2008) definiert das journalistische Berufsbild anhand der Tätigkeiten:

Mit der Veränderung des Berufsbildes seit den 90er Jahren sind für Journalisten bei all diesen Arbeiten

  • Management-Tätigkeiten und
  • der Einsatz der Computertechnik

stärker in den Vordergrund getreten.

Immer mehr freie Journalisten arbeiten, um zu überleben, nicht mehr ausschließlich im klassischen Journalismus, sondern zusätzlich im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Das kann zu Interessenkonflikten führen. Das Netzwerk Recherche und andere Verbände und Gruppen fordern deshalb eine strikte Trennung der Tätigkeiten von Journalismus und Pressearbeit.

[Bearbeiten] Medien

Praktisch jede moderne Form der Nachrichtenübermittlung kann als Medium für den Journalismus dienen:

Je nach Sparte kommen Texte, Fotos, Informationsgrafiken, Originaltöne und bewegte Bilder zum Einsatz.

[Bearbeiten] Darstellungsformen

Die Textsorten im Journalismus ziehen sich durch alle Medien: Meldung, Nachricht, Bericht, Reportage, Interview, Kommentar usw. sind journalistische Darstellungsformen. Information und Meinungsdarstellung/Kommentierung sollen für den Leser deutlich erkennbar getrennt sein (1. Trennungsregel).

Quellen: Häufig werden Meldungen von Nachrichtenagenturen verwendet und bei Bedarf gekürzt oder um Ergebnisse eigener Recherche erweitert. Weitere Methoden sind persönliche Recherchen, Telefonrecherche, Archivrecherche und Recherche im Internet.

In der Praxis werden oft auch Presseerklärungen (auch: „Originaltexte“) von Unternehmen und Institutionen unverändert übernommen. Damit wächst der Einfluss der Public Relations auf den Journalismus.

Grundsätzlich muss laut Presserecht der redaktionelle Teil eines Mediums unabhängig vom Anzeigenteil (Werbung) erstellt werden (2. Trennungsregel).

[Bearbeiten] Kategorisierungsversuche

Nach den journalistischen Handlungsrollen unterscheiden die Kommunikationswissenschaftler Ulrich Saxer und Siegfried Weischenberg zwischen

Diese journalistischen Rollenbilder sind jedoch nie in idealtypischer Ausprägung anzutreffen.

Immer dann, wenn der Journalismus gezielt auf die Erweiterung von Handlungsressourcen der Rezipienten abzielt, wird vom Ratgeberjournalismus gesprochen.

Eine weitere Einteilung orientiert sich an den Berichterstattungsfeldern (Fachjournalismus) und Ressorts. Beispiele: Kulturjournalismus, Wirtschaftsjournalismus, Wissenschaftsjournalismus, Technikjournalismus.

[Bearbeiten] Medienrecht und Medienethik

Medienrecht: Die Pressefreiheit im Grundgesetz und in den Landespressegesetzen der jeweiligen Bundesländer ist die rechtliche Grundlage der journalistischen Tätigkeit. Für den Rundfunk gibt es den Rundfunkstaatsvertrag, für die Online-Medien das Telemediengesetz. Daneben muss der Journalist in seiner täglichen Arbeit etwa Persönlichkeitsrechte und Urheberrechte beachten. Verletzt eine Veröffentlichung diesen Rahmen, kann auf Schadenersatz und Unterlassung geklagt werden. Es besteht grundsätzlich das Recht auf Gegendarstellung. Medien sind zur Angabe verantwortlicher Personen im Impressum verpflichtet.

Medienethik: selbstverpflichtende Kontrollinstanzen sind darüber hinaus der Deutsche, Österreichische und Schweizer Presserat. Sie überprüfen die Einhaltung der selbstgeschaffenen journalistischen Kodizes und rügen - ohne rechtliche Konsequenzen - Verstöße. Als einschlägige Kodizes sind zu nennen: Pressekodex, Ehrenkodex für die österreichische Presse, Erklärung der Pflichten und Rechte.

[Bearbeiten] Siehe auch

Portal Portal: Medienwissenschaft – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Medienwissenschaft

[Bearbeiten] Literatur

  • Christopher Beltz, Michael Haller, Armin Sellheim: Berufsbilder im Journalismus. UKV, Konstanz 1999.
  • Steffen Burkhardt (Hrsg.): Praktischer Journalismus. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2009, ISBN 978-3-486-58638-1.
  • Hans Heinz Fabris: Massenmedien - Instrumente der "Skandalisierung" oder "Vierte Gewalt"?: zum Kontrollpotential der Medien. In: Christian Brünner (Hrsg.): Korruption und Kontrolle. Böhlau, Wien 1981, ISBN 3-2050-8457-8, S. 239-264.
  • Walther von La Roche: Einführung in den praktischen Journalismus. 18. Auflage. Berlin 2008 (http://www.journalistische-praxis.de/pj). Website zum Buch mit weiterführenden Informationen zum Journalismus
  • Dagmar Lorenz: Journalismus. 337, Sammlung Metzler, Stuttgart u. Weimar 2002.
  • Claudia Mast (Hrsg.): ABC des Journalismus. 11. Auflage. Konstanz 2008, ISBN 3-89669-419-7.
  • Franz Ronneberger: Kommunikationspolitik. 3 Bände. Mainz: v. Hase & Koehler, 1978 – 1986, Kommunikationswissenschaftliche Bibliothek, Band 6, 7 und 8. Hrsgg. von Hans Bausch, Bernward Frank, Ernst Fuhr, Karl Holzamer, Fritz Hufen u. v. a.
  • Stephan Ruß-Mohl: Journalismus. Das Hand- und Lehrbuch. Frankfurt a.M. 2003, ISBN 3-9341-9162-2.
  • Heike Schmoll: Journalismus. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. Hrsg. von Hans Dieter Betz, Don S. Browning, Bernd Janowski, Eberhard Jüngel. Band 4: I-K, 4. völlig neu bearb. Auflage, Tübingen: Mohr Siebeck, 2001, LXXI, 962 Seiten, ISBN 978-3-16-146904-6
  • Wolf Schneider, Paul-Josef Raue: Das neue Handbuch des Journalismus. 2. überarb. Auflage. Reinbek 2006.
  • Siegfried Weischenberg (Hrsg.): Handbuch Journalismus und Medien. UKV, Konstanz 2005, ISBN 3-89669-429-4.
  • Leon Tsvasman (Hrsg.): Das große Lexikon Medien und Kommunikation. Kompendium interdisziplinärer Konzepte. Ergon, Würzburg 2006, ISBN 3-89913-515-6.

[Bearbeiten] Weblinks

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