Journalistenpreis
Journalistenpreise sind Auszeichnungen für exzellente journalistische (Sparten-) Arbeiten in dem von der Ausschreibung erfassten Zeitraum, der gewöhnlich ein oder zwei Jahre umfasst.
Im deutschen Sprachraum spielen Journalistenpreise nicht die herausragende Rolle, die beispielsweise der Pulitzer-Preis in den USA hat.
Renommierte deutschsprachige Journalistenpreise [Bearbeiten]
Journalistenpreise mit besonders hohem Ansehen [Bearbeiten]
| Journalistenpreis | Stifter / Träger | Jury | Seit | Vergabe |
|---|---|---|---|---|
| Henri Nannen Preis für journalistische Arbeiten in deutschsprachigen Zeitungen, Zeitschriften und Online-Medien |
Seit 2005 stern und G+J; hervorgegangen aus dem Egon Erwin Kisch-Preis | 12 Journalisten, u. a. Gaede, Kilz, di Lorenzo, Markwort, Schirrmacher und Schnibben | 2005 | Wird jährlich in fünf Kategorien sowie für Pressefreiheit und Lebenswerk vergeben; insgesamt dotiert mit 30.000 EUR. |
| Theodor-Wolff-Preis für Essays, Kommentare und Reportagen in deutschsprachigen Zeitungen |
Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) | 9 Zeitungsjournalisten, u. a. Mika und Vorkötter | 1962 | Wird jährlich in einer Klasse fünfmal gleichwertig vergeben und ist mit je 6.000 EUR dotiert. Zusätzlich kann ein Preis für das Lebenswerk vergeben werden. |
| Zürcher Journalistenpreis für in der Deutschschweiz veröffentlichte Arbeiten |
Zürcher Presseverein (ZPV) | 5 Schweizer Journalisten, u. a. Margrit Sprecher | 1981 | Wird jährlich vergeben. Zusätzlich kann ein Preis für das Lebenswerk vergeben werden. |
| Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis für in Österreich veröffentlichte Arbeiten |
Ursprünglich ÖGB und BAWAG, seit 1984 Österreichischer Journalisten Club (ÖJC) | Journalisten, die Mitglieder des ÖJC sind. | 1964 | Wird alle zwei Jahre einmal vergeben, und ist mit 7.000 EUR dotiert. |
Journalismus allgemein [Bearbeiten]
- Alternativer Medienpreis – der Alternative Journalistenpreis (in versch. Sparten insg. 4.000 Euro jhrl. seit 1999 von Nürnberger Medienakademie e.V. und Stiftung Journalistenakademie)
- Emma-Journalistinnen-Preis (für Journalistinnen drei Preise von insgesamt 4.500 Euro alle zwei Jahre seit 1990 von EMMA und dem nordrhein-westfälischen Frauenministerium)
- Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis (Fernseh-Journalismus bis zu 5.000 Euro jhrl. seit 1995 vom Friedrichs-Freundeskreis)
- Hansel-Mieth-Preis (für Autoren-Fotografen-Team 6.000 Euro jhrl. seit 1998 von Reportagen-Agentur Zeitenspiegel)
- Hildegard-von-Bingen-Preis für Publizistik (5.000 Euro jhrl. seit 1995 von Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz)
- Österreichischer Zeitschriftenpreis (3.000 Euro jhrl. seit 1983 vom Österreichischen Zeitschriften- und Fachmedien-Verband)
- Liberty Award (für Auslandskorrespondenten und -reporter, 15.000 Euro jhrl. seit 2007 von der Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH)
Politik [Bearbeiten]
- Medienpreis des Deutschen Bundestages zu Parlamentarismus (Print und Rundfunk je 10.000 Euro seit 1996 jhrl., seit 1999 2-jhrl. vom Deutschen Bundestag)
- Medienpreis Entwicklungspolitik (4 Kategorien insgesamt 15.000 Euro jhrl. seit 1995 von Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)
- Siebenpfeiffer-Preis Einsatz für freiheitliche Grundrechte und die demokratischen Grundwerte (5.000 Euro alle 2 bis 3 Jahre seit 1987 von Siebenpfeiffer-Stiftung)
- Gerhard-Löwenthal-Preis für Journalismus (5.000 Euro Preisgeld, Erstvergabe 2004, getragen von der Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung in Kooperation mit der Wochenzeitung Junge Freiheit sowie Ingeborg Löwenthal)
Wirtschaft [Bearbeiten]
- Journalistenpreis „Erneuerbare Energie“ der Agentur für Erneuerbare Energien (verschiedene Kategorien, mit insgesamt 10.000 Euro dotiert)[1]
- Deutscher Wirtschaftsfilmpreis (drei Kategorien je 5.000 Euro jhrl. vom deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie)
- Georg von Holtzbrinck Preis für Wirtschaftspublizistik (Print u. elektronische Medien je 5.000 Euro jhrl. seit 1995 von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck)
- Hans Strothoff-Journalistenpreis (seit 2008; mit insgesamt 50.000 Euro dotiert)
- Ernst-Schneider-Preis (versch. Sparten insg. 55.000 Euro jhrl. seit 1971 vom DIHK)
- Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik (jhrl. seit 1977 von der Ludwig-Erhard-Stiftung)
- Friedrich-Vogel-Preis für Wirtschaftsjournalisten (insg. 25.000 euro jhrl. von der Friedrich und Isabel Vogel-Stiftung )[2]
- econsense-Journalistenpreis für Wirtschaft und Nachhaltigkeit (Print, Internet, TV, Hörfunk, mit insgesamt 4.500 Euro dotiert, seit 2003 von econsense – Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e. V.)
Kunst/Kultur [Bearbeiten]
- Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik (5.000 Euro jhrl. seit 1977 von Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel)
- Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik (1–2 Preise von insgesamt 5.000 Euro jhrl. seit 1991 von Freunde des Adolf-Grimme-Preises)
Region [Bearbeiten]
- Deutsch-Französischer Journalistenpreis für Deutsch-Französische Völkerverständigung (mehrere Kategorien bis zu 6.000 Euro jhrl. seit 1983 von deutschen und französischen Medien und Organisationen)
- Deutsch-Polnischer Journalistenpreis für Deutsch-Polnische Völkerverständigung (mehrere Kategorien bis zu 5.000 Euro jhrl. seit 1997 von Administrationen der Region und verschiedenen Organisationen)
Wissenschaft/Technik/Medizin [Bearbeiten]
- Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus (Print und elektronische Medien je 5.000 Euro jährlich seit 1995 von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck)
- Medienpreis der Deutschen AIDS-Stiftung, bis 1996: Journalistenpreis (insg. 15.000 Euro für drei Preisträger zweijährlich seit 2001; 1987–2000 jährlich; von der Deutschen AIDS-Stiftung)
- Wilhelm und Ingeborg Roloff-Preis (WIR-Preis), verliehen seit 1998 durch die Deutsche Lungenstiftung für pneumologische Beiträge aller Medien, gedacht auch zur Erinnerung an den Tuberkuloseforscher Wilhelm Roloff und dessen Ehefrau Ingeborg Roloff (jedes zweite Jahr insgesamt 4000 Euro für zwei bis drei Preise)
- PUNKT (Print, Foto und elektronische Medien insgesamt 20.000 Euro jährlich seit 2005 von acatech, Deutsche Akademie der Technikwissenschaften)
- Deutscher Journalistenpreis für Luft- und Raumfahrt (jährlich verliehen und mit insgesamt 15.000 Euro dotiert)
- Goethe-Preis für wissenschafts- und hochschulpolitischen Journalismus, Erstvergabe 2008, getragen von der FAZIT-Stiftung und der Universität Frankfurt am Main
Umwelt/Ernährung [Bearbeiten]
- Steinfederpreis für Weinpublizistik international (Wein-Sachpreis jhrl. seit 1986 von Vinea Wachau)
- Umweltpreis für Journalisten (2.500 Euro jhrl. seit 1986 von Deutsche Umweltstiftung)
Gesellschaft/Soziales/Kirche [Bearbeiten]
- Journalistenpreis „Pro Ehrenamt – Hermann Wilhelm Thywissen-Preis“ für Berichterstattung zum Ehrenamt seit 2001 vom Rhein-Kreis Neuss ausgelobt; dotiert mit insgesamt 18.000 Euro in vier Kategorien „TV/Hörfunk“, „Print“, „Lokales“ und „Nachwuchs“
- Felix-Rexhausen-Preis für Berichterstattung über Lesben und Schwule (500 Euro jhrl. seit 1998 vom Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen)
- Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus (Texte, insg. 45.000 Euro jhrl. seit 2005 von Otto-Brenner-Stiftung, die zur IG Metall gehört)
- Journalistenpreis Bürgerschaftliches Engagement (jhrl. seit 1998 bzw. 2008 je 10.000 Euro in den Kategorien Print, Fernsehen und Hörfunk von der Robert Bosch Stiftung)
- Prof. Claus Gatterer-Preis für sozial engagierten Journalismus (jhrl. seit 1985 5.000 Euro vom Österreichischen Journalisten Club)
Sonstige [Bearbeiten]
- Hessischer Journalistenpreis zur Identität Hessens (mehrere Preisträger, insgesamt 12.000 Euro jährlich, seit 2006 von Sparda-Bank Hessen und DJV Hessen)
- Lokaljournalistenpreis für Lokalredaktionen (mehrere Preisträger, insgesamt 12.500 Euro jhrl. seit 1979 von der Konrad-Adenauer-Stiftung)
- Helmut-Schmidt-Journalistenpreis für kritischen Verbraucherjournalismus (3 Preise von insg. 30.000 Euro jhrl. seit 1996 von ING-DiBa)
- Journalistenpreis Bahnhof für Printmedien zum Thema Bahnhof (5.000 Euro jhrl. seit 1998 von Unternehmensgruppe Dr. Eckert)
- Regino-Preis für Justizberichterstattung (mehrere Preisträger je 500 Euro jhrl. seit 2000 von Wolfgang Ferner, Neue Juristische Wochenschrift (NJW) und dem Oberlandesgericht Koblenz)
- Wächterpreis der deutschen Tagespresse für investigativen Journalismus und Verteidigung der Pressefreiheit (3 Preise mit insgesamt 26.000 Euro jhrl. seit 1969 von Stiftung „Freiheit der Presse“)
Noch nicht etablierte Journalistenpreise für deutschsprachige Journalisten [Bearbeiten]
Die folgenden Journalistenpreise sind noch nicht etabliert, d. h. die Erstverleihung liegt noch keine fünf Jahre zurück, bzw. sie sind noch nicht mindestens drei mal vergeben worden.
- Abdruck Journalistenpreis für Themen rund um Zahnmedizin/-technik (Print und elektronische Medien je insgesamt 4.000 Euro jhrl. seit 2006 von Initiative proDente e.V.)
- Herbert-Riehl-Heyse-Preis (Erstvergabe 2005)
- Journalistenpreis „Historische Wertpapiere und Finanzgeschichte“ für Themen rund um Historische Wertpapiere und Finanzgeschichte (Je 1.000 Euro Preisgeld in 3 Kategorien, Erstvergabe 2011, Initiative der International Bond and Share Society (IBSS))
- Jugenddrehscheibe-Preis für Kinder- und Jugendmedien (Erstvergabe 2007, getragen von der Bundeszentrale für politische Bildung)
- Ludwig-Bölkow-Journalistenpreis für Journalismus im Bereich der Luft- und Raumfahrt (Erstvergabe 2004)
- PUK-Journalistenpreis
- Schweizer Medienpreis für Lokaljournalismus, für die Sparten Print, Radio und TV mit je 20'000 Franken dotiert, seit 2011[3]
- Verbraucherjournalistenpreis vom Markenverband, jährlich seit 2010 an jeweils drei Preisträger mit 17500 Euro Preisgeld unter der Schirmherrschaft von Roman Herzog.[4]
Nachwuchs- und Förderpreise für deutschsprachige Journalisten [Bearbeiten]
Die folgenden Journalistenpreise richten sich an den journalistischen Nachwuchs bis hinunter zu Redakteuren von Schülerzeitungen; üblicherweise liegt die Altersgrenze nach oben jedoch bei 35 Jahren. Bei Förderpreisen steht neben der Preiswürdigkeit des Ausgezeichneten oft die Finanzierung einer weiteren Ausbildungsstufe - z. B. eines Auslandsaufenthalts oder eines Volontariats - im Vordergrund. Daher können Nachwuchs- und Förderpreise nicht mit den allgemein zugänglichen Preisen verglichen werden, und werden hier extra aufgeführt.
- Axel-Springer-Preis für junge Journalisten der Axel Springer Akademie (jhrl. seit 1991, 4 Kategorien, derzeit insges. 54.000 Euro, Altersgrenze 33 Jahre)
- CNN Journalist Award für Nachwuchsjournalisten
- Ludwig-Erhard-Preis Förderpreis für Wirtschaftspublizistik (5.000 Euro, jhrl. seit 1991 von Ludwig-Erhard-Stiftung)
- Pater-Wolfgang-Seibel-Preis für Nachwuchsjournalisten (Erstvergabe 2004, getragen von der Journalistenschule der katholischen Kirche)
- Dr.-Georg-Schreiber-Medienpreis für herausragende Arbeiten von Nachwuchsjournalisten im Bereich Gesundheit und Soziales. (ca. 25.000 Euro für Print, Hörfunk und Fernsehen, seit 2003 jährlich vergeben von AOK Bayern)
- Marion-Dönhoff-Förderpreis (Print, jhrl. seit 1999 je 5.000 Euro von der Robert Bosch Stiftung)
- Andere Worte – neue Töne wird seit dem Jahr 2002 durch den Journalistinnenbund verliehen und ist mit 1000 Euro dotiert.
Nicht mehr vergebene Preise [Bearbeiten]
- Königin-Christine-Preis für Wissenschaftsjournalismus über Schwule, Lesben und Transgender (jhrl. seit 2001 von der Königin-Christine-Gesellschaft; wurde jedoch seit 2002 nicht mehr vergeben)
- Fritz-Sänger-Preis für mutigen Journalismus (1983–1998) (Stifter: Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD))
- Karl-Hermann-Flach-Preis für Beiträge in Printmedien zur Fortentwicklung des politischen Liberalismus (1976–2000) (von: Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
- Prix du Champagne Lanson (2001–2008) für deutschsprachige Weinjournalisten (in Print oder elektronischen Medien getragen von Champagne Lanson)
- Goldener Prometheus (2006–2009 vergeben)
- Alstom Journalistenpreis (2002–2009), verliehen durch Stiftung Alstom Journalistenpreis, Stifterin Alstom (Schweiz)
- Schweizerisch-Russischer Journalistenpreis für die Vertiefung der Beziehungen zwischen beiden Ländern (2006–2010), getragen vom Kooperations-Rat Schweiz/Russland.
Journalistenpreise außerhalb des deutschsprachigen Raumes [Bearbeiten]
- George Polk Award (USA)
- Pulitzer-Preis (USA)
- UNCA-Excellenz-im-Journalismus-Auszeichnung (UNO)
Kritik an Journalistenpreisen [Bearbeiten]
Über die oben genannten Journalistenpreise hinaus gibt es eine große Zahl weiterer Journalistenpreise, die von Unternehmen oder Verbänden ausgeschrieben werden (siehe dazu auch den unten angegebenen Link des BDZV). Dabei handelt es sich häufig um Public-Relations-Instrumente, mit deren Hilfe die Ausschreibenden die Aufmerksamkeit von Journalisten auf sich zu ziehen beabsichtigen, die Medienpräsenz eines bestimmten Themas fördern möchten oder andere PR-Ziele verfolgen.
Siehe auch [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- JournalistenPreise.de – Referenz für deutsche Journalistenpreise
- Deutsche Journalistenpreise auf der Website des BDZV
- Journalistenpreise auf der Website von Newsroom.de
- Kritische Anmerkungen zu Journalistenpreisen in bulletin, dem Organ des Schweizer Klub für Wissenschaftsjournalismus, 1/2006, S. 1–6. (PDF-Datei; 470 kB)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Ausschreibungsseite Journalistenpreis „Erneuerbare Energie“
- ↑ Website der Vogel-Stiftung
- ↑ Medienpreise für Lokaljournalisten vergeben - Schweiz - Tagesschau
- ↑ Startschuss zum neuen Verbraucherjournalistenpreis, Pressemitteilung vom 20. August 2009 vom Markenverband, online angerufen am 11. September 2012