Jovica Stanišić

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Jovica Stanišić (serbisch Јовица Станишић; * 30. Juli 1950 in Ratkovo, Jugoslawien) ist ein ehemaliger serbischer und jugoslawischer Geheimdienstmitarbeiter.

Leben[Bearbeiten]

Stanišić studierte Politikwissenschaften an der Universität Belgrad und trat 1974 in den jugoslawischen Geheimdienst ein, wo er in der Spionageabwehr als Experte mit Spezialisierung auf den KGB arbeitete. Er war an der Gefangennahme des Terroristen Ilich Ramírez Sánchez („Carlos“) beteiligt.

Von 1991 bis 1996 war er Geheimdienstchef Serbiens und Jugoslawiens, er galt als Nummer zwei nach dem Staatschef Slobodan Milošević. Er wurde 2003 gemeinsam mit Franko Simatović vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verstößen gegen Kriegsgesetze oder -gebräuche während des Jugoslawien-Krieges angeklagt. Stanišić wurde später aus der Untersuchungshaft entlassen, um sich in Belgrad auf seine Verteidigung vorzubereiten.

2013 wurde Stanišić in erster Instanz von allen Anklagepunkten freigesprochen. Das Gericht hielt zwar fest, dass er Kriegsverbrecher unterstützte, finanzierte und auch militärisch ausbilden ließ, betonte aber, dass die Hilfe „genereller Natur“ gewesen sei und nicht auf die Begehung von Kriegsverbrechen abzielte.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Irritation über das Uno-Tribunal