Juan Díaz de Solís

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Karte Floridas auf Basis eines Entwurfes von de Solis

Juan Díaz de Solís (* um 1470 in Lebrija, Provinz Sevilla, Spanien; † 2. Februar 1516 am Río de la Plata) war ein spanischer Seefahrer und Entdecker.

Leben[Bearbeiten]

Bis 1505 arbeitete er im Dienste des portugiesischen Königs Manuel I. als Kartograf in der Casa da Índia. Nach seinen Entdeckungsreisen in Mittelamerika im Jahre 1506 und in Brasilien 1508 wurde er nach dem Tod von Amerigo Vespucci 1512 zum "piloto mayor" (Oberster Steuermann der königlichen Handelsorganisation für Amerika) der Casa de Contratación ernannt.

Zwei Jahre nach seiner Ernennung in diesem Amt bereitete Solís eine Expedition vor, um den südlichen Teil des Kontinents zu erforschen und die Westpassage nach Indien zu finden. Mit drei Karavellen stach er am 8. Oktober 1515 von der spanischen Stadt Sanlúcar de Barrameda aus in See. Er segelte die Ostküste Südamerikas bis zum Río de la Plata entlang und segelte diesen Fluss hinauf, den er Mar Dulce (Süßes Meer) nannte, um diesen Landstrich im Namen der Krone in Besitz zu nehmen. Er landete am östlichen Ufer des Río de la Plata in der Nähe des Zusammenflusses von Río Uruguay und Río Paraná mit zwei Offizieren und sieben Matrosen. Dieses Gebiet wurde von vielen Indio-Stämmen bewohnt. Diese überfielen die an Land Gegangenen, und Solís sowie die meisten seiner Männer kamen ums Leben.

Einer der Überlebenden der Expedition von Juan Díaz de Solís war der 14-jährige Schiffsjunge Francisco del Puerto, der über 10 Jahre unter den Indios lebte, bis er von der Expedition von Sebastian Caboto gefunden wurde. Der argentinische Schriftsteller Juan José Saer hat diese Geschichte eindrucksvoll in seinem historischen Roman El entenado (dt.: "Der Vorfahre"; wörtl.: 'Der Stiefsohn') aufgenommen. Ausgangspunkt waren ihm dabei die wenigen Zeilen, die der argentinische Historiker José Luis Busaniche (1892-1959) in seiner Historia argentina über den Fall verloren hat.