Jugendaustausch

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Der Begriff Jugendaustausch bezeichnet organisierte Treffen von Jugendlichen aus verschiedenen Ländern zum Zweck der Völkerverständigung, der Versöhnung oder moderner des interkulturellen Lernens. Dazu werden synonym auch die Begriffe Jugendbegegnung, internationale Begegnung oder internationaler Austausch verwendet. Ein Jugendaustausch kann mit einzelnen Jugendlichen (bes. im Schüleraustausch) oder Gruppen stattfinden.

Geschichtlich geht der Jugendaustausch auf die Wandervogelbewegung der 1920er Jahre zurück und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von der Politik stark gefördert. Kennzeichnend sind hier z. B. die Gründung des Deutsch-Französischen Jugendwerkes, die Workcamps und längerfristigen Friedensdienste z. B. des Service Civil International (SCI), des Interkulturellen Jugendaustauschs (ICYE), der International Farm Youth Exchange (IFYE), der Youth Action for Peace (YAP), der internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) oder der Aktion Sühnezeichen. Auch der deutsch-amerikanische Austausch, etwa durch den American Field Service, spielt hier als Teil der Re-Education eine Rolle.

In der DDR gehörte der Jugend- und Studentenaustausch zu den Eckpfeilern der staatlichen Jugendarbeit in der FDJ. Da dem Reisen, auch ins sozialistische Ausland, größere Hürden in dem Weg gestellt wurden, stellte der Jugendaustausch für viele die einzige Möglichkeit dar ins Ausland zu verreisen. Oftmals waren derartige Austausche mit Arbeitseinsätzen verbunden und wurden als Auszeichnungsreise vergeben.

In den 1970er Jahren geriet der bundesdeutsche Jugendaustausch in eine Krise. Die Breitenbachstudie konstatierte eine wachsende Diskrepanz zwischen dem politischen Anspruch und veralteten Methoden sowie eine gewisse elitäre Geschlossenheit des Gebietes. Die einzigen, die hier positiv herausragten war die Deutsche Sportjugend, die in Folge der Jugendbewegung alle subventionierten Austauschprogramme nutzte, internationale Jugendlager organisierte und sogar einen Austausch mit Japan initiierte. In der Folge wurde von den Akteuren und auch im Hochschulbereich intensiv an einer Weiterentwicklung gearbeitet.

Gleichzeitig entwickelte sich eine Vielzahl von Anbietern, einerseits in Richtung kommerzielle Jugendreisen, andererseits hin zu weiterhin staatlich geförderten Maßnahmen mit pädagogischer Ausrichtung z. T. für spezielle Zielgruppen (Schüler, benachteiligte Jugendliche). Auch im Rahmen von Städtepartnerschaften gibt es nach wie vor eine große Zahl von Projekten. Längst nicht alle Teilnehmer hatten aber Völkerverständigung als Ziel, wenn sie ins Ausland reisen. Vielen Eltern ist auch bewusst, dass Auslandserfahrung für den Erfolg im späteren Berufsleben ihrer Kinder bedeutsam ist.

Seit den 1990er Jahren gab es einen neuen Aufschwung für den Bereich der Jugendbegegnungen, bedingt durch die Öffnung der ehemals sozialistischen Länder. Heute rückt zunehmend der Spracherwerb ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Im Februar 2006 wurde z. B. die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch in öffentlich-privater Partnerschaft gegründet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Friesenhahn, G. J.: Praxishandbuch Internationale Jugendarbeit. Schwalbach, Ts., Wochenschau, 2001.
  • Otten, H., Treuheit, W.: Interkulturelles Lernen in Theorie und Praxis. Ein Handbuch für Jugendarbeit und Weiterbildung. Opladen, Leske + Budrich 1994.
  • Thimmel, Andreas: Pädagogik der internationalen Jugendarbeit. Schwalbach, Ts., Wochenschau, 2001.

siehe auch[Bearbeiten]

Nyksund

Weblinks[Bearbeiten]