Jugendhalle Schonnebeck

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Rückseite der Werkbundhalle

Die Jugendhalle Schonnebeck im Essener Stadtteil Schonnebeck ist eine Turn- und Festhalle, die bereits 1914 als Werkbundhalle eröffnet wurde und heute unter Denkmalschutz steht.

Geschichte[Bearbeiten]

Das zunächst Werkbundhalle genannte Gebäude war eine als Musterkonstruktion konzipierte Halle, die für die Kölner Ausstellung des Deutschen Werkbundes und wurde deshalb auch danach benannt. Sie wurde in den Jahren 1913 bis 1914 errichtet und es konnte vollständig zerlegt und wieder aufgebaut werden.

Die damalige Bürgermeisterei von Stoppenberg erwarb die Halle 1915 für 28.000 Mark und ließ sie auf einem kostenlos von der Zeche Zollverein zur Verfügung gestellten Grundstück errichten.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Halle zur Internierung von französischen und italienischen Kriegsgefangenen benutzt.

Danach wurde sie wieder als Turn- und Veranstaltungshalle, auch von der Schillerschule, genutzt, verfiel aber immer mehr. 1989 wurde sie unter Denkmalschutz gestellt, kurz darauf geschlossen und nach mehreren Jahren der Renovierung 1996 erneut eröffnet.

Heute ist die GSG Jugendhalle Schonnebeck ein stadtteilübergreifendes Begegnungs- und Veranstaltungszentrum für Jung und Alt mit Angeboten aus dem Sport- und Gesundheitsbereich. Sie wird vom Essener Sportbund betrieben und ist eine Station in der Route der Industriekultur.

Hintergrund[Bearbeiten]

Zur Zeit der Errichtung der Halle sollte Kindern und Jugendlichen besonders für die Winterzeit ein Ort geboten werden, an dem sie ihrem Bewegungsdrang nachgehen können und Spiel- sowie Betreuungsmöglichkeiten vorfinden. Im Sommer wurden eher die freie Natur und die Umgebung genutzt, im Winter jedoch sorgten beengte Platzverhältnisse in den damaligen Wohnungen und die Schichtarbeit der Väter oft für Konflikte.

Die wirtschaftliche Lage der Wohnorte bzw. Wohnbaugenossenschaften bot nicht die Möglichkeit, zu diesem Zweck ein festes Haus zu errichten. Mit der zerlegbaren, preisgünstig aus Holzteilen zusammengesetzten Halle stellte Georg Metzendorf als Architekt des Deutschen Werkbundes im Rahmen seines Ausstellungsbeitrages Niederrheinisches Dorf eine neue Idee vor, wie sich auch kleine Gemeinden einen eigenen Veranstaltungsort leisten konnten. Die Halle ist eines der wenigen erhaltenen Stücke aus dieser Werkbundausstellung.

Die Konstruktion besteht aus gebogenen Leimschichtbindern. Das System von senkrechten Holzständern ist mit quer dazu verlaufenden Zwischenbrettern ausgefacht. Die senkrechten Ständer heben sich durch die rote Farbe besonders hervor.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jugendhalle Schonnebeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.484787.062443Koordinaten: 51° 29′ 5″ N, 7° 3′ 45″ O