Jules Hercule Mériadec de Rohan, prince de Guéméné

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jules Hercule Mériadec de Rohan, 7. Herzog von Montbazon und 8. Prince de Guéméné (* 25. März 1726 in Paris; † 1800). Er war der Sohn von Hercule-Mériadec de Rohan (1688–1757), 7. Prince de Guéméné, und Louise-Gabrielle Julie de Rohan.

Biografie[Bearbeiten]

Sein jüngerer Bruder war Louis René Édouard de Rohan-Guéméné, der „Kardinal de Rohan“ genannte Fürstbischof von Straßburg. In jungen Jahren wurde er „Prince de Montbazon“ genannt, bevor er 1726 das Erbe seines Vaters antrat und Duc de Montbazon und Prince de Guéméné wurde. Als Soldat trug er den Titel eines Feldmarschalls.

1743 heiratete er Marie-Louise de La Tour d'Auvergne (1725–1793), Tochter von Charles Godefroi de la Tour d’Auvergne, Herzog von Bouillon, von der er einen Sohn bekam, Henri Louis Marie de Rohan, den späteren 9. Prince de Rohan-Guéméné. Marie Louise de La Tour d’Auvergne ist bekannter als Madame de Guéméné, und war die offizielle Erzieherin der Kinder des Königs Ludwig XVI.

Der Prince de Guéméné und Madame de Guéméné traten aber nicht in ihren offiziellen Funktionen hervor, sondern durch den Glanz ihrer Festlichkeiten, die Pracht ihres Palastes und durch ihre überbordende Verschwendung. Ihr finanzieller Aufwand war so immens, dass das Paar 1783 einen skandalösen Konkurs erzeugte: ihre Schulden beliefen sich auf 33 Millionen, deren Abwicklung erst im Jahr 1792 abgeschlossen werden konnte. Der Prince de Guéméné fiel in Ungnade, seine Frau musste ihre Aufgaben bei Hofe abgeben. Der Skandal, der durch den Konkurs ausgelöst wurde, kam erst zur Ruhe, als sein Bruder 1785 über die Halsbandaffäre stürzte.

Die Princesse de Guéméné wurde 1793 hingerichtet; ihr Mann starb im Jahr 1800. Beider Sohn und seine Familie verließen das Land, und gründeten die österreichische Linie der Rohan.