Juli 2005

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Tagesgeschehen[Bearbeiten]

Freitag, 1. Juli[Bearbeiten]

Samstag, 2. Juli[Bearbeiten]

  • Bagdad/Irak. Der irakische UN-Botschafter Samir al-Sumaidaie beschuldigte die amerikanische Armee, seinen Cousin „kaltblütig ermordet“ zu haben. Mohammed al-Sumaidaie wurde in der letzten Woche bei einer von US-Soldaten vorgenommenen Hausdurchsuchung in Ramadi durch einen Genickschuss getötet.

Sonntag, 3. Juli[Bearbeiten]

Montag, 4. Juli[Bearbeiten]

  • Pasadena/USA. Der sog. „Impactor“ der amerikanischen Kometensonde Deep Impact ist mit dem Kometen „Tempel 1“ kollidiert. Das 370 kg schwere Geschoss ist am heutigen Independence Day um 7:52 Uhr MESZ auf dem Kometen eingeschlagen und hat eine Materiewolke erzeugt, die weltweit von Teleskopen und Messgeräten beobachtet worden ist, um Aufschluss über die Zusammensetzung von Kometen zu liefern. Die Auswertung der gewonnenen Daten kann mehrere Monate oder Jahre dauern.

Mittwoch, 6. Juli[Bearbeiten]

Donnerstag, 7. Juli[Bearbeiten]

Samstag, 9. Juli[Bearbeiten]

  • Birmingham/Großbritannien. Das Vergnügungsviertel und der Distrikt China Town wurden von der Polizei evakuiert. Es lag eine schwerwiegende Drohung auf ein Attentat vor.
  • Karibik. Ein tropischer Wirbelsturm führt zu schweren Überschwemmungen in der Karibik. Auf den großen Antillen kommen mindestens 20 Menschen ums Leben, mehr als 100 werden vermisst. Der Sturm zieht weiter Richtung Florida.
  • Sudan. Nach einer Verfassungsänderung wird der bisherige Rebellenführer John Garang als Vizepräsident des Landes vereidigt, der ölreiche Südsudan erhält eine begrenzte Autonomie. Die Vereinbarung soll den über 20-jährigen Bürgerkrieg zwischen der Zentralregierung und den Separatisten der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) beenden.

Sonntag, 10. Juli[Bearbeiten]

Montag, 11. Juli[Bearbeiten]

Wiktor Juschtschenko

Dienstag, 12. Juli[Bearbeiten]

  • Monaco. Albert Grimaldi wurde als Albert II. Fürst von Monaco als Nachfolger seines Vaters Rainier III. inthronisiert. Nach dem feierlichen Hochamt fand ein Volksfest und abends ein öffentlicher Ball statt.
  • Schweiz/Irak. Das Genfer Hochschulinstitut für internationale Studien legte eine neue Studie vor, nach der durch den US-geführten Einmarsch im Irak 39.000 Einheimische getötet worden sind. Zwei andere Quellen sprechen von 26.000 Toten. Die Britische Medizinzeitschrift The Lancet hat hingegen sogar 100.000 tote Zivilisten ermittelt.

Mittwoch, 13. Juli[Bearbeiten]

Donnerstag, 14. Juli[Bearbeiten]

Freitag, 15. Juli[Bearbeiten]

Samstag, 16. Juli[Bearbeiten]

Montag, 18. Juli[Bearbeiten]

  • Serbien. im Prozess wegen der Ermordung des früheren serbischen Präsidenten Ivan Stambolic werden die Beschuldigten, mehrere Mitglieder der Sondereinheit „Rote Barette“ sowie ein hochrangiger Geheimdienstmitarbeiter, zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Dienstag, 19. Juli[Bearbeiten]

19. Juli 2005: Bei einem Bombenanschlag auf Milizionäre in Snamenskoje nordwestlich der tschetschenischen Hauptstadt Grosny kommen mindestens 14 Menschen ums Leben, 34 werden verletzt.

Donnerstag, 21. Juli[Bearbeiten]

  • Berlin. Bundespräsident Horst Köhler gibt bekannt, dass er zuvor den 15. Deutschen Bundestag aufgelöst und so den Weg für Neuwahlen freigegeben hat.
  • London/Großbritannien. Unbestätigten Berichten zufolge soll ein Rucksack in einer Londoner U-Bahn-Station explodiert sein, dabei soll eine Person verletzt worden sein. Drei U-Bahn-Stationen sind evakuiert worden, mehrere U-Bahn-Linien stellten den Betrieb ein. Außerdem wurde über eine Explosion in einem Bus berichtet.[1]
  • Im Jemen halten die Unruhen wegen der Erhöhung der Erdölpreise durch die Regierung an. Vier Menschen starben in Zusammenstößen zwischen bewaffneten Demonstranten mit Sicherheitskräften in der Stadt al-Dali (knapp 500.000 Einwohner), 250 Kilometer südlich der Hauptstadt Sana'a. Außerdem wurden zehn Menschen verletzt. Die Zahl der Toten durch diese Unruhen steigt damit auf 25.[2]

Freitag, 22. Juli[Bearbeiten]

  • Hamburg. Die Welternährungsorganisation der UNO schlägt Alarm: In der Sahelzone Westafrikas droht nach Ernteausfällen 3,6 Millionen Menschen, davon allein 800.000 Kleinkindern, der Hungertod in den nächsten Wochen. Im Niger, in Mali und Burkina Faso sterben bereits tausende Menschen an akutem Nahrungsmangel. Rechtzeitige Warnungen der Hilfsorganisationen seit November 2004 wurden von der Tsunami-Katastrophe überschattet und von den Medien weitgehend ignoriert. Die Geberländer gaben erst 3,6 Millionen Dollar von geforderten 30 Millionen an die UNO. Die Welternährungsorganisation plant ein Programm für 1,2 Millionen Menschen, das auf Soforthilfe der Geberländer angewiesen ist, wenn es das Schlimmste noch verhüten soll. Die jetzige Zuspitzung der Not-Situation war nach einhelliger Meinung der Hilfsorganisationen vermeidbar, rechtzeitige Hilfe hätte nur einen Bruchteil der jetzt nötig gewordenen Kosten beansprucht. Nun seien Sofortspenden in Millionenhöhe unumgänglich.[3]
  • Berlin. Vor dem Reichstagsgebäude (auf dem Platz der Republik) stürzt ein Ultraleichtflugzeug vom Typ Platzer Kiebitz mit einer maximalen Abflugmasse von 400 kg einer Privatperson ab. Die Sicherheit wird innenpolitisch heftig diskutiert. Man geht von einem Selbstmord aus.

Samstag, 23. Juli[Bearbeiten]

  • Sharm El-Sheikh/Ägypten. Bei mehreren Explosionen im ägyptischen Badeort Scharm El-Scheich sind in der Nacht vom 22. auf den 23. Juli 2005 laut neuesten offiziellen Angaben mindestens 88 Menschen getötet und über 200 verletzt worden.[4]
  • New York/USA. In Simbabwe findet eine humanitäre Katastrophe als Folge von Zwangsumsiedlungen der Regierung von Simbabwe statt. Dies geht aus einem Bericht hervor den Anna Tibaijuka, Leitende Direktorin des Wohn- und Siedlungsprogramms der Vereinten Nationen (UN-Habitat) und Sondergesandte des UN-Generalsekretärs Kofi Annan, am 20. Juli vorlegte. Die Umsiedlungen wurden von der Regierung als „Operation Murambatsvina“ bezeichnet.[5]

Sonntag, 24. Juli[Bearbeiten]

Dienstag, 26. Juli[Bearbeiten]

  • Augsburg. Bei ihrer Aussage vor dem Landgericht Augsburg haben der ehemalige Bundesaußenminister Klaus Kinkel und der frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel den früheren Verteidigungs-Staatssekretär Ludwig-Holger Pfahls entlastet, der im Zusammenhang mit der Lieferung deutscher Fuchs-Spürpanzer an das Königreich Saudi-Arabien u. a. wegen Bestechlichkeit vor Gericht steht. Pfahls' Einfluss auf das Geschäft sei minimal gewesen, erklärten beide Zeugen während ihrer Aussage. Die Hauptverantwortung habe bei den damaligen Regierungsverantwortlichen, d. h. größtenteils bei Bundeskanzler Helmut Kohl gelegen.
  • Cape Canaveral/USA. Heute ist um 10:39 Uhr Ortszeit (16:39 Uhr MESZ) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral die US-amerikanische Raumfähre „Discovery“ ins Weltall gestartet. Mit ihr brachen sieben Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS auf.
  • Neu-Delhi/Indien. Nachdem es in Gurgaon, einem Stadtteil der indischen Hauptstadt Neu-Delhi, bereits gestern zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizisten und streikenden Arbeitern eines Honda-Werks gekommen ist, gehen die Unruhen am heutigen Dienstag weiter. Indiens Premierminister Manmohan Singh missbilligte das Verhalten von Polizisten in Gurgaon, die mit Bambusstöcken auf Demonstranten eingeschlagen hatten.[6]

Donnerstag, 28. Juli[Bearbeiten]

  • Am Ofenpass im Schweizer Nationalpark wurde ein Braunbär in freier Wildbahn gesichtet. Das letzte in der Schweiz lebende Tier war 1904 erlegt worden. 1923 hatte es zum letzten Mal eine Sichtung eines eingewanderten Bären gegeben.
  • Heute Morgen gegen 7:50 Uhr wurde in Hamburg, Stadtteil Osdorf, eine Sparkasse überfallen. Der Täter hat eine Reinigungskraft als Geisel genommen. Der Verkehr wurde unterbrochen; die Polizei ist mit einem mobilen Einsatzkommando vor Ort [Q:N-TV.de]. Die Geiselnahme wurde gegen Mittag unblutig beendet, nachdem sich der Geiselnehmer freiwillig ergeben hatte.
  • Es wird bekanntgegeben, dass Jürgen Schrempp den DaimlerChrysler-Konzern zum Jahresende verlässt. Sein Nachfolger als Vorstandsvorsitzender wird Dieter Zetsche.
  • Die IRA verkündet das Ende des bewaffneten Kampfes.
  • Die Discovery hat ohne Probleme an der ISS angedockt. Zuvor hat man das Shuttle an den Seiten fotografiert, um mögliche Schäden zu dokumentieren. Da keine größeren Probleme entdeckt werden, steht einer Rückkehr zur Erde nichts im Wege, andernfalls hätte die Besatzung auf der ISS bleiben müssen; die Versorgungen reichen für max. einen Monat aus.
  • Kampala/Uganda. In Uganda findet ein landesweites Referendum über die Einführung eines Mehrparteiensystems statt. Präsident Yoweri Kaguta Museveni hatte, als er 1986 an die Macht kam, ein „Nichtparteiensystem“ eingeführt. Der Einfluss politischer Parteien war seitdem sehr beschränkt.[7]
  • Eine 45-jährige Mutter aus St. Peter bei Graz (Österreich) tötet ihre 15- und 18-jährigen Söhne vermutlich im Schlaf. Wenige Stunden später wird sie auf der Flucht in Wien gefasst. Das Motiv für diese Bluttat ist zunächst unklar.

Freitag, 29. Juli[Bearbeiten]

  • Mars – der Wassereisplanet: ESA-Raumsonde Mars Express fotografiert Krater, in dem eine ovale Wassereisstruktur eingebettet ist.
  • Weitere Todesfälle durch die mysteriose Infektion in China. Die Zahl der Erkrankten ist auf ca. 150 gestiegen, vor allem im Südwesten des Landes sind 31 gestorben und 27 in kritischen Zustand.

Sonntag, 31. Juli[Bearbeiten]

Wim Duisenberg
  • Teheran, Isfahan/Iran. Iran baut wieder Atomwaffen – das ist die Quintessenz der Erklärung, die die iranische Regierung am 31. Juli verkündete. Die Internationale Atomenergiebehörde in Wien äußerte sich zutiefst besorgt und erschüttert über diese Nachricht. Trotz allem wollen die Vertreter einiger europäischer Staaten, allen voran Deutschlands Außenminister Joschka Fischer, nach wie vor an der Strategie des Verhandelns festhalten.
  • Faucon/Frankreich. Wim Duisenberg ist tot. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft starb der 70 Jahre alte ehemalige Leiter der Europäischen Zentralbank an einem Herzinfarkt.
  • Kairo/Ägypten. Am Samstag wurde in der Innenstadt von Kairo eine Kundgebung von Gegnern des ägyptischen Präsidenten Muhammad Husni Mubarak gewaltsam beendet. Polizisten und Unterstützer der Regierung schlugen mit Knüppeln auf Demonstranten ein. Mubarak, der seit 1981 in Ägypten regiert, hatte am Donnerstag angekündigt bei der Präsidentenwahl im September erneut anzutreten.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Explosionen in London. auf: Wikinews.
  2. Blutige Unruhen in Jemen wegen Ölpreiserhöhungen. auf: Wikinews.
  3. Spendenkonten: Hungersnot in Niger: Hier können Sie spenden!
  4. Bombenanschläge in Sharm El-Sheikh. auf: Wikinews.
  5. Humanitäre Katastrophe durch Umsiedlungspolitik Simbabwes. auf: Wikinews.
  6. Indien: Schwere Zusammenstöße zwischen Polizisten und streikenden Arbeitern. auf: Wikinews.
  7. Uganda: Referendum über Mehrparteiensystem. auf: Wikinews.
  8. Kundgebung von Mubarak-Gegnern in Kairo gewaltsam beendet. auf: Wikinews.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Juli 2005 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien