Julia Mancuso

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Julia Mancuso Ski Alpin
Julia Mancuso
Julia Mancuso im Januar 2011
Nation Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Geburtstag 9. März 1984
Geburtsort Reno
Größe 167 cm
Gewicht 64 kg
Karriere
Disziplin Abfahrt, Super-G, Riesenslalom,
Slalom, Kombination
Verein Squaw Valley Ski Team
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 1 × Gold 2 × Silber 1 × Bronze
Weltmeisterschaften 0 × Gold 2 × Silber 3 × Bronze
Junioren-WM 5 × Gold 0 × Silber 3 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Gold Turin 2006 Riesenslalom
Silber Vancouver 2010 Abfahrt
Silber Vancouver 2010 Super-Kombination
Bronze Sotschi 2014 Super-Kombination
FIS Alpine Skiweltmeisterschaften
Bronze Bormio 2005 Super-G
Bronze Bormio 2005 Riesenslalom
Silber Åre 2007 Kombination
Silber Garmisch-Partenk. 2011 Super-G
Bronze Schladming 2013 Super-G
FIS Alpine Ski-Juniorenweltmeisterschaften
Bronze Verbier 2001 Kombination
Gold Tarvisio 2002 Abfahrt
Gold Tarvisio 2002 Riesenslalom
Gold Tarvisio 2002 Kombination
Gold Puy St. Vincent 2003 Super-G
Bronze Puy St. Vincent 2003 Abfahrt
Gold Maribor 2004 Kombination
Bronze Maribor 2004 Super-G
Platzierungen im alpinen Skiweltcup
 Debüt im Weltcup 20. November 2000
 Weltcupsiege 7
 Gesamtweltcup 3. (2006/07)
 Abfahrtsweltcup 2. (2006/07)
 Super-G-Weltcup 2. (2011/12, 2012/13)
 Riesenslalomweltcup 4. (2006/07)
 Slalomweltcup 22. (2005/06)
 Kombinationsweltcup 2. (2006/07)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Abfahrt 3 5 3
 Super-G 2 6 7
 Riesenslalom 0 3 2
 Parallelrennen 1 0 0
 Super-Kombination 1 1 1
letzte Änderung: 20. Februar 2014
Julia Mancuso in Aspen

Julia Mancuso (* 9. März 1984 in Reno, Nevada) ist eine US-amerikanische Skirennläuferin. Mit einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze hat sie mehr olympische Medaillen gewonnen als jede andere US-amerikanische alpine Skirennläuferin.

Biografie[Bearbeiten]

Mancuso gewann 1999 den Super-G des Whistler Cups. Im November desselben Jahres nahm sie im Alter von 15 Jahren erstmals an einem Weltcup-Rennen teil. Ihre erste Platzierung unter den besten zehn eines Rennens schaffte sie im März 2002 im Abfahrtslauf von Altenmarkt-Zauchensee.

Weitaus erfolgreicher war sie bei den Juniorenweltmeisterschaften. 2002 wurde sie im italienischen Tarvisio dreifache Weltmeisterin in der Abfahrt, im Riesenslalom und in der Alpinen Kombination. Zwei weitere Weltmeistertitel folgten 2003 in Puy-Saint-Vincent im Super-G und 2004 in Maribor in der Kombination.

Die Weltcup-Saisons 2002/03 und 2003/04 verliefen dagegen durchwachsen. In keinem Rennen konnte Mancuso in die vorderen Plätze fahren. Erst in der Saison 2004/05 gelang ihr mit sieben Platzierungen unter den besten zehn der Sprung an die Weltspitze.

Im Januar 2005 gewann sie bei der Skiweltmeisterschaft im italienischen Santa Caterina hinter der Schwedin Anja Pärson und der Italienerin Lucia Recchia die Bronzemedaille im Super-G. Eine Woche später holte sie sich im Riesenslalom eine weitere Bronzemedaille, hinter Anja Pärson und der Finnin Tanja Poutiainen.

Den größten Erfolg ihrer Karriere feierte sie bei den Olympischen Winterspielen 2006: In Sestriere wurde sie etwas überraschend Olympiasiegerin im Riesenslalom, vor Tanja Poutiainen und der Schwedin Anna Ottosson. Das Rennen war geprägt von dichtem Nebel und starkem Schneefall.

Nachdem sie sich im Sommer einer Hüftoperation unterziehen musste, feierte sie im Dezember 2006 in der Abfahrt von Val-d’Isère mit ihrem ersten Weltcupsieg ein erfolgreiches Comeback. Im Laufe der Saison 2006/07 folgten drei weitere Siege. Bei der Skiweltmeisterschaft 2007 in Åre gewann sie Silber in der Super-Kombination.

Die folgenden zwei Winter verliefen für Mancuso eher enttäuschend. Chronische Rückenschmerzen behinderten Mancuso im Training, so dass sie in der Folge kaum mehr an ihre früheren Leistungen anknüpfen konnte. Eine Besserung deutete sich in der Saison 2009/10 an, als sie wieder mehrmals unter die besten zehn fuhr. Bei den Olympischen Winterspielen 2010 erzielte sie die erste Podestplatzierung seit fast zwei Jahren und gewann in der Abfahrt überraschend die Silbermedaille hinter Lindsey Vonn. Nur einen Tag später konnte sie diesen Erfolg in der Super-Kombination wiederholen, als sie hinter Maria Riesch ebenfalls den zweiten Rang erreichte. Im Riesenslalom belegte sie den achten und im Super-G den neunten Platz. In ihrem ersten Rennen nach den Olympischen Winterspielen, dem Super-G in Crans-Montana, feierte sie mit einem dritten Rang auch im Weltcup wieder einen Podestplatz.

Ihre aufsteigende Form nahm Mancuso in die Saison 2010/11 mit: Mehrmals konnte sie sich unter den besten zehn platzieren, wurde beim Super G in Lake Louise Dritte und in der Abfahrt in Cortina d’Ampezzo Zweite. Bei der Skiweltmeisterschaft 2011 in Garmisch-Partenkirchen gewann sie im Super-G die Silbermedaille, wobei sie sich nur der Österreicherin Elisabeth Görgl um 0,05 Sekunden geschlagen geben musste. Beim Weltcupfinale in Lenzerheide gewann sie die Abfahrt; es war dies ihr erster Weltcupsieg nach mehr als vier Jahren. Da sich wenige Tage davor in Japan ein gewaltiges Erdbeben ereignet hatte, rief Mancuso als Initiatorin gemeinsam mit weiteren Weltcupläuferinnen und -läufern eine Initiative "skiers helping japan" ins Leben und spendete die Hälfte ihres Preisgelds für diese Aktion. Ihr Ski- und Bindungsausrüster nahm den Aufruf Mancusos spontan zum Anlass, die Spende der Abfahrtssiegerin zu verdoppeln, so dass die volle Siegprämie dem guten Zweck zufließen konnte.[1] Es wurde außerdem eine Homepage "www.skiershelpingjapan.com" eingerichtet, auf der auch Hobbyskifahrer und Weltcup-Fans einen Beitrag leisten können.

Weitere Siege folgten in der Saison 2011/12: im Januar beim Super-G von Garmisch-Partenkirchen, der Strecke, wo sie im Jahr zuvor bei der WM die Silbermedaille gewonnen hatte; und im Februar im City Event von Moskau, wo sie sich im Finale gegen die Österreicherin Michaela Kirchgasser durchsetzte. Im Super-G-Weltcup erreichte sie hinter Lindsey Vonn den zweiten Platz. Nach zwei Podestplätzen zu Beginn der Saison 2012/13 gewann sie bei der Weltmeisterschaft 2013 in Schladming die Bronzemedaille im Super-G.

Die Saison 2013/2014 begann für Mancuso durchwachsen. Nach dem Jahreswechsel stieg ihre Form jedoch an, sodass sie pünktlich zu den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi ihre erste Podiumsplatzierung einfahren konnte. Sie gewann die Bronzemedaille in der Super-Kombination und wurde dadurch zur erfolgreichsten US-amerikanischen Olympionikin im alpinen Skisport.

Erfolge[Bearbeiten]

Olympische Winterspiele[Bearbeiten]

Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Juniorenweltmeisterschaften[Bearbeiten]

  • Québec 2000: 4. Super-G, 11. Abfahrt
  • Verbier 2001: 3. Kombination, 7. Slalom, 8. Abfahrt, 11. Super-G, 23. Riesenslalom
  • Tarvisio 2002: 1. Abfahrt, 1. Riesenslalom, 1. Kombination, 5. Super-G, 7. Slalom
  • Briançonnais 2003: 1. Super-G, 3. Abfahrt, 5. Riesenslalom, 14. Kombination, 43. Slalom
  • Maribor 2004: 1. Kombination, 3. Super-G, 4. Riesenslalom, 5. Abfahrt, 6. Slalom

Weltcupwertungen[Bearbeiten]

  • 3. Platz im Gesamtweltcup: 2007
  • 2. Platz im Abfahrtsweltcup: 2007
  • 2. Platz im Super-G-Weltcup: 2012, 2013
  • 2. Platz im Kombinationsweltcup: 2007
  • 3. Platz im Abfahrtsweltcup: 2011
  • 3. Platz im Super-G-Weltcup: 2011

Weltcupsiege[Bearbeiten]

  • 7 Weltcupsiege (3x Abfahrt, 2x Super-G, 1x Super-Kombination, 1x City Event)
  • 35 Podestplätze (11x Abfahrt, 15x Super-G, 5x Riesenslalom, 3x Super-Kombination, 1x City Event)
Datum Ort Land Disziplin
19. Dezember 2006 Val-d’Isère Frankreich Abfahrt
14. Januar 2007 Altenmarkt-Zauchensee Österreich Super-Kombination
19. Januar 2007 Cortina d’Ampezzo Italien Super-G
3. März 2007 Tarvis Italien Abfahrt
16. März 2011 Lenzerheide Schweiz Abfahrt
5. Februar 2012 Garmisch-Partenkirchen Deutschland Super-G
21. Februar 2012 Moskau Russland City Event

Nor-Am Cup[Bearbeiten]

  • Saison 1999/2000: 2. Gesamtwertung, 1. Riesenslalomwertung
  • Saison 2001/2002: 5. Gesamtwertung, 1. Slalomwertung, 5. Riesenslalomwertung
  • 14 Podestplätze, davon 5 Siege

Weitere Erfolge[Bearbeiten]

  • 16 US-amerikanische Meistertitel:
    • 1x Abfahrt: 2003
    • 4x Super-G: 2003, 2007, 2011 und 2012
    • 7x Riesenslalom: 2003, 2005 und 2009 bis 2013
    • 4x Kombination: 2004 bis 2006 und 2009
  • 1 Podestplatz im Europacup
  • 5 Siege bei FIS-Rennen

Persönliches[Bearbeiten]

Mancuso war von 2010 bis 2013 mit dem norwegischen Skirennläufer Aksel Lund Svindal liiert.[2]

Ihr Vater Ciro Mancuso wurde 1989 nach einem 140 Millionen Dollar schweren Marihuana-Schmuggel festgenommen, als Julia fünf Jahre alt war.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Julia Mancuso – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Julia Mancuso – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. skiershelpingjapan.com: Julia Mancuso und Marker Völkl unterstützen [1] (aus Skiinfo, abgerufen am 31. März 2011)
  2. Svindal und Mancuso: Trennung! ski-online.ch, 15. September 2013, abgerufen am 15. September 2013.
  3. Skiing is believing Difficult childhood helped make Mancuso tougher (Version vom 1. März 2010 im Internet Archive)