Julia Seeliger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Julia Seeliger (2013)

Julia Seeliger (* 22. Januar 1979 in Buchholz in der Nordheide) ist eine deutsche Journalistin.

Studium und Beruf

Julia Seeliger studierte zunächst Biochemie,[1] dann von 2001 bis 2008 Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. In Bonn wurde sie über die A.D.V. Penthesilea[2] Mitglied der dort ansässigen Katholischen Studierendenvereinigung Flamberg.[3][4] Im September 2008 schloss sie ihr Studium als Diplom-Journalistin (FH) ab.

Von September 2009 bis Ende 2011 arbeitete sie als Redakteurin bei der Online-Ausgabe der taz. Von Juli 2011 bis Juni 2013 schrieb Seeliger für das Ressort tazzwei die Kolumne „Alles Bio?“. Von Ende 2011 an war sie für die Frankfurter Allgemeine Zeitung als Bloggerin tätig. Am 1. August 2012 nahm die FAZ Seeligers Blog „Allerseelen“ vom Netz.

Engagement bei Bündnis 90/Die Grünen

Seeliger begann ihr Engagement bei den Grünen in Bonn im Jahr 2002. Sie engagierte sich dort bei der Grünen Jugend, wurde Mitglied im Kreisvorstand und später auch Mitglied des Landesparteirats der Grünen in Nordrhein-Westfalen. Von 2004 bis 2006 war sie Mitglied des Bundesvorstandes und Schatzmeisterin der Grünen Jugend. Weiterhin gehörte sie dem Frauenrat ihrer Partei an.

Im Dezember 2006 kandidierte sie spontan beim Parteitag der Grünen in Köln für den Parteirat. Sie wurde mit 55,3 % für eine zweijährige Amtszeit gewählt und verdrängte damit die Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt aus dem Gremium.[5] Ihre überraschende Wahl nach einer Rede mit provokativen Positionen erregte ein breites Presseecho und wurde als Wunsch der Partei zur Rückkehr nach alternativen Sponti-Elementen aufgefasst.[6][7]

Im März 2007 wurde Seeliger in den Landesvorstand der Grünen in Berlin gewählt. Im Dezember 2008 trat Seeliger aus beruflichen Gründen aus dem Berliner Landesvorstand zurück. Im April 2012 beendete sie ihre Grünen-Mitgliedschaft mit der Begründung, sich als Journalistin nicht dem Verdacht aussetzen zu wollen, Parteipolitik zu betreiben.[8] Am 22. September 2013, dem Tag der Bundestagswahl, erklärte sie ihre Rückkehr in die Partei.[9]

Schwerpunkte und Positionen

Seeliger forderte unter dem Titel „Monogamie ist keine Lösung“ unter anderem ein Adoptionsrecht für Homosexuelle, die Streichung von Hartz IV zugunsten einer individuellen Grundsicherung sowie eine individuelle Besteuerung der Einkünfte an Stelle des Ehegattensplittings.[10][11] Außerdem tritt sie für die kontrollierte Abgabe aller Drogen ein.[11] Sie sprach sich gegen die Urheberrechtsreform und für einen legalen Medientausch aus.[12]

Persönliches

Julia Seeliger betreibt seit ihrem achten Lebensjahr Judo, hat einen Dan-Grad erlangt (Schwarzer Gürtel) und war im Verein und in Schulen als Trainerin tätig.[13]

Veröffentlichungen

Weblinks

 Commons: Julia Seeliger – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Julia Seeliger: Ich sag euch mal was, Netzfeministinnen! (Version vom 13. Juni 2013 im Internet Archive), Blog zeitrafferin, 24. Oktober 2011
  2. A.D.V. Penthesilea bei Minerva Leipzig
  3. Am 26. März 2008 erfolgter Blogeintrag von Julia Seeliger
  4. Webseite der katholischen Studierendenvereinigung Flamberg
  5. Stephan Löwenstein: Kindisch wie früher. FAZ, 4. Dezember 2006
  6. Robert Leicht: Am grünen Holze. Die Zeit, 5. Dezember 2006
  7. Jan Meyer, Verena Köttker: Diese Grüne will die Ehe abschaffen. Bild, 5. Dezember 2006
  8. Julia Seeliger: Austritt aus den Grünen. In: seeliger.cc. 20. April 2012, abgerufen am 20. April 2012.
  9. Julia Seeliger: Für die Freiheit. In: seeliger.cc. 22. September 2013, abgerufen am 22. September 2013.
  10. Julia Seeliger: Monogamie ist keine Lösung. Jungle World Nr. 39, 27. September 2007
  11. a b Anne-Dore Krohn: Die grüne Frechheit. Die Zeit, 52/2006 vom 20. Dezember 2006
  12. Johannes Graupner: Kopieren ist kein Verbrechen. Die Grünen starten Kampagne für Filesharing. jetzt.de, 24. Januar 2008
  13. Julia Seeliger (PDF; 118 kB) Lebenslauf