Julian Balthasar Marchlewski

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Julian Marchlewski
Das Provisorische Polnische Revolutionskomitee während des Polnisch-Sowjetischen Krieges 1920, mit Feliks Dzierżyński, Julian Marchlewski, Feliks Kon, Józef Unszlicht

Julian Baltazar (Balthasar) Marchlewski (* 17. Mai 1866 in Włocławek, Kongresspolen; † 22. März 1925 in Bogliasco bei Genua, Italien) war ein polnischer Politiker und Mitbegründer des Spartakusbundes. Er ist auch bekannt als Karski oder Kujawiak.

Julian Marchlewski war Sohn eines katholischen polnischen Vaters und einer evangelischen adeligen Mutter deutscher Herkunft (Augusta Rückersfeldt).[1] Er war Färber. Von 1888 an gehörte er der sozialistischen Arbeiterbewegung an und gründete 1888/89 den Verband Polnischer Arbeiter (Związek Robotników Polskich, ZRP), 1893 war er Mitbegründer der Sozialdemokratischen Partei des Königreichs Polen (Socjaldemokracja Królestwa Polskiego, SDKP) mit Rosa Luxemburg und Leo Jogiches. Diese bildete ab 1899 die Sozialdemokratische Partei des Königreichs Polen und Litauen (Socjaldemokracja Królestwa Polskiego i Litwy, SDKPiL).

Julian Marchlewski musste in die Schweiz fliehen und studierte dort Jura und Staatswissenschaften in Zürich bis zur Promotion. 1896 kam er nach Deutschland und beteiligte sich an der Herausgabe verschiedener sozialdemokratischer Zeitungen. 1916 gehörte er zu den Mitgründern des Spartakusbundes, von 1916 bis 1918 war er in Deutschland für seine politischen Ansichten inhaftiert und wurde anschließend ausgewiesen. Er lebte ein Jahr in Moskau, kehrte anschließend illegal nach Deutschland zurück und stieg in die Zentrale der Kommunistischen Partei Deutschlands ein. Von 1922 bis zu seinem Tod 1925 in Nervi war er Vorsitzender der Internationalen Roten Hilfe.

Seine Tochter Sonja war die zweite Ehefrau von Heinrich Vogeler.

Am 16. März 1950 wurde die Marchlewskistraße im Berliner Stadtbezirk Friedrichshain nach ihm benannt.[2]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Julian Marchlewski – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ulrich Cartarius: Marchlewski, Julian. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 16, Duncker & Humblot, Berlin 1990, ISBN 3-428-00197-4, S. 115 f. (Digitalisat).
  2. Marchlewskistraße. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)