Julian Lennon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Cynthia und Julian Lennon bei der Enthüllung des John Lennon Peace Monuments in Liverpool am 9. Oktober 2010

John Charles Julian Lennon (* 8. April 1963 in Liverpool, England) ist ein englischer Musiker und Komponist. Er ist der Sohn von John Lennon aus dessen erster Ehe mit Cynthia Powell.

Leben[Bearbeiten]

Vater John Lennon[Bearbeiten]

Julian Lennons Mutter heiratete nach der Scheidung von John Lennon drei weitere Male. Ein harmonisches Familienleben hat Julian Lennon nach eigenen Angaben nie kennengelernt. Seine Kindheit war geprägt von wechselnden Partnerschaften seiner Mutter und ständigen Enttäuschungen durch seinen Vater. John Lennon (seit 1969 verheiratet mit Yoko Ono, gemeinsamer Sohn Sean Lennon) suchte jedoch seit 1972 den Kontakt zu seinem heranwachsenden Sohn aus erster Ehe. Es gab regelmäßige Besuche. Kurz vor John Lennons Ermordung 1980 war der Kontakt nach Julian Lennons Angaben besonders intensiv.

Julian Lennon inspirierte zwei bekannte Titel der Beatles. Sein Vater John schrieb 1967 Lucy in the Sky with Diamonds, nachdem ihm Julian eine seiner Zeichnungen gezeigt hatte und sie ihm als „Lucy am Himmel mit Diamanten …“ erklärt hatte. Diese Hintergrundinformation wurde nicht zuletzt verbreitet, um der naheliegenden Deutung zu begegnen, die Initialen des Song-Titels spielten auf LSD an. 1968 schrieb Paul McCartney Hey Jude. Der Einfall zu dem Titel kam ihm, als er auf dem Rückweg von einem Besuch bei Cynthia Lennon war. Das Stück sollte ein Trost für Julian sein, da sich seine Eltern gerade hatten scheiden lassen. Hey Jude hieß deshalb zuerst Hey Jules. Jahre später ersteigerte Julian Lennon das Originalmanuskript von Hey Jude.

Good Night, ein Titel auf dem Album The Beatles, ist ein Lied von John Lennon für seinen Sohn Julian, obwohl es von Ringo Starr gesungen wurde.

Auf John Lennons Album Walls and Bridges von 1974 spielte Julian als damals Elfjähriger bei einer etwa 30 Sekunden dauernden Version von Ya Ya Schlagzeug, während sein Vater sang und Klavier spielte.

Eigene Karriere[Bearbeiten]

Julian Lennons eigene Musikkarriere verlief wechselhaft. Seit Mitte der 1980er wurde Julian Lennon starker Alkohol- und Drogenkonsum nachgesagt. Zu Anklagen vor Gericht kam es jedoch nie. Nach eigenen Angaben lebt er seit 1998 drogenfrei.

1984 veröffentlichte Julian Lennon unter der Führung des bekannten Produzenten Phil Ramone das Album Valotte. Die Singleauskopplung Too Late for Goodbyes erreichte Platz sechs der britischen Singlecharts und Platz fünf in den USA. Das Album verkaufte sich weltweit mehrere Millionen Mal.

Der Erfolg war auch auf Lennons musikalische Fähigkeiten zurückzuführen. Er spielte Gitarre, Schlagzeug, Perkussionen, Bass und Keyboards ein. Was die Zuhörer am meisten beeindruckte sind sein Aussehen und seine Stimme, die beide stark an die seines Vaters erinnern. Sofort kamen Gerüchte auf, dass es doch eine Beatles-Reunion geben könnte – mit Julian Lennon als Ersatzmann.

Nach einer erfolgreichen Tournee nahm Lennon 1986 sein zweites Album The Secret Value of Daydreaming auf, kann jedoch lediglich eine Single in den US-Top-40 platzieren. Enttäuscht zog er sich in die Schweiz zurück, um in aller Ruhe über seine Karriere nachzudenken. Das dritte Album Mr. Jordan von 1988 war der erste Versuch, sich von seinem Vater zu emanzipieren. Kritiker zogen Vergleiche mit David Bowie, aber seine Plattenfirma war von dem Produkt wenig begeistert. Aus Mangel an Promotion nahm kaum jemand das Album wahr.

Im Jahr 1991 veröffentlichte Lennon sein nächstes Album Help Yourself. Die Singleauskopplung Saltwater war weltweit ein Erfolg, mit Ausnahme der USA. Vom jahrelangem Alkohol- und Drogenkonsum gezeichnet, zog Lennon erst nach Norditalien, dann nach Südfrankreich, um Abstand vom Musikgeschäft zu gewinnen. Jahrelang rührte er kein Instrument an und beschäftigte sich mit Architektur und Kochen.

Im Jahr 1998 erschien sein fünftes Werk Photograph Smile, für das er eigens das Label „Music from Another Room“ gründete. „Ich wollte nicht, dass meine letzten Alben mein Vermächtnis an die Musikindustrie darstellen. Sie waren einfach nicht gut genug. Ich wollte ein Album machen, auf das ich stolz sein kann. Eines, über das ich die Kontrolle habe“, erklärte er den Schritt 1999 in einem Interview.[1]

Danach zog er sich wieder ins Privatleben zurück. Ein zu Beginn des neuen Jahrtausends angekündigtes Album erschien nie. Nach drei Jahren meldete sich Lennon im September 2005 auf seiner Website wieder, um zu sagen, dass er jegliche Interviewanfragen zum 25. Todestag seines Vaters ablehne. „Mein Dad war ein großes Talent, dessen Musik und Ideale Millionen Menschen inspiriert hat. Dennoch begegne ich ihm mit gemischten Gefühlen. Er war der Vater, den ich liebte, aber er hat mich in vielerlei Hinsicht enttäuscht. Wer weiß, wie sich unsere Beziehung entwickelt hätte, wenn er nicht ermordet worden wäre …“, erklärte er dort.

Julian Lennon ist der Produzent des Dokumentarfilms Whaledreamers[2] von Kim Kindersley über einen Aborigine-Stamm und seine besondere Beziehung zu Walen, wobei auch viele Umweltprobleme angeschnitten werden. Dieser Film wurde mehrfach ausgezeichnet und beim Festival in Cannes gezeigt. Für den Film hat Lennon seinen Song Saltwater neu eingespielt, hat Gesänge der Aborigines und auch Wale mit eingearbeitet. Greenpeace hat das Stück inzwischen zu seiner Hymne gemacht.[3]

Am 3. Oktober 2011 erschien Lennons sechstes Studioalbum Everything Changes. Einige der Stücke des Albums waren zuvor bereits als Rohmixe auf Lennons MySpace-Profil zu hören.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

Kompilation[Bearbeiten]

  • 2001: VH1 Behind the Music: The Julian Lennon Collection

Singles[Bearbeiten]

  • 1984: Too Late for Goodbyes / Well I Don’t Know
  • 1984: Too Late for Goodbyes / Big Mama / Well I Don’t Know (12”)
  • 1984: Too Late for Goodbyes / Let Me Be (USA)
  • 1984: Too Late for Goodbyes (Extended) / Too Late for Goodbyes / Well I Don’t Know (12”) (USA)
  • 1984: Valotte / Let Me Be
  • 1984: Valotte / Let Me Be / Bebop (12”) (Deutschland)
  • 1984: Valotte / Well I Don’t Know (USA)
  • 1985: Say You’re Wrong / Bebop (GB)
  • 1985: Say You’re Wrong / Bebop / Too Late for Goodbyes (Extended) (12”) (Deutschland)
  • 1985: Say You’re Wrong / Big Mama (USA)
  • 1985: Jesse / Bebop (USA)
  • 1985: Because / Because (Instrumental)
  • 1986: Stick Around / Always Think Twice
  • 1986: Stick Around (Extended) / Stick Around (Single Mix) / Always Think Twice (12”)
  • 1986: This Is My Day / Everyday
  • 1986: This Is My Day (Extended) / This Is My Day (Album Version) / Everyday (12”)
  • 1986: Want Your Body / Everyday (USA)
  • 1986: Time Will Teach Us All / Time Will Teach Us All (Instrumental)
  • 1986: Time Will Teach Us All (Extended) / Time Will Teach Us All / Time Will Teach Us All (Instrumental) (12”)
  • 1986: Midnight Smoke / The Vanishing (GB)
  • 1986: Midnight Smoke (Full Version) / The Vanishing (Full Version) (12”) (GB)
  • 1989: Now You’re in Heaven / Second Time
  • 1989: Now You’re in Heaven (Extended) / Now You’re in Heaven / Second Time (12”)
  • 1989: Now You’re in Heaven (US-Remix) / Now You’re in Heaven (7” Mix) / Now You’re in Heaven (Dub Mix) / Second Time (12”) (USA)
  • 1989: Now You’re in Heaven (7” Mix) / Too Late for Goodbyes (Extended) / Now You’re in Heaven (Orbit Mix) (CD)
  • 1989: You’re the One / Sunday Morning
  • 1989: You’re the One / Sunday Morning / Stand By Me (Live) (12”-CD) (GB)
  • 1991: Saltwater / Rebel King (Edit)
  • 1991: Saltwater / Rebel King (Edit) / Creo Que Voy A LLorar (Saltwater) / Mother Mary (12”-CD)
  • 1991: Help Yourself (Edit) / Take Me Home
  • 1991: Help Yourself (Edit) / Take Me Home / Angilette (CD)
  • 1991: Help Yourself (Edit) / Take Me Home / Angilette / Saltwater (live at the Steve Wright Show) (CD)
  • 1991: Help Yourself (Remix Edit) / Help Yourself (Remix) (CD)
  • 1991: Get a Life (Radio Mix) / Get a Life (Bungee Mix)
  • 1991: Get a Life (Radio Mix) / Get a Life (Bungee Mix) / Get a Life (Album Version) / Ruby Tuesday (CD) (GB)
  • 1991: Get a Life (Radio Mix) / Get a Life (Bungee Mix) / Saltwater / Ruby Tuesday (CD) (GB)
  • 1993: Children of the World / Children of the World (Instrumental) (CD) (Japan)
  • 1998: Day After Day / Don’t Let Me Down / Good to Be Lonely (CD)
  • 1998: I Don’t Wanna Know / Kiss Beyond the Catcher / Day After Day (Video) (CD)
  • 1998: I Don’t Wanna know / I Need you / I Don’t Wanna Know (Original Version) / I Don’t Wanna Know (Video) (CD)
  • 2009: Lucy (Studio Version) / Sober / Lucy (Acoustic Version) / Beautiful (Julian Lennon und James Scott Cook)
  • 2011: Lookin’ 4 Luv (Download-Single)
  • 2012: Guess It Was Me (2012 Remix) (Download-Single)
  • 2013: Someday (Download-Single)

Promotionsingles[Bearbeiten]

Hierbei handelt es sich um Werbesingles, die (so) nicht als reguläre Kaufsingles erschienen sind.

  • 1989: Mother Mary (Edit) / Mother Mary (LP Version) (CD) (USA)
  • 1991: Rebel King (Edit) / Get A Life (LP Version) / New Physics Rant (CD) (USA)
  • 1991: Listen (AOR Edit) / Listen (LP Version) (CD) (USA)
  • 2011: Lookin’ 4 Luv (CD-Promotionsingle, UK – ansonsten nur als Download-Single veröffentlicht)
  • 2012: Guess It Was Me (2012 Remix) (CD-Promotionsingle, UK – ansonsten nur als Download-Single veröffentlicht)

Andere Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • 1985: Raf Ravenscroft - Lifeline - Song for a Guy
  • 1986 The Hunting of the Snark – Midnight Smoke, The Escapade (Duett), The Vanashing (Duett)
  • 1986 Playing for Keeps: Original Motion Picture Soundtrack – Stand by Me (live)
  • 1986 Dave Clark’s TIME The Album – Time will Teach Us All, Because, If You only Knew
  • 1987 The Hail! Hail! Rock'N Roll (Soundtrack) – Johnny B. Good (Duett)
  • 1989 The Wonder Years – Ruby Tuesday
  • 1995 Mr. Holland’s Opus – Cole’s Song
  • 1996 Bald – Bald’s – All Alone (Duett)
  • 1996 Duos Taratata Vol. 2 – Stand by Me (Duett mit Tears for Fears)
  • 1999 KTCZ Cities Sampler – Good to be Lonely (Akustische Version)
  • 1999 KGSR Broadcasts Vol 7 – I Don’t Wanna Know (Akustische Version)
  • 2003 Third World – Ain’t Givin’ Up… – Hold Tight (Duett)
  • 2006 Gregory Darling - Shell – New Dream (Duett)
  • 2011 Shine on! Volume One – Children of the World
  • 2011 Tomi Swick – December Sky (featuring Julian Lennon)
  • 2012 Nick Wood – Hope (featuring Julian Lennon, Tetsuya Komuro, Beyond Tomorrow Students)
  • 2012 Matt Backer – Idle Hands – All that You’ve Wanted (Duett)
  • 2012 Aerosmith – Music from Another Dimension! – Luv XXX (Duett)
  • 2013 Tony Mortimer feat. Julian Lennon – Rain in England

Chartplatzierungen[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen (n.v. = nicht veröffentlicht)
DEDeutschlandDeutschland ATOsterreichÖsterreich CHSchweizSchweiz UKVereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich USVereinigte StaatenVereinigte Staaten
1984 Valotte[4] 60 20 17
1986 The Secret Value of Daydreaming 93 32[5]
1989 Mr. Jordan 87[6]
1991 Help yourself 42
1998 Photograph Smile 94[7] 40[8]
2001 VH-1 Behind the Music – The Julian Lennon Collection n.v. n.v. n.v. n.v.
2011 Everything Changes

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen (n.v. = nicht veröffentlicht)
DEDeutschlandDeutschland ATOsterreichÖsterreich CHSchweizSchweiz UKVereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich USVereinigte StaatenVereinigte Staaten
1984 Too Late for Goodbyes[4] 26 22 30 6 5
1984 Valotte[4] 55 9
1985 Say You’re Wrong n.v. n.v. n.v. 75 21
1985 Jesse n.v. n.v. n.v. n.v. 54
1985 Because 40 n.v.
1986 Stick Around 86 32[9]
1986 This Is My Day
1986 Want Your Body n.v. n.v. n.v. n.v.
1986 Time Will Teach Us All n.v. n.v. n.v. n.v.
1987 Midnight Smoke n.v. n.v. n.v. n.v.
1989 Now You’re in Heaven 59 93[10]
1989 You’re the One
1991 Saltwater 6[11]
1991 Help Yourself 53[11]
1992 Get a Life[11] 56
1998 Day After Day n.v. n.v. n.v. 66
1998 I Don’t Wanna Know
2009 Lucy
2011 Lookin' 4 Luv (Download-Single)
2012 Guess It Was Me (2012 Remix) (Download-Single)
2013 Someday (Download-Single)

DVD/VHS[Bearbeiten]

  • 1985: Stand by Me - A Portrait of Julian Lennon (nur VHS 1985)
  • 1995: Leaving Las Vegas. (Nebenrolle, 1995)
  • 2013: Through The Picture Window (Dokumentation über das Album Everything Changes mit zusätzlichen Musikvideos)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. “I didn’t want to leave the last couple of albums as my legacy in the music industry. It’s just not good enough. I wanted to do an album I was wholly proud of, one that I had total control over.” Daniel Durchholz: The Other Son. In: Rolling Stone, 24. Februar 1999.
  2. Whaledreamers Official Website
  3. Der Name meines Vaters wirkt weiter. In: Berliner Zeitung, 12. Januar 2008; Julian Lennon im Interview mit Patrick Heidmann
  4. a b c Chartquellen: Billboard Hot 100, musicline.de, everyhit.com
  5. US-Billboard-Charts
  6. US-Billboard-Charts
  7. musicline.de
  8. austriancharts.at
  9. US-Billboard-Charts
  10. billboard.com
  11. a b c Chartquellen: musicline.de, everyhit.com