Julie London

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Julie London, geborene Peck, (* 26. September 1926 in Santa Rosa, Kalifornien; † 18. Oktober 2000 in Encino, Kalifornien) war eine US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin. Ihr bekanntester Hit war Cry Me a River aus dem Jahr 1957.

Leben[Bearbeiten]

Julie London war die Tochter des Vaudeville-Tanz- und Gesangspaars Jack und Josephine Peck. 1940 zog die Familie nach Los Angeles, wo sie 1945 die Hollywood Professional School absolvierte, vorher aber schon als Sängerin (mit dem Orchester von Matty Malneck[1]) und in Filmen auftrat – zuerst 1944 in dem Camp-Film Nabonga, in der es um ein im Urwald abgestürztes Mädchen geht, das von einem Gorilla protegiert wird. Während des Zweiten Weltkriegs war sie ein beliebtes Pin-up-Girl.

Von Juli 1947 bis November 1953 war London mit dem Schauspieler Jack Webb verheiratet, mit dem sie eine Vorliebe für Jazzmusik teilte und zwei Töchter hatte. Ab 1959 war sie mit dem Jazzkomponisten, Songwriter (u.a. Route 66) und Jazzpianisten Bobby Troup (1918–1999) bis zu seinem Tod im Februar 1999 verheiratet. Mit ihm hatte sie eine Tochter und zwei Zwillingssöhne.

Als Sängerin nahm London 32 Alben auf, zuerst 1955 Julie Is Her Name. Mit ihrer rauchigen, nicht sehr tragenden, aber intimen Stimme – in einem Interview in Life Magazine 1957, in dem sie einen Cover-Artikel hatte, kommentierte sie ihre Stimme so: „It’s only a thimbleful of a voice, and I have to use it close to the microphone. But it is a kind of oversmoked voice, and it automatically sounds intimate.“ – war sie in den 1950er Jahren eine der populärsten Sängerinnen (1955, 1956, 1957 von Billboard Magazine in dieser Kategorie an die Spitze gewählt). Sie hatte mit Cry Me a River (geschrieben von ihrem High School-Klassenkameraden Arthur Hamilton) im April 1957 einen Millionenhit. Zuvor hatte sie den Titel schon 1956 in dem Film The Girl Can’t Help It (Regie Frank Tashlin, mit Jayne Mansfield) gesungen, in dem sie sich selbst spielte. Weitere Hits hatte sie mit Makin’ Whoopie, Blue Moon und It Had to Be You. Sie nahm Platten bis in die 1970er Jahre auf, ihre letzte Aufnahme war 1981 My Funny Valentine für den Burt Reynolds-Film Sharkys Machine. Der 1953 veröffentlichte Julie-London-Song Vaya Con Dios fungierte als Namensspender für die belgische Band Vaya Con Dios.

Als Schauspielerin war London in über 20 Spielfilmen zu sehen, darunter Sturm über dem Pazifik (1949) mit Gary Cooper und Der Mann aus dem Westen (1958) ebenfalls an der Seite von Cooper. Außerdem spielte sie in vielen Fernsehproduktionen, so etwa von 1972 bis 1979 in der von ihrem Ex-Mann Jack Webb produzierten Krankenhaus-Serie Notruf California als Krankenschwester Dixie McCall (ihr Mann Bobby Troup spielte dort ebenfalls mit, als Dr. Joe Early). 1974 wurde sie für ihre Rolle in der Serie für den Golden Globe nominiert.

Julie London erholte sich nie ganz von einem 1995 erlittenen Schlaganfall, starb 2000 und liegt auf dem Forest Lawn Hollywood Hills Cemetery in Los Angeles begraben. Sie hat seit 1960 einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1955: Julie Is Her Name
  • 1956: Calendar Girl
  • 1956: Lonely Girl
  • 1957: Make Love with Me
  • 1959: Julie… at Home
  • 1960: Send for Me
  • 1965: All Through the Night
  • 1965: Feeling Good

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1944: Die Rache des Gorilla (Nabonga)
  • 1948: Das Tal der Leidenschaften (Tap Roots)
  • 1949: Sturm über dem Pazifik (Task Force)
  • 1950: Fahr’ zur Hölle (Return of the Frontiersman)
  • 1951: The Fat Man
  • 1957: Drango
  • 1958: Vom Teufel geritten (Saddle the Wind)
  • 1958: Gegen Sitte und Moral (A Question of Adultery)
  • 1958: Die Stimme im Spiegel (Voice in the Mirror)
  • 1958: Der Mann aus dem Westen (Man of the West)
  • 1959: Erinnerungen einer Nacht (Night of the Quarter Moon)
  • 1959: Heiße Grenze (The Wonderful Country)
  • 1960: Ein Toter ruft an (The 3rd Voice)
  • 1960: Am Fuß der blauen Berge (Laramie, Fernsehserie, Folge 2x01)
  • 1961: Der tanzende Gangster (The George Raft Story)
  • 1965: Alfred Hitchcock Presents (The Alfred Hitchcock Hour, Fernsehserie, Folge 3x12)
  • 1965: Tennisschläger und Kanonen (I Spy, Fernsehserie, Folge 1x12)
  • 1967: Solo für O.N.C.E.L. (The Man from U.N.C.E.L., Fernsehserie, Folge 4x05)
  • 1968: Big Valley (Fernsehserie, Folge 4x02)
  • 1972–1978: Notruf California (Emergency!, Fernsehserie, 129 Folgen)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ken Bloom: The American Songbook - The Singers, the Songwriters, and the Songs - 100 Years of American Popular Music - The Stories of the Creators and Performers. Black Dog & Leventhal, New York City 2005, ISBN 1-57912-448-8.