Julie von Hausmann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Julie von Hausmann
Titelblatt der „Maiblumen“

Julie Katharina von Hausmannlettisch Jūlija fon Hausmane – (* 7. Märzjul./ 19. März 1826greg.[1] in Riga; † 2. Augustjul./ 15. August 1901greg.[2] in Võsu, Estland) war eine deutsch-baltische Dichterin, die vor allem durch ihr Gedicht So nimm denn meine Hände Weltberühmtheit erlangte. Die Melodie hierzu hatte Friedrich Silcher bereits 1842 für ein anderes Lied komponiert.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Julie von Hausmann wurde als fünfte von sechs Töchtern des Gymnasialoberlehrers Johannes Michael von Hausmann und seiner Ehefrau Julie, geb. von Magnus, geboren. Ihre Kindheit und Jugend verlebte sie in Mitau (lettisch: Jelgava) in Kurland. Über dieses Lebensabschnitt ist wenig bekannt, wohl aber, dass Pfarrer Theodor Neander, der sie konfirmiert hat, ihr den Anstoß für ein bewusstes Leben im christlichen Glauben gab. Das drückte sich u.a. darin aus, dass sie geistliche Gedichte schrieb. Vielleicht zeigte sich darin auch ihre Scheu und allgemeine Zurückhaltung, die sie aber eben nicht sprachlos machten. Olga von Karp, eine Freundin, vermittelte Kontakt zu dem Berliner Pfarrer Gustav Knak, der ihre Gedichte, darunter auch das berühmte So nimm denn meine Hände, im Jahre 1862 unter dem Titel Maiblumen. Lieder der Stillen im Lande mit gutem Erfolg veröffentlichte. Den Verkaufserlös ließ Julie von Hausmann sozialen Einrichtungen in Berlin und Hongkong zugutekommen.

Julies Schwester Johanna, eine ausgebildete Organistin, erhielt 1864 eine Stelle in der anglikanischen Gemeinde in Biarritz (Südfrankreich). Sie nahm Julie dorthin mit.

Um 1896 veröffentlichte Julie von Hausmann ein 700 Seiten starkes Andachtsbuch mit kurzen Betrachtungen für Dienstboten und gab ihm den Titel Hausbrot.

Julie von Hausmann war nicht verheiratet. Es gibt jedoch eine Geschichte, die sich allerdings nicht belegen lässt: Sie sei mit einem Missionar verlobt gewesen, der gestorben war, als sie auf der Missionsstation angekommen sei.[3] Aus dieser emotionalen Situation heraus sei das Gedicht So nimm denn meine Hände. entstanden.

Julie von Hausmann starb während eines Ferienaufenthaltes im russischen Ostseebad Wösso (estnisch: Võsu) am Strand.

Werke[Bearbeiten]

  • Maiblumen. Lieder einer Stillen im Lande. 2 Bände, 1862 (6. Auflage um 1880: Titelblatt Band 1)
  • Bilder aus dem Leben der Nacht im Lichte des Evangeliums. 1868.
  • Hausbrot. Schlichte Morgen- und Abend-Andachten. 1899.
  • Blumen aus Gottes Garten. Lieder und Gedichte. 1902 (postumer Sammelband)

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag im Taufregister der St.-Jacobi-Kirche zu Riga (lettisch: Rīgas sv. Jēkaba katedrāle)
  2. Eintrag im Beerdigungsregister der Gemeinde Haljall (estnisch: Haljala kogudus)
  3. Waldtraut Ingeborg Sauer-Geppert, So nimm denn meine Hände.... In: Jahrbuch für Liturgik und Hymnologie. Jg. 27 (1983), S. 207–217.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Julie von Hausmann – Quellen und Volltexte