Julio César Chávez

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Julio César Chávez Boxer
Julio César Chávez
Daten
Geburtsname Julio César Chávez
Gewichtsklasse Superfedergewicht, Leichtgewicht, Halbweltergewicht
Nationalität Mexikanisch
Geburtstag 12. Juli 1962
Geburtsort Ciudad Obregón
Stil Linksauslage
Größe 1,70 m
Kampfstatistik
Kämpfe 115
Siege 107
K.-o.-Siege 86
Niederlagen 6
Unentschieden 2

Julio César Chávez (* 12. Juli 1962 in Ciudad Obregón, Mexiko) ist ein ehemaliger mexikanischer Profiboxer. Er gewann seine ersten 87 Kämpfe in Folge, davon 75 durch K.o. und erzielte damit einen unerreichten Rekord im Profiboxsport. Er ist ehemaliger WBC-Weltmeister im Superfedergewicht, ehemaliger WBC- und WBA-Weltmeister im Leichtgewicht, sowie ehemaliger IBF- und zweifacher WBC-Weltmeister im Halbweltergewicht. 2011 wurde er in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen.

Sein Sohn Julio César Chávez junior ist ehemaliger WBC-Weltmeister im Mittelgewicht.

Laufbahn[Bearbeiten]

Chávez verzichtete wie die meisten mexikanischen Boxer komplett auf eine Amateurkarriere und wurde 1980 im Alter von erst siebzehn Jahren Profi. Er schlug seine ersten 44 Gegner in Aufbaukämpfen. Am 4. März 1981 kam es aber zu einem Kampf gegen Miguel Ruiz (3 Siege, 9 Niederlagen), der ihm lange nachhing. Er schlug am Ende der ersten Runde nach und wurde sofort disqualifiziert. Die Boxkommission von Culiacan, der sein Manager Ramon Felix angehörte, änderte das Ergebnis später in einen "KO-Sieg".

Am 13. September 1984 gewann er in Los Angeles durch einen vorzeitigen Sieg über seinen Landsmann Mario Martínez WBC-Titel im Superfedergewicht (englisch: junior lightweight). Er verteidigte diesen Titel bis 1987 neun Mal erfolgreich, unter anderem gegen Roger Mayweather durch KO, seine Punktsiege gegen Rocky Lockridge und Juan LaPorte waren jedoch umstritten.

1987 konnte er in der nächsthöheren Gewichtsklasse, dem Leichtgewicht, gegen den gefürchteten puertorikanischen Puncher Edwin Rosario vorzeitig den WBA Titel gewinnen, was bei vielen Experten als Karrierehöhepunkt gilt.

1988 konnte er diesen Gürtel mit dem WBC-Titel seines Freundes und Landsmanns José Luis Ramírez vereinigen. Ramírez galt trotz Titels und optisch beeindruckender Bilanz von 101 Siegen (82 KOs) in 107 Kämpfen als schlagbar, hatte aber kurz zuvor mit hoch umstrittener Wertung Olympiasieger Pernell Whitaker geschlagen, was Chávez lange zum Anlass nahm, Whitaker zu meiden.

Schon 1989 stieg er in das Halbweltergewicht auf, wo er im Kampf um den WBC Titel erneut auf Roger Mayweather, den Onkel von Floyd Mayweather junior, traf und sich auch diesen Gürtel sicherte. Mayweather gab den Kampf nach Magenkrämpfen infolge von Körpertreffern in einer Rundepause auf.

1990 kam es zum berühmtesten, aber auch umstrittensten Kampf seiner Karriere, als er in einem Vereinigungskampf mit dem IBF-Titelträger, dem US-amerikanischen Olympiasieger Meldrick Taylor, nur zwei Sekunden vor dem Schlussgong durch technischen KO gewann. Der Abbruch war umstritten, weil Taylor auf den Beinen war und auf den Punktzetteln zu diesem Zeitpunkt führte. Zu einem direkten Rückkampf kam es offiziell deshalb nicht, da Taylor in der Folge im Weltergewicht boxte, Chávez es allerdings vorzog, im Halbweltergewicht zu verbleiben. (Chavez boxte aber sehr wohl später im Weltergewicht und der Rückkampf Jahre später fand im Halbweltergewicht statt).

1992 schlug er in einer Titelverteidigung den beliebten, aber seinen Höhepunkt weit hinter sich gelassenen Hector Camacho nach Punkten.

In einem sportlich ansonsten wenig beachteten WBO-Halbweltergewichts-WM-Kampf gegen Greg Haugen (USA), den Chávez in der 5. Runde durch Abbruch gewann, kamen im Februar 1993 136.000 Zuschauer ins Aztekenstadion, was Weltrekord bedeutete.[1]

Am 10. September 1993 boxte er bei einem Ausflug in das Weltergewicht gegen den US-Star Pernell Whitaker unentschieden. Das Ergebnis galt als sehr umstritten, unabhängige Beobachter hatten den Kampf als klaren Punktsieg Whitakers gewertet.

Am 29. Januar 1994 erfolgte gegen Frankie Randall seine erste offizielle Niederlage, Randall war Top 10 im Ring Magazine aber ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Chávez war in diesem Kampf erstmals in seiner Karriere am Boden und verlor schließlich durch eine (offiziell) knappe 2:1 Punktentscheidung. Den direkten Rückkampf im Mai des Jahres konnte er dann umstritten für sich entscheiden, Randall wurde im Anschluss von Don King auf einen anderen Titel umgeleitet.

Dennoch schien seine beste Zeit nun vorüber, 1996 und 1998 verlor er gegen Óscar de la Hoya jeweils vorzeitig. Auch in seinem letzten Titelkampf, am 29. Juli 2000 gegen Kostya Tszyu, war er chancenlos und verlor durch technischen KO in der sechsten Runde.

Nach einer 25-jährigen Profilaufbahn mit 115 Kämpfen beendete er schließlich 2005 seine Karriere.

Im Jahr 2011 wurde Chávez in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen.

Erfolge[Bearbeiten]

  • Superfedergewicht: WBC-Weltmeister 1984–1987
  • Leichtgewicht: WBA-Weltmeister 1987–1989, WBC-Weltmeister 1988–1989
  • Halbweltergewicht: IBF-Weltmeister 1990–1991, WBC-Weltmeister 1989–1994, 1994–1996

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Ergebnisse ohne Bundesligen", Sport-Bild vom 24. Februar 1993, S.60
Vorgänger Amt Nachfolger
Meldrick Taylor Boxweltmeister im Halbweltergewicht (IBF)
17. März 1990–1991
Rafael Pineda