Julius Blum (Unternehmen)

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47.4577111111119.6523Koordinaten: 47° 27′ 28″ N, 9° 39′ 8″ O

Julius Blum GmbH
Logo der Julius Blum GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1952
Sitz Höchst (Österreich)
Leitung Herbert Blum (Geschäftsführung)
Gerhard E. Blum (Geschäftsführung)
Mitarbeiter 5.907 (30. Juni 2013)[1]
Umsatz 1,317 Mrd. EUR (30. Juni 2013)[1]
Branche Metallverarbeitung
Produkte MöbelbeschlägeVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.blum.com
Firmensitz Werk 2 Höchst

Die Julius Blum GmbH ist ein international tätiges Unternehmen, das Scharnier-, Klappen- und Auszugsysteme sowie die Verarbeitungshilfen dafür herstellt.

Der Hauptsitz des unter dem Kurznamen Blum bekannten Unternehmens befindet sich in Höchst, einer Gemeinde im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Die Produktionsstätten befinden sich vor allem in Österreich, aber auch in den Vereinigten Staaten, in Polen und in Brasilien. Das Unternehmen befindet sich vollständig in Familienbesitz.[2] Blum zählt zu den größten Unternehmen und Arbeitgebern in Vorarlberg.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Julius Blum aus Höchst gründete am 1. März 1952 das Unternehmen und stellte als erstes Produkt Hufstollen, eine Art „Spikes“ für Pferde, her. Bereits im Jahr 1958 produzierte Blum mit dem ANUBA-Band den ersten Möbelbeschlag und vertrieb diesen in Österreich. Im Jahr 1964 wurde mit der Produktion des ersten Blum-Scharniers der Beginn der Fertigung von verdeckten Möbelscharnieren im Unternehmen eingeleitet, ein Jahr darauf wurden auch die ersten Exportgeschäfte außerhalb Österreichs aufgenommen. 1966 wurde mit Rollschubführungen für Schubladen eine weitere Produktsparte in das Produktionsprogramm aufgenommen.

Seit dem Jahr 1970 gibt es bei der Julius Blum GmbH eine eigene Lehrlingsausbildung. Heute zählt die Lehrlingsausbildung bei Blum zu den Aushängeschildern des Unternehmens. Jährlich gewinnen Blum-Lehrlinge zahlreiche internationale Wettbewerbe.
Das Unternehmen wuchs und es werden seither immer wieder neue Produkte entwickelt, die vor allem in Küchenmöbeln Anwendung finden. Blum hat dafür bis heute bereits mehr als 1.000 Patente anmelden lassen.[4]

Im Jahr 1978 erhielt das Unternehmen die Staatliche Auszeichnung und darf seither das Bundeswappen im Geschäftsverkehr verwenden.

Standorte[Bearbeiten]

Werk 3 in Höchst
Werk 4 in Bregenz

Produktion[Bearbeiten]

Die Julius Blum GmbH produziert hauptsächlich im österreichischen Bundesland Vorarlberg, wo das Unternehmen in der Rheindeltagemeinde Höchst auch seinen Verwaltungshauptsitz hat. In Vorarlberg existieren derzeit sieben Werke, wovon sich die Werke eins bis drei in Höchst befinden. Werk 4 ist in Bregenz, Werk 5 in Fußach, Werk 6 in Gaißau und Werk 7 in Dornbirn situiert.

Außerhalb Österreichs wird zudem in den Vereinigten Staaten und in Brasilien produziert. Der Standort in den USA befindet sich in Lowesville im Bundesstaat North Carolina. In Brasilien ist Blum in Embu im Bundesstaat São Paulo mit einem Werk vertreten.

Logistik[Bearbeiten]

In Polen wurde 2006 ein Verpackungs- und Logistikzentrum in Swarzędz-Jasin eröffnet. Weltweit werden die Produkte von Tochtergesellschaften, Vertretungen oder Niederlassungen vertrieben.

Bis Ende des Jahres 2007 wurde der Standort in Russland erweitert und die neuen Büro- und Lagerflächen an einen verkehrstechnisch günstigeren Ort in der Nähe des Flughafens Domodedowo (südlich von Moskau) verlegt.[5] Im August 2009 wurde in Dornbirn das Werk 7 eröffnet, wo hauptsächlich ein Logistikzentrum für Vorarlberg entstand, um mehr Transporte von der Straße auf die Schiene zu verschieben.[6][7]

Im Jahr 2012 wurde die bisherige griechische Vertretung von Blum in der Hauptstadt Athen in ein Tochterunternehmen, Blum Hellas, umgewandelt. Damit ist ein weiteres Tochterunternehmen in die Unternehmensgruppe eingegliedert worden.[8]

Lehrlingsausbildung[Bearbeiten]

Seit Beginn der eigenen Lehrlingsausbildung bei Blum im Jahr 1970 wird der Ausbildung ganz besonderes Augenmerk geschenkt. Eine Duale Ausbildung prägt das System, was bedeutet, dass die Lehrlinge parallel in Betrieb und Berufsschule ausgebildet werden.

Es werden aktuell im Unternehmen Lehrlinge in sieben verschiedenen technischen Lehrberufen ausgebildet:

Die Ausbildung dauert je nach Lehrberuf 3,5 bis 4 Jahre.

Im September 2013 beginnen 64 neue Lehrlinge bei Blum ihre Ausbildung, womit fortan insgesamt 256 Lehrlinge in Ausbildung stehen.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Presseaussendung der Julius Blum GmbH vom 11. Juli 2013 zum Jahresabschluss des Geschäftsjahrs 2012/13.
  2. Hermann Simon erwähnt die Julius Blum GmbH in seinem gleichnamigen Buch als Beispiel für einen „Hidden Champion“. (Hermann Simon: Hidden Champions des 21. Jahrhunderts : Die Erfolgsstrategien unbekannter Weltmarktführer. Campus, Frankfurt a. M., 2007. ISBN 978-3-593-38380-4. S. 22.)
  3. Vorarlberg Online (vol.at): Blum peilt Umsatzmilliarde an
  4. Neue Zürcher Zeitung (NZZ) (PDF-Datei; 121 kB) Geschickter Einsatz von Patenten
  5. Vorarlberg Online (vol.at): Blum erweiterte Standort in Russland. Artikel vom 24. Oktober 2007.
  6. ORF Vorarlberg: Blum will Logistikzentrum in Dornbirn bauen. Artikel vom 29. Juni 2007.
  7. Vorarlberg Online (vol.at): Countdown in Blum-Werk 7
  8. Vorarlberg Online (vol.at): Beschlägehersteller Blum übernahm griechische Vertretung. Artikel vom 26. März 2012.