Junagadh

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Junagadh (Begriffsklärung) aufgeführt.
Junagadh
Junagadh (Indien)
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Staat: Indien
Bundesstaat: Gujarat
Distrikt: Junagadh
Lage: 21° 31′ N, 70° 28′ O21.51666666666770.466666666667Koordinaten: 21° 31′ N, 70° 28′ O
Einwohner: 320.250 (2011)[1]
Junagadh – Mohabbat Maqbara Palast
Junagadh – Mohabbat Maqbara Palast

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Junagadh (Gujarati: જુનાગઢ, Junāgaḍh; vor 1947 auch Sorath genannt) ist eine Stadt im indischen Bundesstaat Gujarat mit rund 320.000 Einwohnern (Volkszählung 2011). Sie ist Verwaltungssitz des Distriktes Junagadh.

Lage[Bearbeiten]

Junagadh liegt am Fuße der Girnar-Berge auf der Halbinsel Kathiawar etwa 780 Straßenkilometer nordwestlich von Mumbai. Bis nach Ahmedabad, der Hauptstadt des Bundesstaates Gujarat sind es etwa 320 Kilometer in nordöstlicher Richtung. Die Stadt befindet sich auf einer durchschnittlichen Höhe von 107 Metern ü. d. M.; die arabische See ist etwa 80 Kilometer entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte des Ortes geht auf das 3. Jahrhundert v. Chr. zurück, aus der Zeit stammen auch Teile des noch heute erhaltenen Forts Uparkot sowie eine Felsinschrift Kaiser Ashokas. Danach gehörte Junagadh zum Herrschaftsgebiet der Saken und der Guptas. Im 9. und 10. Jahrhundert waren die Chudasamas, ein möglicherweise türkisch-stämmiger Rajputen-Clan, Herren über weite Teile Gujarats. Im 11./12. Jahrhundert herrschte die Dynastie der Solanki über die Stadt, die nach der islamischen Eroberung Gujarats (1299) zum Sultanat Gujarat gehörte, das im Rahmen der Expansion des Mogulreichs unterging.

Im 16. Jahrhundert eroberten die Portugiesen Teile der Küsten und die Insel Diu; ihre Nachfolger waren die Briten, die sich jedoch wenig um Gujarat kümmerten, sondern die Herrschaft über die Provinz einer Vielzahl von lokalen Herrschern überließen. Der Ort war bis 1947 Hauptstadt des muslimischen Fürstenstaat Junagadh (Sorath). Bei der Unabhängigkeit Britisch-Indiens und dessen Teilung in die modernen Staaten Indien und Pakistan entschied sich der Nawab für den Beitritt seines Staates zu Pakistan. Indien erkannte die Entscheidung des Nawab unter Verweis auf die mehrheitlich hinduistische Bevölkerung Junagadhs nicht an. In einer Volksabstimmung im Februar 1948 entschied sich die Bevölkerung des früheren Staates Junagadh mit großer Mehrheit für die Zugehörigkeit zu Indien.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Buddhistisches Höhlenkloster
Felsinschriften
Von großer geschichtlicher Bedeutung sind drei Inschriften auf einem großen Felsblock am Ortsrand von Junagadh: Die älteste stammt aus der Zeit Ashokas (reg. ca. 268–232 v. Chr.) und liegt an der Straße, die zum Girnar-Hügel führt, eine weitere ist der Zeit des Saka-Herrschers Rudradaman I. (reg. ca. 130–150 n. Chr.) zuzurechnen; die dritte ist eines der wenigen Zeugnisse der späten Gupta-Zeit und rühmt die Heldentaten Skandaguptas (reg. ca. 355–368 n. Chr.). Ein weiteres Felsedikt Ashokas befindet sich auf einem Granitfelsen auf dem Girnar-Hügel.
Girnar-Hügel
Die etwa 1100 Meter hohen Girnar-Berge erhebt sich im Osten der Stadt. Sie sind die höchsten Erhebungen in Gujarat. Sie sind eine bedeutende Pilgerstätte der Jainas. Eine Treppe mit etwa 10.000 Stufen führt hinauf zum Gipfel. Die Pilgerstätte liegt knapp unterhalb des Gipfels und umfasst mehrere Jain-Tempel aus dem 12. bis 15. Jahrhunderts. Oberhalb der Jain-Tempel befinden sich auf Gipfeln des Girnar-Bergs kleinere, ebenfalls von vielen Pilgern aufgesuchte Schreine.
Buddhistisches Höhlenkloster
Ein buddhistisches Höhlenkloster mit mehreren Höhlen aus der Zeit von 300–500 n. Chr. gehört zu den Hauptattraktionen der Stadt. Besonders hervorzuheben ist ein von kanelierten Säulen begrenzter Innenhof.
Uparkot-Fort
Im Bereich des 'Alten Forts' befinden sich zwei in den Fels gehauene Zisternen bzw. Stufenbrunnen – der 'Naughan Kuva' (13. Jh.) ist über eine gewundene Treppe zugänglich, der 'Adi Chadi Vav' (15. Jh.) hat ca. 170 geradlinig nach unten verlaufende Treppenstufen. Derartige mittelalterliche bzw. frühneuzeitliche Stufenbrunnen (Vavs, auch Baori) sind besonders in Gujarat anzutreffende Sehenswürdigkeiten.
Mohabbat Maqbara Palast
Beim Mohabbat Maqbara Palace handelt es sich nicht um einen Palast, sondern um ein Mausoleum zweier Fürsten von Junagadh, die den Bau Ende des 19. Jahrhunderts in einer Mischung von islamischen und europäischen Stilelementen errichteten. Besonders außergewöhnlich und markant sind die vier Minarette mit ihren gewundenen Außentreppen. Seitlich des zentralen Mausoleums stehen eine Moschee mit ähnlich gestalteten Minaretten und ein weiteres Grabmal.
Zoo
Der Sakkarbaug Zoo wurde im Jahr 1863 eröffnet und ist der drittgrößte Indiens.
Durbar Hall
In diesem Stadtpalast wurde ein Museum eingerichtet. Zu sehen sind eine repräsentative Halle und einige Sammlungen, u.a. Waffen, Porträts und Textilien. In der Altstadt zwischen Durbar Hall und Circle Chowk gibt es mehrere repräsentative Bauwerke mit gotischen Fassadenelementen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Junagadh – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Census of India 2011: Provisional Population Totals. Cities having population 1 lakh and above. (PDF; 154 kB)