JUNOS – Junge liberale NEOS

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Die JUNOS – Junge liberale NEOS sind der Jugendverband der Partei Neos – Das Neue Österreich und Liberales Forum sowie eine Fraktion in der Österreichischen Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft (ÖH). Als solche sind sie auch Vollmitglied von IFLRY und LYMEC.

Hervorgegangen sind die Junos 2014 aus den Jungen Liberalen Österreich, einer bis dahin bestehenden Partei und Hochschülerschaftsfraktion. Diese unterstützte seit Oktober 2012 als Jugendpartner die Partei NEOS, in die sie sich schließlich am 22. März 2014 als Jugendverband eingliederte. Seit den Nationalratswahlen 2013 sind die JUNOS durch ihren Bundesvorsitzenden Nikolaus Scherak im Nationalrat vertreten.

Logo der JUNOS

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung als Liberales StudentInnenforum[Bearbeiten]

Die Gründung der Jungen Liberalen erfolgte unter dem Namen Liberales StudentInnenforum zeitgleich mit dem Liberalen Forum 1993, nachdem sich das Liberale Forum aufgrund der zunehmend rechtspopulistischen Linie der FPÖ unter Jörg Haider von ebendieser abgespalten hat. Allein zur Wahl stand das LSF erstmals bei den ÖH-Wahlen im Jahre 1995, nachdem es 1993 noch eine Wahlplattform mit den dem moderaten Flügel zugehörigen Vereinten Grünen Österreichischen Studenten gegeben hatte. Darunter, dass das Liberale Forum seit 1999 nicht mehr mit einer Fraktion im Parlament vertreten ist, hat auch das LSF zu leiden - die Wahlergebnisse sanken seit 1999 kontinuierlich, ein Trend, der erst 2005 auf niedrigem Niveau vorübergehend gestoppt werden konnte. 2005 wurde die ÖH-Bundesvertretung nach neuem Wahlrecht gewählt und die BV-Direktwahl abgeschafft. Bei der ÖH-Wahl 2007 verlor das LSF alle Mandate auf Universitätsvertretungen und wurde in der Bundesvertretung erstmals seit Bestehen der Liberalen vom FPÖ-nahen Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) stimmenmäßig überholt.

Neuorganisation als JuLis[Bearbeiten]

Logo der JuLis Österreich

Am Bundesforum des LSF im Januar 2009 wurden weitreichende Neuerungen beschlossen. Einerseits wurde das LSF, das bereits bei verschiedenen Anlässen unter dem Namen JuLis aufgetreten war, endgültig in JuLis – Junge Liberale Österreich umbenannt, andererseits auch eine neue Verbandsstruktur geschaffen.

Am 20. April 2009 hat die Abgeordnete im Europäischen Parlament Karin Resetarits mitgeteilt, mit ihrer Unterstützungsunterschrift auf der Wahlliste der Jungen Liberalen deren Antritt zur Europawahl in Österreich 2009 zu ermöglichen. Vorangegangen waren Überlegungen des Liberalen Forums, selbst anzutreten – die angeblich lange zugesagte Unterschrift von Karin Resetarits gab diese dann aber überraschend den Jungen Liberalen; ausschlaggebend waren diesbezügliche Bemühungen der Julis-Vorsitzenden Alegra Raising. Dieser Antritt hat zu einer maßgeblichen Entfremdung der Julis von ihrer ehemaligen Mutterpartei LIF geführt, seither treten die JuLis eigenständig auf.[1] Die Jungen Liberalen sind mit der mit Abstand jüngsten Liste aller acht antretenden Parteien zu den Europawahlen 2009 angetreten.[2] Spitzenkandidat war der in Graz lebende Kärntner Hannes Müllner.[3] Mit letztlich 0,7 Prozent der Stimmen (20.668 Wahlberechtigte) glückte der Einzug in das Europaparlament nicht.

Auch bei der ÖH-Wahl 2009 sind die Julis an zahlreichen Universitäten angetreten, darunter alle großen Universitäten mit Ausnahme der Universität Wien. An der Uni Wien scheiterten die Jungen Liberalen an formalen Gründen und konnten gar nicht kandidieren[4], auch der für einen Einzug in die ÖH-Bundesvertretung notwendige Listenverband wurde nicht zugelassen[5]. Die Julis waren demnach in der ÖH-Funktionsperiode von 2009 bis 2011 weder in Universitätsvertretungen noch in der Bundesvertretung der ÖH vertreten.

Am III. Bundeskongress in Wien am 30. und 31. Oktober 2010 kündigten die JuLis eine Kandidatur bei den ÖH-Wahlen 2011 an und beschlossen einstimmig ein "Liberales Hochschulprogramm".[6] Weiters wurde Nikolaus Scherak zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt. Bei den ÖH-Wahlen 2011 errangen die JuLis drei Mandate in der Bundesvertretung sowie mehrere Mandate in einzelnen Universitätsvertretungen (Universität Wien, Wirtschaftsuniversität Wien, Technische Universität Wien).[7]

Kooperation mit den NEOS[Bearbeiten]

Am 27. Oktober 2012 beteiligten sich die JuLis an der Gründung der Partei NEOS – Das Neue Österreich. JuLis-Vorsitzender Nikolaus Scherak wurde in den Vorstand der NEOS gewählt. Die JuLis bestanden jedoch zunächst als eigenständige Organisation weiter.[8]

Bei den ÖH-Wahlen 2013 erreichten die JuLis mit +2,2% den prozentuell höchsten Zugewinn aller antretenden Fraktionen und konnten ihre Mandate in den Universitätsvertretungen von vier auf acht verdoppeln. Neben der Universität Wien, der Wirtschaftsuniversität Wien und der Technischen Universität Wien sind die JuLis somit auch an der Karl-Franzens-Universität Graz, der Technischen Universität Graz und der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck in der Universitätsvertretung vertreten.[9][10]

Am 22. März 2014 erfolgte im Rahmen eines Bundeskongresses in Salzburg die Umbenennung der Partei in JUNOS – Junge liberale NEOS und damit verbunden die Einbindung in die Parteistrukturen der Neos. Bundesvorsitzender der Junos wurde der bisherige JuLis-Vorsitzende und NEOS-Nationalratsabgeordnete Nikolaus Scherak, der bereits zuvor Mitglied im Vorstand der NEOS war.[11]

Ergebnisse bei ÖH-Bundesvertretungswahlen[Bearbeiten]

LSF1 und JuLis2 bei den ÖH-Bundesvertretungswahlen
Jahr Spitzenkandidat Stimmen3 BV-Mandate
1995 Johannes Vetter 8,8 % 6
1997 Udo Pappler 10,4 % 7
1999 Andreas Putz 9,9 % 4
2001 Michaela Köberl 5,3 % 2
2003 Florian Schweitzer 3,4 % 1
2005 Martin Ehrenhauser 3,9 % 1
2007 Philipp Weingartshofer 2,27 % 1
2009 Alegra-Isabel Raising 1,7 % 0
2011 Claudia Gamon 4,32 % 3
2013 Claudia Gamon 6,4 % 3
1 bis 2007
2 ab 2009
3 Seit 2005 wird die Bundesvertretung nicht mehr direkt gewählt, die Prozentsätze ab da sind deshalb nur bedingt aussagekräftig.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. LIF-Vertreter Ronald Pohoryles in seinem Blog: Warum das LIF nicht für die EP-Wahlen kandidiert, 27. April 2009
  2. http://www.bmi.gv.at/wahlen/EUW_09_parteien.asp
  3. Die Presse: Liberale Kabale: JuLis treten statt LIF an, 29. April 2009
  4. Die Presse: ÖH-Wahl: Liberale scheitern an rechtlichen Hürden, 13. Mai 2009
  5. Liste zugelassener Listenverbände 2009, ohne Julis, PDF-Datei
  6. Das liberale Hochschulprogramm
  7. Die Presse: Unis sollen über die Vergabe von Studienplätzen frei entscheiden, 29. Mai 2011
  8. Die Presse: NEOS: Die Neuen in der Mitte, 27. Oktober 2012.
  9. Die Presse: ÖH-Wahl: ÖVP-nahe Studenten weiter voran, 17. Mai 2013
  10. FM4: ÖH-Wahlen 2013: Die Ergebnisse, 16. Mai 2013
  11. JuLis heißen nun JUNOS und sind Teil der NEOS. Artikel auf derStandard.at vom 22. März 2014.