Junge Nationaldemokraten

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Basisdaten
Vorsitzender: Andy Knape
Stellvertretender
Vorsitzender:
Julian Monaco
Bundesgeschäftsführer: Julian Monaco
Weitere
Vorstands-
mitglieder:
Pierre Dornbrach,
Patrick Kallweit,
Michael Schäfer,
Sebastian Richter.[1]
Mitglieder: 350 (Stand: 2012)[2]
Gliederung: 12 Landesverbände
Website: www.jn-buvo.de

Die Jungen Nationaldemokraten (kurz: JN) sind die offizielle Jugendorganisation der NPD. Sie ist die mitgliederstärkste Jugendorganisation einer rechtsextremen Partei. Die JN sind laut NPD-Satzung integraler Bestandteil der Partei.[3]

Ideologie[Bearbeiten]

Die JN bekennen sich zum Grundsatzprogramm der NPD, vertreten diese Standpunkte aber wesentlich aggressiver, was sich sowohl während Demonstrationen als auch im politischen Stil zeigt. Sie werden vom Verfassungsschutz beobachtet und als rechtsextrem eingestuft. Ihre regelmäßig erscheinende Publikation heißt Der Aktivist. In diesem Zentralorgan bezeichnen sie sich unter der Überschrift Der Bundesführer hat das Wort als Vertreter des nationalrevolutionären Flügels innerhalb der NPD. Die Jugendorganisation kritisiert diejenigen in der NPD, die den Kampf um die Parlamente zum wichtigsten Kampfziel gemacht hätten. Stattdessen sei Widerstand und Kritik angebracht, da in diesen Entwicklungen die Gefahr der schrittweisen Anpassung und Verbürgerlichung bestehe.[4] Die JN bezeichnet sich selber als antiimperialistisch. Unter anderem fordert sie den Abzug deutscher Truppen aus Afghanistan[5] und unterstützt den syrischen Machthaber Baschar al-Assad, die iranische Regierung sowie weitere Vertreter des Antizionismus oder Antiamerikanismus.[6][7]

Organisation[Bearbeiten]

Die Jungen Nationaldemokraten gliedern sich in einen Bundesverband und einige Landesverbände. Der Vorsitzende der JN ist Kraft seines Amtes automatisch Vorstandsmitglied der NPD. Unter anderem waren der spätere NPD-Vorsitzende Günter Deckert und der ehemalige Parteivorsitzende und Chef der sächsischen Landtagsfraktion Holger Apfel früher Bundesvorsitzende der Jungen Nationaldemokraten und nutzten dies zum Sprungbrett in die Führungsetage der NPD. Die JN sind nicht in allen Bundesländern vertreten. Aktiv ist die Organisation vor allem im Süden und Osten der Bundesrepublik: In Baden-Württemberg existierten Mitte 2008 zehn, in Sachsen neun, in Bayern acht, in Sachsen-Anhalt sieben und in Thüringen fünf Stützpunkte. Rekrutiert werden meist Mitglieder der Freien Kameradschaften. Schwerpunkt liegt in der Jugendarbeit durch Formung und Schulung der Mitglieder zwischen 14 und 35 Jahren.

Generell leistet die NPD intensive Jugendarbeit. Sie gibt Nachhilfestunden, organisiert Feste und Freizeiten und besitzt eine eigene Fußballmannschaft. Zielsetzung der Partei und der JN ist es, über zunächst unpolitisch erscheinende Aktivitäten Jugendliche und Kinder an rechtsextremistisches Gedankengut heranzuführen. Unter Vorspiegelung einer jugendpflegerischen Tätigkeit betreibt sie eine gezielte Ideologisierung der Teilnehmer. Hier gibt es starke Ähnlichkeiten zu der Hitler-Jugend (HJ) und damit zu der Zeit des Dritten Reichs. Mit dem Nationalen Bildungskreis (NBK) verfügt die JN zudem über eine Hochschulorganisation, die auch teilweise bei Hochschulwahlen, wenngleich bisher erfolglos, antritt.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Meist einmal jährlich führt die JN den „Europäischen Kongress der Jugend“ durch. Diese Veranstaltung stellt ein wichtiges Treffen innerhalb der rechtsradikalen Szene dar und wird als Möglichkeit der internationalen Vernetzung genutzt. Die Teilnehmerzahlen bewegen sich in den letzten Jahren im Bereich von mehreren Hundert. In führenden Positionen wie dem Bundesvorstand der JN sind immer wieder einflussreiche Personen des Neonazi-Spektrums zu finden. Frühere Abgrenzungsbeschlüsse der JN-Führung gegenüber dem Neonazi-Lager waren lediglich taktisch motiviert.

Vorsitzende der Jungen Nationaldemokraten[Bearbeiten]

Name Amtszeit Wichtige Politische Ämter und Mandate
Alfons Hueber 1971–1973
Günter Deckert 1973–1975 Parteivorsitzender der NPD (1991-1996)
Winfried Krauß 1975–1977
Gösta Thomas 1977–1980
Rainer Vogel 1980–1983
Claus Kruse 1983
Hermann Lehmann 1983–1987
Karl-Heinz Sendbühler 1987–1989 Bundesvorsitzender des NHB (1983-1985)
Thilo Kabus 1989–1990
Frank Kolender 1990–1991
Erhard Hübchen 1991–1992
Andreas Storr 1992–1994 Bundesschatzmeister der NPD (seit 2011) Mitglied des sächsischen Landtag (seit 2009)
Holger Apfel 1994-1999 Parteivorsitzender der NPD (2011–2013)
Fraktionsvorsitzender im sächsischen Landtag (2004–2013)
Sascha Roßmüller 1999–2003
Stefan Rochow 2003–2007
Michael Schäfer 2007–2012
Andy Knape seit 2012

Printmedien / Periodika[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Bundesvorstand der Jungen Nationaldemokaten
  2. http://www.verfassungsschutz.de/de/arbeitsfelder/af-rechtsextremismus/zahlen-und-fakten-rechtsextremismus/zuf-re-2011-parteien.html
  3. Satzung der NPD beim Bundeswahlleiter in ihrem Bearbeitungsstand vom 12./13. November 2011 (PDF-Dokument; 1,84 MB).
  4. Verfassungsschutzbericht des Bundesamt 2077, S. 82.
  5. http://www.raus-aus-afghanistan.de/
  6. http://aktion-widerstand.de/index.php/deutschland/53-weltanschauung/1816-der-naechste-imperialistische-ausflug-syrien
  7. http://aktion-widerstand.de/index.php/deutschland/38-aktuelles/1708-fokus-iran
  8. http://www.verfassungsschutz.brandenburg.de/media_fast/4055/Leitfaden_Anlage_2009.15455694.pdf

Weblinks[Bearbeiten]