Junge Piraten
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|---|---|
| Vorsitzender | |
| Basisdaten | |
| Gründungsdatum: | 18. April 2009 |
| Gründungsort: | Wiesbaden[1] |
| Vorsitzender: | Florian Zumkeller-Quast[2] |
| Stellvertreter: | Claudia Jonda |
| Schatzmeister: | Patrick Rauscher |
| Schriftführer: | Sören Siegismund-Poschmann |
| Beisitzer: | Lukas Martini, Chiara Tummeley |
| Mitgliederzahl: | 1020 davon 122 Fördermitglieder 2 Ehrenmitglieder[3] (Stand: 10. Dezember 2012)[4] |
| Durchschnittsalter: | 21,5 Jahre (errechneter Wert) |
| Gliederung: | 7 Landesverbände |
| Website: | www.junge-piraten.de |
Die Jungen Piraten (Kurzform JuPis) sind die Jugendorganisation der Piratenpartei Deutschland. Die Mitgliedschaft bei den Jungen Piraten ist unabhängig von der Mutterpartei.[5] Die Jungen Piraten sind durch Susanne Graf, Martin Delius und Heiko Herberg im Abgeordnetenhaus von Berlin, Jasmin Maurer im Saarländischen Landtag[6] sowie Torge Schmidt und Sven Krumbeck im Schleswig-Holsteinischen Landtag in 3 Landesparlamenten mit insgesamt sechs Abgeordneten vertreten.[7][8] Neben den Mitgliedern in den verschiedenen Landtagen stellen die Jungen Piraten seit 2012 auch auf kommunaler Ebene zwei Mitglieder im Kreistag des Main-Kinzig-Kreises. Diese werden durch den 24-jährigen René Waller und den 19-jährigen Sören Siegismund-Poschmann, der das Mandat von Ralf Praschak übernahm, wahrgenommen. Damit stellen sie neben der Kreistagsfraktion der Piratenpartei[9] auch die erste Fraktion der Jungen Piraten.
Inhaltsverzeichnis |
Themen [Bearbeiten]
Die Programmatik der Jungen Piraten richtet sich weitgehend nach der der Piratenpartei. Themen sind dabei etwa Überwachung, Datenschutz und Privatsphäre sowie Urheberrecht. Im Gegensatz zur Piratenpartei legen die Jungen Piraten noch einen gesonderten Fokus auf jugendspezifische Themen wie Jugendschutz, Computerspiele und freie Internetkultur.[10]
Datenschutz [Bearbeiten]
Mit der Aktion Hol dir deine Daten zurück (kurz HDDDZ) rufen die Jungen Piraten Jugendliche zu mehr Vorsicht im Umgang mit persönlichen Daten auf.[11] Sie wollen aufzeigen, welche Probleme z. B. aufgrund von Data-Mining bei der unüberlegten Weitergabe von privaten Daten in sozialen Netzwerken auftreten können, und den richtigen Umgang mit diesen Netzwerken lehren. Die Aktion bietet jedoch nicht nur Informationen für Jugendliche, sondern auch für deren Eltern.
Es gibt beispielsweise einen „Beipackzettel zu sozialen Netzwerken“,[12] der einige problematische Punkte beleuchtet sowie „Schlechte Beispiele“ für den Umgang mit persönlichen Daten.[13] Außerdem gibt es eine kleine Sammlung fiktiver Nachrichten von verschiedenen Personen, Ämtern und Firmen, die in entlarvender Weise jemanden für sein Verhalten kritisieren und mit „Woher ich das weiß? In deinem Profil steht alles zu dir.“ oder einer ähnlichen, an die „Vorgeschichte“ angepassten Formulierung enden. Sie kommen sowohl im Netz als auch auf Flyern[14] zum Einsatz.
Mehrere Medien berichteten bereits über HDDDZ, darunter Yahoo News[15] und das ZDF-Morgenmagazin.[16]
Jugendschutz [Bearbeiten]
Auf der Bundesmitgliederversammlung im Oktober 2010 haben die Jungen Piraten zudem einen Forderungskatalog zum Thema Jugendschutz in Medien, insbesondere bei Filmen und Videospielen, beschlossen,[17] dessen Inhalte zum Teil auch von der Piratenpartei übernommen wurden.[18] Dieser enthält unter anderem die Abschaffung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, Ersetzung der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle durch Pan European Game Information und allgemeine Unverbindlichkeit von Alterskennzeichnungen.[19]
Diskussion um Diskriminierung in der Piratenpartei [Bearbeiten]
Am 6. April 2012 kritisierten die Jungen Piraten in einem offenen Brief[20] Rassismus und Sexismus in der Piratenpartei. Sie kritisierten insbesondere, dass viele Mitglieder der Piraten mit Verweis auf die Meinungsfreiheit Diskriminierungen dulden würden. Angestoßen durch den Brief ist ein heftiger Streit innerhalb der Partei entbrannt. Die Piratenpartei wies die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher sagte, es gebe in jeder Partei zehn Prozent Idioten.[21]
Struktur [Bearbeiten]
Piratenpartei [Bearbeiten]
Die Jungen Piraten haben sich am 18. April 2009 in Wiesbaden gegründet, waren aber noch nicht offizielle Jugendorganisation der Piratenpartei, da eine offizielle Anerkennung nur durch diese selbst geschehen kann. Auf dem Bundesparteitag der Piratenpartei Deutschland vom 15. bis 16. Mai 2010 in Bingen wurden die Jungen Piraten nahezu einstimmig zur offiziellen Jugendorganisation derselben erklärt.[22]
Mitgliedschaft [Bearbeiten]
Eine Mitgliedschaft bei den Jungen Piraten ist ohne Altersuntergrenze bis zum vollendeten 28. Lebensjahr möglich. Ehrenmitglieder können auch über diese Grenze hinaus Mitglied sein. Außerdem besteht für Personen über 28 sowie für Firmen die Möglichkeit, Fördermitglied zu werden.[23] Als solches hat man keinerlei Rechte, unterstützt die Jungen Piraten aber mit einem Betrag von mindestens 12 € p.a.
Ähnlich wie bei der Piratenpartei ist zur aktiven Mitarbeit keine Mitgliedschaft notwendig.
Vorstand [Bearbeiten]
Der erste Vorstand wurde auf der Gründungsversammlung gewählt.[1] Erster Vorstandsvorsitzender der Organisation wurde der damals erst 15 Jahre alte Carmelito Bauer aus Wiesbaden. Seitdem wird der Vorstand jährlich auf der Bundesmitgliederversammlung von den anwesenden Mitgliedern gewählt. Im Jahr 2009 wurde auf der ersten Bundesmitgliederversammlung per Satzungsänderung[24] der Aufbau des Vorstandes geändert. Er bestand nun aus sieben Mitgliedern, Vorstandsvorsitzendem und Stellvertreter, Generalsekretär, Schatzmeister sowie drei Beisitzern.
Am 5. November 2009 trat der Vorstandsvorsitzende Joshua Brück aus persönlichen Gründen zurück.[25] Heiko Herberg wurde zum neuen kommissarischen Vorstandsvorsitzenden gewählt.[25]
Schließlich trat am 10. August 2010 der kommissarische Vorstandsvorsitzende Heiko Herberg zurück.[26] Auf der außerordentlichen Vorstandssitzung vom 13. August 2010 wurde Julia Reda (bei eigener Enthaltung) einstimmig zur neuen kommissarischen Vorstandsvorsitzenden gewählt.[27]
Der aktuelle Vorstand wurde auf der Bundesmitgliederversammlung am 09. und 10. Februar 2013 gewählt und besteht aus Vorsitzendem, zwei stellvertretenden Vorsitzenden, Schatzmeister, Schriftführer sowie zwei Beisitzern, wobei die Anzahl letzterer jedoch nicht durch die Satzung festgelegt ist, sondern durch die BMV bestimmt wird.[2][28]
| Jahr | Vorsitzender | Stellvertretender Vorsitzender | Schatzmeister | Schriftführer (Vor Oktober 2010: Generalsekretär) | Beisitzer | Wahl | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2009[29] | Carmelito Bauer | Helmut Pozimski | Andreas Schieberle | Waldemar Nebolsin | 18. April 2009 | ||||
| 2009/10[30] | Joshua Brück (zurückgetreten am 5. November 2009[25]) | Heiko Herberg (Ernannt zum kommissarischen Vorsitzenden am 9. November 2009,[25] zurückgetreten am 10. August 2010.[26]) | Andreas Schieberle | Waldemar Nebolsin | Julia Reda (Ernannt zur kommissarischen Vorsitzenden am 13. August 2010[27]), Felix Pöge, Manuel Glossner | 19. September 2009 | |||
| 2010/11[31] | Julia Reda | Susanne Graf | Jan Zaeske | Philipp Thelen | Christina König, Andreas Schieberle, Leo Bellersen | 9. Oktober 2010 | |||
| 2011/12[32] | Julia Reda | Susanne Graf | Jan Zaeske | Philipp Thelen | Christina König, Patrick Rauscher, Leo Bellersen | 12. Februar 2011 | |||
| 2012/13[33] | Florian Zumkeller-Quast | Paul Meyer-Dunker | Benjamin Pampel | Patrick Rauscher | Christina König, Lukas Martini, Alexander Schilling | 28. und 29. Januar 2012 | |||
| 2013/14[2] | Florian Zumkeller-Quast | Paul Meyer-Dunker (am 27. April 2013 zurückgetreten[34]), Claudia Jonda | Patrick Rauscher | Sören Siegismund-Poschmann | Lukas Martini, Chiara Tummeley | 09. und 10. Februar 2013 | |||
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Heiko Herberg (2011), Kommissarischer Bundesvorsitzender 2009-2010
Landesverbände [Bearbeiten]
Es existieren zurzeit sechs Landesverbände[35] der Jungen Piraten:
- Junge Piraten Niedersachsen
- Junge Piraten Nordrhein-Westfalen
- Junge Piraten Berlin[36]
- Junge Piraten Hamburg
- Junge Piraten Thüringen
- Junge Piraten Sachsen[37]
- Junge Piraten Schleswig-Holstein
Arbeitsgemeinschaften [Bearbeiten]
Arbeitsgemeinschaften waren die kleinste Gliederung der Jungen Piraten. Sie beschäftigten sich hauptsächlich mit organisatorischen und programmatischen Themen. Durch die Verteilung der Mitglieder über ganz Deutschland fanden Treffen der AGs hauptsächlich im Internet statt. Arbeitsgemeinschaften wurden mit dem Vorstandsbeschluss 20101107001 „Neustrukturierung des Arbeits- und Arbeitsgemeinschaftswesen“ abgeschafft, da sie ein „suboptimaler Weg“ seien, der die „freie Entfaltung von Ideen“ behindere.[38]
Siehe auch [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- Homepage der Jungen Piraten
- Homepage des Landesverbandes Niedersachsen
- Homepage des Landesverbandes NRW
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b Gründungstreffen 18. April 2009 im Wiki der Jungen Piraten
- ↑ a b c Junge Piraten e.V.: Bundesmitgliederversammlung der Jungen Piraten wählt neuen Vorstand. 10. Februar 2013, abgerufen am 10. Februar 2012.
- ↑ Informationen über den Verein im Wiki der Jungen Piraten
- ↑ Mitgliederstatistik im Wiki der Jungen Piraten, abgerufen am 10. Dezember 2012
- ↑ Über die Jungen Piraten auf der Homepage der Jungen Piraten, abgerufen am 14. Oktober 2009
- ↑ junge-piraten.de vom 7.Mai 2012
- ↑ Wahlergebnisse Schleswig-Holstein, abgerufen am 10. Mai 2012
- ↑ Mit Piraten erhält Transparenz Einzug in drittes deutsches Parlament, Mitteilung vom 9. Mai 2012. Archiviert vom Original am 16. Juli 2012, abgerufen am 10. Mai 2012.
- ↑ Kreistagsfraktion Main-Kinzig, auf der Homepage der Piratenpartei Main-Kinzig-Kreis vom 15. April 2011, abgerufen am 7. Juli 2012
- ↑ Themen der Jungen Piraten auf der Homepage alle Themen einsehbar
- ↑ Webpräsenz des Projekts HDDDZ
- ↑ Beipackzettel zu sozialen Netzwerken. Abgerufen am 8. April 2010.
- ↑ Schlechte Beispiele der Aktion HDDDZ. Abgerufen am 8. April 2010.
- ↑ Diese Aktion unterstützen – Hol dir deine Daten zurück. Abgerufen am 8. April 2010.
- ↑ Aktion informiert Jugendliche über Umgang mit Personendaten im Web. Abgerufen am 8. April 2010.
- ↑ Netzschau: Aigner droht Facebook. ZDF-Morgenmagazin. Abgerufen am 8. April 2010.
- ↑ Junge Piraten stellen Jugendschutz auf den Prüfstand PM zur Versammlung
- ↑ Auf den Forderungen der JuPi basierendes Positionspapier der Piratenpartei
- ↑ Forderungskatalog zum Thema Jugendschutz & Medienzensur (PDF; 49 kB)
- ↑ junge-piraten.de
- ↑ piratenpartei.de
- ↑ piratenpartei.de
- ↑ Antrag Fördermitgliedschaft (PDF)
- ↑ Satzungsänderungsantrag im Protokoll der Bundesmitgliederversammlung 2009. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original, abgerufen am 16. Dezember 2012. (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv)
- ↑ a b c d Vorstandsvorsitzender tritt zurück. Kommissarische Vertretung gewählt auf der Homepage der Jungen Piraten, abgerufen am 9. November 2009
- ↑ a b Rücktritt des kommissarischen Vorsitzenden Heiko Herberg auf der Homepage der Jungen Piraten, abgerufen am 10. August 2010
- ↑ a b Julia Reda zur kommissarischen Vorsitzenden ernannt auf der Homepage der Jungen Piraten
- ↑ Aktuelle Fassung der Satzung der Jungen Piraten, Abschnitt Vorstand
- ↑ Junge Piraten: Protokoll der Gründungsversammlung. Junge Piraten, 10. Oktober 2010, abgerufen am 5. Mai 2012.
- ↑ Junge Piraten: Protokoll der Bundesmitgliederversammlung 2009.2. Junge Piraten, 10. Oktober 2010, abgerufen am 5. Mai 2012.
- ↑ Junge Piraten: Protokoll der Bundesmitgliederversammlung 2010.Q4. Junge Piraten, 10. Oktober 2010, abgerufen am 5. Mai 2012.
- ↑ Junge Piraten: Protokoll der Bundesmitgliederversammlung 2011.Q1. Junge Piraten, 12. Februar 2011, abgerufen am 5. Mai 2012.
- ↑ Junge Piraten: Protokoll der Bundesmitgliederversammlung 2012.Q1. Junge Piraten, 29. Januar 2012, abgerufen am 5. Mai 2012.
- ↑ Rücktritt des stellvertretenden Vorsitzenden Paul Meyer-Dunker, 28. April 2013, junge-piraten.de
- ↑ Auflistung der Landesverbände auf der Homepage der Jungen Piraten
- ↑ Gründungsprotokoll LV Berlin
- ↑ Gründungsprotokoll LV Sachsen
- ↑ Vorstandsbeschluss 20101107001 Neustrukturierung des Arbeits- und Arbeitsgemeinschaftswesen