Jungholz

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde in Österreich; zur Ortschaft Jungholz im Elsass siehe Jungholtz.
Wappen Karte
Wappen von Jungholz
Jungholz (Österreich)
DEC
Jungholz
Basisdaten
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Bundesland Tirol
Politischer Bezirk Reutte (RE)
Fläche 7 km²
Koordinaten 47° 34′ N, 10° 27′ O47.57361111111110.4472222222221054Koordinaten: 47° 34′ 25″ N, 10° 26′ 50″ O
Höhe 1054 m ü. A.
Einwohner 289 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte 41 Einwohner je km²
Postleitzahlen 6691 (Österreich)
87491 (Deutschland)
Vorwahl 05676
Gemeindekennziffer 7 08 18
AT331
Adresse der
Gemeindeverwaltung
Haus Nr. 55
6691 Jungholz
Offizielle Website
Politik
Bürgermeister Bernhard Eggel (ÖVP)
Gemeinderat (2004)
(9 Mitglieder)
5 ÖVP,
4 unabhängige
Lage der Gemeinde Jungholz
Karte

Jungholz ist eine Tiroler Gemeinde des Bezirks Reutte, Region Tannheimer Tal, mit einer Fläche von 7 km² und 307 Einwohnern auf einer Seehöhe von 1054 m. Die Einheimischen bezeichnen ihren Ort auch als „ein Stück Tirol im Allgäu“.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Blick auf Jungholz

Das Gemeindegebiet von Jungholz ist auf Straßenverbindungen nur über Bayern, also das Staatsgebiet Deutschlands, erreichbar und wird daher auch als österreichische bzw. Tiroler Exklave bezeichnet. Genaugenommen trifft dies aber nicht zu, denn Jungholz ist über den 1636 m hohen Gipfel des Sorgschrofens in einem Punkt mit Tirol Tannheimer Tal verbunden[1]. Diese geografische Besonderheit bezeichnet eine funktionelle Exklave. Aufgrund ihrer geografischen Lage ist die Gemeinde deutsches Zollanschlussgebiet (wie das Kleinwalsertal) und hat eine deutsche (87491) und eine österreichische Postleitzahl (6691). Die deutsche PLZ sollte durch die Deutsche Post AG abgeschafft werden, wurde jedoch nach Protesten beibehalten. Es gelten allerdings zukünftig ausschließlich die österreichischen Tarife.[2] Die deutsche Telefonvorwahl (08365 – gleich wie Wertach in Deutschland) wurde durch die Deutsche Telekom AG eingestellt.

Die besondere geografische Lage bedingt auch den Wohnanteil von je fast 50 % deutschen und österreichischen Staatsbürgern.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Die Nachbargemeinden von Jungholz mit realem Grenzverlauf befinden sich alle auf deutschem Staatsgebiet. Es sind dies Bad Hindelang (Südwesten), Wertach (Westen und Norden), Nesselwang (Nordosten) und Pfronten (Osten). An dem Punkt[1], an dem Jungholz das übrige Tirol berührt (der Gipfel des Sorgschrofen), ergibt sich im Süden eine Nachbarschaft zur Gemeinde Schattwald im Tannheimer Tal. Die beiden deutschen Gemeinden, die sich in diesem Punkt berühren, sind Bad Hindelang westlich und Pfronten östlich des Grenzpunktes.

[Bearbeiten] Geschichte

Erste urkundliche Erwähnung fand Jungholz in einem Kaufvertrag zwischen einem Bewohner von Wertach und einem von Jungholz, der am 24. Juni 1342 abgeschlossen wurde. Dadurch kam das Gebiet von Bayern zu Tirol und verblieb dort trotz mehrerer Grenzstreitigkeiten. Die endgültige Festlegung der Grenzen geschah durch Verträge zwischen dem Königreich Bayern und dem Kaiserreich Österreich von 1844 und 1850.

Durch den Zollvertrag vom 3. Mai 1868 ist die Gemeinde Jungholz wirtschaftlich an Bayern gebunden.

1948 wurde der erste Skilift des Bezirks Reutte und gleichzeitig der Region Tannheimer Tal in Jungholz errichtet.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

In Jungholz war bis zur Einführung der Euro-Währung die Deutsche Mark das offizielle Zahlungsmittel; durch diese Besonderheit war Jungholz lange Jahre ein besonderer Finanzplatz für deutsches Anlagevermögen. Obwohl Jungholz nur um die 300 Einwohner hat, befinden sich drei Zweigstellen österreichischer Banken im Ort. Das macht Jungholz im Tannheimer Tal zum Ort mit der größten Bankendichte Österreichs[3]. Auch wenn mit dem Wegfall der Zollkontrollen seit Inkrafttreten des Schengener Abkommens der Standortvorteil für Jungholz keine Rolle mehr spielt, gilt hier weiterhin das österreichische Bankgeheimnis, weshalb hier wieder vermehrt Geld aus Deutschland bei den Banken angelegt wird. Und das nicht immer auf legalem Wege: Im Jahr 2007 stellten deutsche Beamte 100.000 Euro an der Grenze zu Jungholz sicher[3].

Wirtschaftlich von Bedeutung ist auch der zweisaisonale Tourismus. Als Teil der Tourismusregion Allgäu und Tannheimer Tal konzentriert sich der Ort auf den Familientourismus.

[Bearbeiten] Verkehr

Die Straßenverbindungen zum übrigen Tirol führen über Bayern. Die Bundesstraße 310 führt vorbei an Unterjoch nach Oberjoch, wo sie in die Bundesstraße 308 mündet, die in das Tannheimer Tal führt.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b The boundary cross at Jungholz (engl.)
  2. Post bestätigt Beibehaltung der PLZ
  3. a b Das Schweigen der Berglämmer - Reportage aus Jungholz im Magazin Datum (April 2008)


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