Junkers Ju 390

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Junkers Ju 390
Junkers Ju 390 V1 im Flug
Junkers Ju 390 V1 im Flug
Typ: Sechsmotoriges Großflugzeug
Entwurfsland: Deutsches Reich Deutsches Reich
Hersteller: Junkers Flugzeug- und Motorenwerke
Erstflug: 20. Oktober 1943
Indienststellung: Flugerprobung 1944 beendet
Produktionszeit: Wurde nie in Serie produziert
Stückzahl: 2 (nur eine Maschine fertiggestellt)

Die Ju 390 des deutschen Herstellers Junkers war eine vergrößerte Weiterentwicklung der Ju 290. Der Entwurf stammt vom Junkers-Großflugzeuge-Chef-Konstrukteur Prof. Ernst Zindel. Im Gegensatz zur viermotorigen Ju 290 war sie mit sechs Motoren ausgestattet, ansonsten entsprach sie (bis auf die Ausmaße und die Reichweite) ihrem Vorgängermodell.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Beschreibung

Von der Ju 390 wurde lediglich ein Prototyp im Junkerswerk Merseburg 1943 gebaut, hierbei wurde der Rumpf der Ju 90 V6 verwendet. Die Maschine wurde verlängert und erhielt eine völlig neue, um acht Meter längere Tragfläche mit jetzt sechs Motoren und vier Hauptfahrwerken. Außerdem erhielt die Maschine statt der ovalen die neuen und größeren trapezförmigen Seitenleitwerke. Die Maschine besaß auch eine Transportklappe (Trapo-Klappe) an der Unterseite der Rumpfhecks.

Das Ju 390 V1 genannte Flugzeug mit der Zulassung GH+UK machte am 20. Oktober 1943 von Merseburg aus den Jungfernflug. Es war ohne Bordwaffen als Transporter ausgestattet. Sie wurde auch als Seeaufklärer getestet. Die ausgiebigen Flugerprobungen erfolgten bei der Luftwaffenerprobungsstelle Rechlin und vom Junkerswerk Prag aus. Dort wurde sie auch erfolgreich im Versuchsprogramm für Luftbetankungen der Deutschen Forschungsanstalt für Segelflug (DFS) getestet.

Im November 1944 verlegte man die Maschine zum Junkerswerkflugplatz Dessau. Sie wurde dort stillgelegt und alle Propeller abgebaut. Im April 1945 wurde die Maschine von Junkers Werksangehörigen in Brand gesetzt, damit sie den Alliierten nicht in die Hände falle.

Eine zweite Maschine (sie wurde als kompletter Neubau begonnen) war die Ju 390 V2. Sie war in Merseburg (nach anderer Angabe in Dessau) im Bau, wurde jedoch bis Kriegsende nicht fertiggestellt.

Angebliche echte Fotos von der Ju 390 V2 im Flug mit der Zulassung RC+DA sind nachgewiesenermaßen Fotomontagen.

Geplante Versionen der Junkers Ju 390 waren:

  • Ju 390 A: Transporter
  • Ju 390 B: See-und Fernaufklärer
  • Ju 390 C: Langstreckenbomber
  • und für die Zeit nach HitlersEndsieg“ war auch eine zivile Version als Ju 390 D vorgesehen. Es gab jedoch schon 1940 bei Junkers Projekte für ein sechsmotoriges Zivilflugzeug für die Lufthansa, unter anderem den Entwurf EF 100.

Es gab bei Junkers in den Jahren 1941 bis 1943 neben dem oben genannten Entwurf zur sechsmotorigen Ju 290/6 mot. (der späteren Ju 390) auch zwei Entwürfe einer achtmotorigen Variante der Junkers Ju 290, nämlich als Zwillingsflugzeug Ju 290Z sowie als Einrumpfversion Ju 290/8mot (inoffiziell Ju 490). Die entsprechenden Typenbezeichnungen Ju 290Z und Ju 490 wurden jedoch für diese Projekte vom Reichsluftfahrtministerium nicht vergeben.

[Bearbeiten] Technische Daten

Ju 390 V1, Ansicht von vorne
Kenngröße Daten
Länge: 34,20 m
Flügelspannweite: 50,32 m
Höhe: 6,89 m
Nutzlast: mindestens 10 t (als Militärtransporter)
Maximales Startgewicht:
  • 47 t (V1)
  • 75,5 t (Serie)
Antrieb: sechs 14-Zylinder-Doppelsternmotoren BMW 801G-2 mit je 1700 PS Startleistung
Höchstgeschwindigkeit:
  • beladen: 456 km/h
  • unbeladen: 505 km/h
Dienstgipfelhöhe: 6.000 m
Flugreichweite:
  • theoretischer Maximalewert: bis zu 10.000 km (die de facto nie erreicht wurden)
  • Realwert: 8.000 km
Flugzeit: Bis zu 32 Stunden
Bewaffnung: bis zu acht 20-mm-Kanonen und bis zu acht 13-mm-MG-131 (Ju 390 B und C)

[Bearbeiten] Literatur

  • Horst Lommel: Vom Höhenaufklärer bis zum Raumgleiter 1935 – 1945, Geheimprojekte der DFS. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3613020726.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Junkers Ju 390 – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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