Junkers Jumo 205

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Junkers Jumo 205 Diesel-Gegenkolbenmotor
Junkers Jumo 205 Schnittbild

Der Junkers Jumo 205 ist ein von der Junkers Motorenbau GmbH (ab 1936: Junkers Flugzeug- und Motorenwerke) entwickelter und gebauter 6-Zylinder-Reihen-Diesel-Gegenkolbenmotor.

Entwicklung[Bearbeiten]

Als sich abzeichnete, dass der Jumo 204 den steigenden Anforderungen nicht mehr entsprach, wurde bei Junkers seit 1931 ein Nachfolgemodell geplant. Es sollte bei verringerten Abmessungen die gleiche Leistung abgeben. Anfangs wurde der neue Motor noch als Jumo 5 bezeichnet. Der erste Probelauf fand bereits am 1. Dezember 1932 statt, im Frühjahr 1933 erfolgte die Musterprüfung. Seine erste Verwendung fand der Motor in der Focke-Wulf A 17.

Um den ab 1934 als Jumo 205 bezeichneten Motor betriebssicher zu machen, mussten im Vorfeld viele Probleme gelöst werden. Beispielsweise brannten anfänglich die Kolben durch und auch Kolbenfresser waren häufig. Um dies zu vermeiden, wurden die Kolben aus unterschiedlichen Metallen hergestellt, zudem wurden den Kolbenböden Wärmeschutzhauben aufgeschraubt. Außerdem erhielt jeder Kolben an der obersten Stelle einen ungeteilten Kolbenring (den sogenannten Feuerring), um die Wärmeableitung und die Gasdichtheit zu sichern.

Der Motor hatte bei der Deutschen Lufthansa einen guten Ruf; er war stark, zuverlässig und verbrauchte wenig Kraftstoff. Beim Einsatz in Kampfflugzeugen zeigte er jedoch unbefriedigende Eigenschaften, so reagierte er bei Drehzahländerungen träge und auch der Formationsflug mit seinen vielen Regelvorgängen verursachte viele Motorprobleme. Sein bevorzugter Verwendungszweck war der Langstreckenflug in Aufklärern und bei Patrouillenflügen über See. Im Reiseflug lag der spezifische Verbrauch bei 218 bis 231 g/kWh, bei Rekordflügen wurden bis 211 g/kWh erreicht.[1] Der Jumo 205 wurde in der frühen Version des Bombers Junkers Ju 86 sowie in den Flugbooten Dornier Do 18 und Blohm & Voss Ha 139 verwendet.

Später wurde er zum mit Abgasturbolader und Ladeluftkühler ausgerüsteten Jumo-207B-Höhenmotor weiterentwickelt. Dieser Motor wurde im Höhenaufklärer Ju 86 P/R verwendet.

Technische Daten[Bearbeiten]

Junkers Jumo 205D
Kenngröße Daten
Hersteller    Junkers
Baujahr    1940
Bauart    6-Zylinder-Gegenkolbenmotor, Zweitakt, Diesel
Hubraum (Bohrung × Hub)    16,62 l (105 mm × 160 mm × 2)
Aufladung    Spülgebläse
Trockenmasse    595 kg
Startleistung kW (PS)    650 (880)
spez. Kraftstoffverbrauch g/kWh (g/PSh)    231 (170)

Triebwerkstypen[Bearbeiten]

  • Jumo 5A, B, C

erste Serienausführung, 405 kW (530 PS) bei einer Drehzahl von 2.100/min, A, B, C unterschiedliche Untersetzungen der Propellerwelle

  • Jumo 205A, B, C

Variante, 440 kW (600 PS) bei einer Drehzahl von 2.200/min, Glykol-Heißkühlung, Schwingungsdämpfer an der Kurbelwelle, 1934 Umbenennung in Jumo 205

  • Jumo 205D

Luftwaffenversion, 650 kW (880 PS) bei einer Drehzahl von 2.800/min, verbessertes Spülgebläse

  • Jumo 205E, G

Version für die Deutsche Lufthansa, 515 kW (700 PS) bei einer Drehzahl von 2.500/min, Lebensdauer 1.000 Stunden

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gersdorf/Grasmann/Schubert: Flugmotoren und Strahltriebwerke. Bernard & Graefe Verlag, Bonn 1995, ISBN 3-7637-6107-1, S. 91.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Junkers Jumo 205 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien