Junkers L 5

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Junkers L 5

Der Junkers L 5 war ein flüssigkeitsgekühlter Sechszylinder-Flugmotor mit 22,9 Litern Hubraum,[1] den die Junkers Motorenbau GmbH ab 1925 als Lizenzbau des BMW IV fertigte. Er war Nachfolger des hubraumkleineren Junkers L 2 von 1924,[2] der wiederum auf dem BMW IIIa beruhte.

Geschichte[Bearbeiten]

Professor Hugo Junkers entschloss sich Anfang der 1920er-Jahre aufgrund der steigenden Nachfrage nach Flugmotoren eine eigene Motorenfertigung aufzunehmen. Erfahrungen im Großmotorenbau waren vorhanden;[3] die Junkers Motorenbau GmbH (Jumo) wurde 1923 gegründet. Bis dahin waren alle Flugzeuge der Junkers Flugzeugwerke AG mit Motoren von BMW, DMG, Siemens & Halske und Armstrong-Siddeley ausgerüstet worden.

Konstruktion[Bearbeiten]

Es handelt sich um einen wassergekühlten Sechszylinder-Reihenmotor. Das Kurbelgehäuse aus einer Aluminiumlegierung ist horizontal geteilt. Die Kurbelwelle besteht aus Grauguss, als Kurbelwellenlager kommen sieben Gleitlager zum Einsatz. Die gusseisernen Zylinder sind einzeln auf dem Kurbelgehäuse angeordnet und verfügen über aufgeschweißte Mäntel aus Stahlblech für die Wasserkühlung. Die Kolben besitzen je drei Kolbenringe. Die obenliegende Nockenwelle (OHC-Ventilsteuerung) wird von einer Königswelle angetrieben. Die hängenden Ventile werden durch Rollenkipphebel betätigt.

Für die Gemischbildung sorgt ein einzelner Vergaser. Die Doppelzündanlage (zwei Zündkerzen je Zylinder) besteht aus zwei Bosch-Magnetzündern. Die Zündfolge ist: 1–5–3–6–2–4. Die Druckumlaufschmierung wird mit einer Kolben-Ölpumpe aufrechterhalten. Eine Kühlwasserpumpe wälzt das Kühlmittel um.

Verwendung[Bearbeiten]

Der Junkers L 5 wurde bei einer Reihe von Flugzeugen als Antrieb verwendet. Insbesondere kam er auch bei Prototypen und Rekordflügen zum Einsatz.

Einsatz in Junkers-Flugzeugen[Bearbeiten]

Nachbau einer Junkers F 13 mit L-5-Attrappe.

Einsatz bei weiteren Flugzeugtypen[Bearbeiten]

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße Daten des Jumo L 5G [4]
Hersteller Junkers Motorenbau GmbH
Baujahr 1933
Typ flüssigkeitsgekühlter Sechszylinder-Reihenmotor, stehend (Kurbelwelle unten), ohne Aufladung
Ventilsteuerung eine obenliegende Nockenwelle (OHC), über eine Königswelle von der Kurbelwelle angetrieben, zwei Ventile pro Zylinder
Bohrung 160 mm
Hub 190 mm
Hubraum 22,9 l
Verdichtungsverhältnis 5,5 : 1
Trockengewicht 344 kg
Startleistung 340 PS (250 kW)
Gewichtsbezogene Leistung 1 PS/kg (0,73 kW/kg)
Masse-Leistungs-Verhältnis 1,376 kg/kW

Versionen[Bearbeiten]

  • L 5
  • L 5G - weiterentwickelter L 5 mit hydraulischem Vibrationsdämpfer
  • L5 Ga
  • L5 Z

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kyrill von Gersdorff, Kurt Grasmann: Flugmotoren und Strahltriebwerke. Bernard & Graefe Verlag, 1981, ISBN 3-7637-5272-2
  • Antony L. Kay, Paul Couper: Junkers Aircraft and Engines 1913-1945. Naval Institute Press, 2004, ISBN 978-0-851779850

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Virtuelle Luftfahrtmuseum: Junkers L 5, abgerufen am 15. Januar 2009
  2. Das Virtuelle Luftfahrtmuseum: Junkers L 2, abgerufen am 15. Januar 2009
  3. Junkers.de: Die Anfänge des Junkers-Motorenbaus, abgerufen am 15. Januar 2009
  4. Der Werftverein [1], Junkers L 5G, abgerufen am 11. August 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Junkers L5 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien