Jurata

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jurata
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Jurata (Polen)
Jurata
Jurata
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Landkreis: Puck
Stadtteil von: Jastarnia
Geographische Lage: 54° 41′ N, 18° 43′ O54.68472222222218.715Koordinaten: 54° 41′ 5″ N, 18° 42′ 54″ O
Einwohner:
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 216: Hel–Władysławowo-Reda
Schienenweg: Bahnstrecke Reda–Hel
Nächster int. Flughafen: Danzig
Verwaltung
Webpräsenz: http://www.jurata.net.pl/index.html
Strand von Jurata
Jurata-Brunnen in Jurata
Mole von Jurata

Jurata ist ein beliebter Badeort im Norden Polens an der Ostsee auf der Halbinsel Hel. Die Ortschaft gehört zur Stadt Jastarnia und liegt in einem bewaldeten Teil der Halbinsel zwischen Jastarnia und Hel im Powiat Pucki der Woiwodschaft Pommern.

Geschichte[Bearbeiten]

Jurata ist die jüngste Siedlung der Halbinsel Hel. Bis in die 1920er Jahre befanden sich auf dem Gebiet von Jurata entlang der Küste nur ärmliche, verstreute Häuser, in denen kaschubische Fischer wohnten.

1928 pachtete die Aktiengesellschaft „Jurata“ vom polnischen Staat ein 150 ha großes Areal, um hier einen Seebad zu errichten.[1] Von Beginn an hatte man wohlhabende Gäste als Zielgruppe. Daraufhin entstand zwischen den Fischerhäusern ein Badeort in einem modernen, eleganten Stil. Es wurden keine kleinen Pensionen gebaut wie sonst auf der Halbinsel Hel üblich, sondern Hotels mit Tennisplätzen, Schwimmbädern und Spielsälen, um ein anspruchsvolles Freizeitangebot bieten zu können.[2] Obgleich nicht alle Vorhaben umgesetzt wurden, mauserte sich Jurata bald zum modernsten Strandbad der Zweiten Polnischen Republik und erhielt den Beinamen "polnisches Palm Beach", da es zu den schicksten polnischen Küstenort zählte. Als Gäste kamen vor allem Warschauer Bürger sowie bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Sport, Medien und Kultur aus aller Welt.[1][2] Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verhinderte den geplanten Bau eines Kulturzentrums für die reichen Gäste. Nach dem Krieg wurden die Bauarbeiten aber wieder aufgenommen.[2]

Bis heute sind noch die alten Fischerhäuser erhalten, die einst in traditioneller kaschubischer Bauweise errichtet wurden. Die städtebauliche Struktur der Ortschaft wurde unter Denkmalschutz gestellt. Besonders hervorzuheben ist die ehemalige Sommerresidenz (ulica Swietopel 13) des polnischen Malers Wojciech Kossak, der ein Teil der polnischen Künstlerboheme war. Ein anderer Maler, der ein häufiger Gast in Jurata war, war Mieczysław Lurczyński.

Die Villen und Pensionen aus den 1930er Jahren wurden in den letzten Jahren renoviert und werden heute als moderne Hotels mit hohem Standard betrieben. Damit erhielt Jurata wieder etwas von seinem alten Glanz und noblem Erscheinungsbild zurück, was erneut Schauspieler, Politiker und Geschäftsleute als Gäste anlockt.[1][3]

Sehenswürdigkeiten & Sport[Bearbeiten]

In Jurata gibt es eine Spaziermole, die 320 Meter weit in die Ostsee reicht.[1] Gäste können verschiedene Wassersportarten ausüben und auf traditionellen Segelbooten ("Pomeranka") an Rundfahrten im Putziger Wiek teilnehmen.[2][3]

Name aus der litauischen Mythologie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Jūratė und Kastytis

Der Name kommt von der Litauischen Meeresgöttin Jūratė, die in Polen "Jurata" geschrieben wird. Der Sage nach lebte sie an der Küste der Halbinsel Hel auf dem Meeresboden in einem wunderschönen Unterwasserpalast aus Bernstein.[2] Eines Tages bemerkte sie, dass der Fischermann Kastytis ihre Fische fing. Sie ging zu seinem Boot, um ihn zurechtzuweisen, jedoch war es so gutaussehend, dass sie sich in ihn verliebte. Von da an besuchte Jurata den jungen Fischermann jeden Tag bis Perkunas, der Gott des Donners, von ihrer Beziehung zu einem Sterblichen erfuhr. Voll Eifersucht und Wut ließ er einen Blitz auf Juratas Palast herabfahren, der ihn in viele tausend kleine Stücke zerschmetterte. Er kettete Jurata an einen Felsen am Meeresgrund und tötete Kastytis. Der Sage nach kann man die Schreie von Kastytis hören, wenn es auf der Ostsee donnert und die kleinen Bernsteinstücke, die an den Ostseestrand gespült werden, sollen vom zerstörten Palast von Jurata stammen bzw. von den Tränen, die festgekettete Jurata am Meeresboden weint.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

 Commons: Jurata – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Offizielle Website von Jurata (Polnisch, Deutsch, Englisch)
  2. a b c d e Website pomorskie.travel.de (Deutsch)
  3. a b Website ostsee-urlau-polen.de (Deutsch)
  4. Website zu Mythen und Legenden /www.goddessaday.com (Englisch)