Juri Leonidowitsch Jerschow

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Juri Leonidowitsch Jerschow (russisch Юрий Леонидович Ершов, englisch Yury Ershov; * 5. Januar 1940 in Nowosibirsk) ist ein russischer Mathematiker, der sich mit mathematischer Logik beschäftigt.

Jerschow wurde 1963 an der Universität Nowosibirsk bei Anatoli Malzew promoviert („Über die Entscheidbarkeit elementarer Theorien“) und wurde dort 1967 Professor für Algebra und mathematische Logik und Leiter der Abteilung mathematische Logik. 1973 bis 1976 war er dort Dekan der mathematischen Fakultät und 1985 wurde er Rektor der Universität. Er ist zurzeit Direktor des Sobolew-Instituts in Nowosibirsk.

Jerschow beschäftigte sich mit mathematischer Logik, Modelltheorie und Zahlentheorie.

Er war seit 1970 korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften und ist seit 1990 deren Mitglied. Außerdem ist er in deren sibirischer Abteilung und seit 1986 dort im Präsidium. Seit 1968 ist er Mitglied der Association of Symbolic Logic. 1970 war er Invited Speaker auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Nizza (La theorie des enumerations) und 1966 in Moskau (Elementare Körpertheorien). 2013 wurde er mit dem Demidow-Preis ausgezeichnet.

Er sollte nicht mit dem Informatiker Andrei Petrowitsch Jerschow verwechselt werden, der 1955 eine der ersten Programmiersprachen entwickelte.

Schriften[Bearbeiten]

  • Theorie der Zahlen, Nauka 1977 (russisch)
  • mit S.S.Goncharov: Constructive Models, New York, Kluwer 2000
  • mit E.A.Palyutin: Mathematische Logik, Nauka, Moskau 1987 (russisch), Mathematical Logic, MIR 1990 (englisch)
  • Definability and Computability, New York, Plenum 1996
  • Probleme der Entscheidbarkeit und konstruktive Modelle, Nauka, 1980 (russisch)
  • Recursive Model Theory, 2 Bände, Elsevier 1998
  • Multi-valued fields, Kluwer 2001

Weblinks[Bearbeiten]