Jurij Bojko

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Jurij Bojko im Juni 2012

Jurij Anatolijowytsch Bojko (ukrainisch Юрій Анатолійович Бойко; russisch Юрий Анатольевич Бойко; * 9. Oktober 1958 in Gorlowka) ist ein ukrainischer Politiker. Ab Dezember 2012 war er Stellvertretender Ministerpräsident im Kabinett von Mykola Asarow.

Bojko absolvierte in den 1980er Jahren zunächst ein Studium zum Chemieingenieur und erlangte später einen Bachelor-Abschluss in Ökonomie. Nachdem er in den 1990er Jahren Raffinerien und chemische Betriebe in der Ostukraine geleitet hatte, wurde er zu Beginn des Jahres 2002 zum Direktor des Staatsunternehmens Naftohas sowie gleichzeitig zum Staatssekretär ernannt. Im Jahr 2003 ernannte ihn der damalige Premierminister Wiktor Janukowytsch zum Stellvertretenden Minister für Brennstoff und Energiewirtschaft.

In dieser Funktion trug Bojko mit dazu bei, das Unternehmen RosUkrEnergo als Zwischenhändler für die Erdgaslieferungen zu etablieren, welche die Ukraine aus Russland und zentralasiatischen Ländern erhält[1]. Seitdem gilt er als eine Schlüsselfigur der lukrativen wie auch politisch stets heiklen Erdgasgeschäfte zwischen der Ukraine und Russland.[2] Bojko gilt auch als ein enger Vertrauter des Unternehmers Dmytro Firtasch dem 45 % der Anteile von RosUkrEnergo gehören.

Nach der Orangen Revolution wurde Bojko Anfang des Jahres 2005 aus seinem Amt entlassen. Im August 2006 wurde er, vom nun erneut ins Amt des Ministerpräsidenten berufenen Janukowytsch, zum Minister für Brennstoff und Energiewirtschaft ernannt. Bojko gelang es in dieser Funktion im Herbst 2007 mit Russland eine Vereinbarung über die Sicherstellung der Erdgaslieferungen an die Ukraine zu erzielen[3].

Bei den Parlamentswahlen 2007 wurde Bojko in die Werchowna Rada gewählt. Im Dezember 2007 verlor er zunächst sein Ministeramt. Nach dem Wahlsieg von Janukowytsch bei den Präsidentschaftswahlen 2010 wurde er am 11. März 2010 dann erneut zum Minister für Brennstoffe und Energiewirtschaft ernannt. Bei der Umbildung des Kabinetts nach den Parlamentswahlen 2012 im Dezember 2012 erlangte Bojko das Amt des stellvertretenden Ministerpräsidenten. Er galt als enger Vertrauter von Janukowytsch und von Dmytro Firtasch.[4]

Bojko erhielt im Jahr 2004 den Orden Held der Ukraine[5], die höchste Auszeichnung des Landes. Bojko ist verheiratet und hat sechs Kinder.

Bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2014 tritt er als unabhängiger Kandidat an.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,601825,00.html
  2. http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/ukraine-die-seilschaft-zog-die-faeden-an-beiden-enden-1606031.html
  3. http://www.tagesspiegel.de/politik/international/russland-und-ukraine-legen-gasstreit-bei/1064916.html
  4. Alle Macht der „Familie“ – der von Präsident Janukowitsch! Die Presse vom 14. April 2013
  5. http://www.president.gov.ua/documents/1924.html