Just-in-Sequence-Produktion

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Der Begriff Just-in-Sequence-Produktion (kurz JIS) bzw. Reihenfolgesynchronität (= reihenfolgesynchrone Produktion) bezeichnet ein Konzept aus der Beschaffungslogistik. Es ist eine Weiterentwicklung der Just-in-time-Produktion (JIT).

Beschreibung[Bearbeiten]

Bei der Bereitstellung nach dem JIS-Verfahren sorgt der Zulieferer nicht nur dafür, dass die benötigten Module rechtzeitig in der notwendigen Menge angeliefert werden, sondern auch, dass die Reihenfolge (engl. sequence) der benötigten Module stimmt. JIS wird vor allem in der Automobilindustrie eingesetzt. Die Vorlaufzeit beträgt je nach Produktionssystem mehrere Tage bis einige Minuten. Zur Steuerung von JIS werden Sequence-Inlining-Systeme eingesetzt. Abhängig von der Vorlaufzeit ist demnach die mögliche Entfernung zwischen Lieferant und Kunden.

Als Beispiel für eine JIS-Anlieferung kann die Endmontage von Automobilen betrachtet werden. Durch das Aufsetzen der lackierten Karosserien auf das Endmontageband ist die Reihenfolge der Fahrzeuge festgelegt, die auch als 'Perlenkette' bezeichnet wird [1]. Werden zum Beispiel die Außenspiegel per JIS-Anlieferung bereitgestellt, sind diese bereits in der Reihenfolge der Fahrzeuge auf dem Montageband sortiert. Der Mitarbeiter in der Montage braucht die Spiegel nur der Reihe nach aus dem Transportbehälter zu greifen und hat automatisch den Außenspiegel in der entsprechenden Farbe des Fahrzeugs in der Hand. Anwendung findet diese Belieferungsform meist bei Teilen, die je nach Konfiguration des zu bauenden Fahrzeugs (s. a.Produktkonfiguration) stark variieren können - wie Stoßfänger, Fahrzeugsitze, Innenverkleidungen, Türen, Cockpit usw. -, da das Lagern aller Varianten zu hohe Kosten verursachen und zu viel Fläche beanspruchen würde.

Durch die Sortierung der angelieferten Module wird ein zusätzlicher Kommunikationsaufwand notwendig. JIS-Anlieferungen benötigen, wie auch die JIT-Anlieferungen, den direkten Kontakt zwischen Abnehmer und Zulieferer, der generell mittels eines EDI-Systems in den Datenprotokollen EDIFACT, Odette oder VDA (für JIS im Speziellen VDA 4916) sowieso schon besteht und nur eine Anpassung der Firmensoftware benötigt.

Literatur[Bearbeiten]

  •  G. Schulte: Material- und Logistikmanagement. Oldenbourg Verlag, München/Wien 1996.
  •  DIN Deutsches Institut für Normung (Hrsg.): PAS 1080: Kombinierte Sortier- und Pufferlagereinrichtungen für den Einsatz bei Just-in-Sequence Fertigung. Beuth Verlag, Berlin 2008.
  •  Jörn-Henrik Thun,Martin Drüke,Victor Silveira-Camargos, Logistik Management (Hrsg.): Just in Sequence-Eine Erweiterung des Just in Time durch Sequenzzulieferung. Vol.9, Nr. 4, 2007.
  •  VDA (Hrsg.): Standardbelieferungsformen der Logistik - VDA Empfehlung 5010 Standardbelieferungsformen. 2008, S. 1–42.
  •  Herlyn, Wilmjakob: PPS im Automobilbau - Produktionsprogrammplanung und -steuerung von Fahrzeugen und Aggregaten. Hanser Verlag, 2012, ISBN 978-3-446-41370-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Herlyn, W.: PPS im Automobilbau, S. 218 ff.