Justin Gatlin

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Justin Gatlin Leichtathletik
Justin Gatlin bei der WM 2005

Gatlin bei der WM 2005 in Helsinki

Nation Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Geburtstag 10. Februar 1982
Geburtsort New York City
Größe 185 cm
Gewicht 79 kg
Karriere
Disziplin Sprint
Bestleistung 9,79 s (100 m)
19,68 s (200 m)
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 1 × Gold 2 × Silber 2 × Bronze
Weltmeisterschaften 2 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Hallen-WM 2 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Spiele
Gold Athen 2004 100 m
Silber Athen 2004 4×100 m
Bronze Athen 2004 200 m
Silber London 2012 4×100 m
Bronze London 2012 100 m
Logo der IAAF Weltmeisterschaften
Gold Helsinki 2005 100 m
Gold Helsinki 2005 200 m
Silber Moskau 2013 100 m
letzte Änderung: 11. August 2013

Justin Gatlin (* 10. Februar 1982 in Brooklyn, New York City) ist ein US-amerikanischer Leichtathlet. Gatlin ist Olympiasieger über 100 Meter und ehemaliger Weltmeister über 100 und 200 Meter, sowie ehemaliger Weltrekordhalter über 100 Meter (9,77 s). Seit 2001 wurde er mehrfach des Dopings überführt, und er erhielt deswegen 2006 eine achtjährige Wettkampfsperre bis 2014. Anfang 2008 hat ein Schiedsgericht mit 2:1-Richterstimmen die ursprüngliche Acht-Jahres-Sperre halbiert, so dass die Sperre seit August 2010 aufgehoben ist.[1]

Sportlerkarriere[Bearbeiten]

Justin Gatlin ist seit 2003 in der internationalen Sprintszene bekannt. Über 100 Meter lief er beim Meeting Weltklasse Zürich 2003 9,97 s. Als er sich 2004 bei den US-Trials in Sacramento über 100 Meter für die Olympischen Spiele in Athen qualifizierte, zählte er nicht zu den Favoriten auf die Goldmedaille. Deshalb war es eine Überraschung, als er in Athen in 9,85 s Olympiasieger über 100 Meter wurde. Er selbst sagt, dass seine Lieblingsstrecke allerdings die 200 Meter seien. Im Finale über 200 Meter in Athen musste er sich dann jedoch seinen Trainingskollegen Shawn Crawford und Bernard Williams geschlagen geben und sich mit der Bronzemedaille begnügen.

Bei den Weltmeisterschaften 2005 in Helsinki wurde er mit einer Zeit von 9,88 s und einem deutlichen Vorsprung Weltmeister im 100-Meter-Lauf vor Michael Frater und Kim Collins. Einziger Wermutstropfen blieb, dass er sich in diesem Finale nicht mit dem Weltrekordler Asafa Powell messen konnte, der verletzungsbedingt die Weltmeisterschaft absagen musste. Ein paar Tage später wurde er in 20,04 s auch über die 200-Meter-Strecke Weltmeister, vor seinen US-amerikanischen Landsleuten Wallace Spearmon und John Capel. Bei der IAAF Super Tour in Doha am 12. Mai 2006 lief Justin Gatlin die 100 Meter in 9,766 s, die später auf 9,77 s aufgerundet wurden, und stellte damit den Weltrekord von Asafa Powell ein. Powell verbesserte diesen allerdings erneut am 9. September 2007 auf 9,74 s. Im Juli 2006 wurde öffentlich, dass Gatlin positiv auf Testosteron getestet worden war. Die Proben stammten vom 22. April. Alle darauffolgenden Ergebnisse wurden rückwirkend annulliert, darunter auch der 9,77 s-Lauf.

Bei seinem Comeback nach seiner Dopingsperre siegte Gatlin am 3. August 2010 im estnischen Rakvera über 100 Meter in 10,24 s. Er strebte nun eine Rückkehr in die Weltelite an.[2] 2011 meldete er sich mit zwei 100-Meter-Läufen unter 10 Sekunden zurück und qualifizierte sich über diese Distanz für die Weltmeisterschaften in Daegu, wo er allerdings im Halbfinale ausschied. 2012 konnte er bei den Hallenweltmeisterschaften in Istanbul Gold über 60 Meter gewinnen. Im selben Jahr gewann er mit neuer persönlicher Bestleistung von 9,79 s die Bronze-Medaille bei den Olympischen Sommerspielen im 100-Meter-Sprint in London.

Nachdem er im Juni 2013 in Rom bereits die dominierende Konstante der Sprint-Welt Usain Bolt geschlagen hatte, galt er nach dem Verzicht auf eine WM-Teilnahme von Tyson Gay und Asafa Powell wegen positiver Dopingproben und der verletzungsbedingten Absage von Yohan Blake als größter Konkurrent für Bolt und Medaillenanwärter für die Weltmeisterschaften in Moskau. Dort wurde er den Erwartungen gerecht und gewann über die 100-Meter-Distanz sowie mit der US-amerikanischen Staffel die Silbermedaille.

Doping[Bearbeiten]

Gatlin 2009

Am 29. Juli 2006 gab Gatlin selbst eine positive A-Probe auf Testosteron bekannt. Der positive Dopingbefund wurde bei einem Staffelrennen am 22. April 2006 in Kansas festgestellt. Die A-Probe wurde von der B-Probe bestätigt. Gatlin wurde bereits während der Junior National Championships 2001 positiv auf Amphetamine getestet. Die daraufhin verhängte zweijährige Wettkampfsperre wurde vom Leichtathletik-Weltverband IAAF nachträglich auf ein Jahr reduziert[3], da er geltend machte, dass die Einnahme von Medikamenten zur Behandlung eines Aufmerksamkeitsdefizits als Kind das positive Testergebnis verursacht hätte. Somit hätte ihm als Wiederholungstäter eine lebenslange Sperre gedroht. Er einigte sich jedoch mit der United States Anti-Doping Agency darauf, zur Aufklärung des Falles beizutragen und insbesondere als Kronzeuge gegen seinen schon länger als verdächtig geltenden Trainer Trevor Graham auszusagen, woraufhin die Sperre am 22. August 2006 auf acht Jahre (bis einschließlich 24. Juli 2014) reduziert wurde. Außerdem wurden sämtliche Wettkampfergebnisse Gatlins seit der positiven Dopingprobe annulliert, so dass er auch den Weltrekord über 100 Meter verlor. Gatlin erwirkte eine Halbierung seiner Wettkampfsperre auf vier Jahre bis Juli 2010.

Statistiken[Bearbeiten]

Persönliche Bestleistungen[Bearbeiten]

Event Zeit (s) Ort Datum
50 Meter 5,71 New York 28. Januar 2012
60 Meter 6,45 Boston 1. März 2003
100 Meter 9,79 London 5. August 2012
200 Meter 19,68 Monaco 18. Juli 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Justin Gatlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Iaaf.org: Liste der gesperrten Athleten
  2. leichtathletik.de: Justin Gatlin siegt bei Comeback
  3. USATF: Doping Disqualifications and Public Warnings, 18. November 2005